Psychologie

Heute möchte ich mit euch ein Kapitel im Buch der angewandten Psychologie aufschlagen. Wie ist das denn mit der Beziehung zwischen Sport, Sportlern und sonstigen Beteiligten?

Was ich hier schreibe entspringt meinem eigenen Erfahrungshorizont, und der erstreckt sich nun nicht nur auf die Jahre mit Corona, sondern etwas weiter darüber hinaus.

Es ist naturgemäß immer etwas unangenehm, sich und anderen den Spiegel vorzuhalten, aber mitunter ist das doch hilfreich und regt zum Nachdenken an. Man kann da nämlich einiges so ändern dass es für alle besser wird.

Das Titelbild habe ich bewusst gewählt. Es zeigt entweder eine aufgehende oder eine untergehende Sonne. Ganz nach Sicht auf die Dinge.

Traditionell sind da zwei Gruppen. Auf der einen Seite die Teilnehmer, auf der anderen Seite die Zuschauer. Zu den Teilnehmern zählen die Sportler (m/w/d) selbst wie auch das „Funktionspersonal“ im weiteren Sinne. Alle also, die nach dieser Auffassung zum unmittelbaren Ablauf erforderlich sind. Die Zuschauer sind demnach alle die, die auf der Tribüne hocken und passiv zusehen, und die man nach erklärter Meinung mancher zum Wettbewerb nicht braucht.

Ist das wirklich so? Nicht ganz, nicht mal im Fussball, wo diese Sichtweise weit verbreitet ist.

Mit diesem „Gesellschaftsmodell“ verbunden sind nun leider noch weitere Dinge, die sich derzeit besonders deutlich bemerkbar machen, ohne dass die Mehrheit da Fragen stellt.
Was meine ich? „Zuschauerausschluss“ hier, „Zuschauerausschluss“ da! Ist das hilfreich? Nein!

Schon die Ausschreibungen zu Wettkämpfen sind derzeit so abgefasst dass klar wird wen man dort sehen möchte und wen nicht. Nur die Sportler sind willkommen, also nur die unmittelbaren Teilnehmer, und das quasi auch nur um das Startgeld abzuliefern und wieder zu verschwinden! Alles darüber hinaus ist angeblich – eine Gefahr für alle anderen! So geht das nicht!

Begreift man Sport nicht nur als Unterhaltung oder Geschäft ist damit auch Interesse und Teilhabe verbunden. Einmal um so neue Aktive zu gewinnen, zum anderen weil wie wir nachstehend noch sehen werden die Rollen verschwimmen. Wer andere vor den Kopf stößt macht sich keine Freunde!

Angeblich soll es dazu beitragen, der Gefahr durch Corona vorzubeugen, dabei ist bei näherem Hinsehen durchaus erkennbar, welche Denkweise da wirklich dahinter steckt. Wie seid ihr denn, besonders im Triathlon, zuvor schon mit „sonstigen Interessierten“ umgegangen? Nicht anders! Wer sich vor der Öffentlichkeit abschottet erregt den Verdacht, etwas zu verbergen zu haben!

„Wir haben schon einen Fotografen und haben für weitere keinen Platz!“

Erstens ist das keine Platzfrage, denn wenn Reporter anderer Zeitungen gekommen wären wäre auch Platz da gewesen, und wer so argumentiert setzt sich der Gefahr aus, dass die Ursache dafür offenkundig wird. Es war doch schon lange so dass, wer nicht schrieb was die Veranstalter lesen wollten, mit Ausschluss bestraft wurde. Der bekam dann einfach keine Zulassung mehr und war raus. Ebenso geht ihr überwiegend mit uns Bloggern um. Kein kommerzielles Interesse, keine Zulassung! Interesse am Sport zählt nicht. In dieser Konsequenz wurde schon lange nur noch verbreitet was den Rennveranstaltern angenehm war oder gar von manchen da vorgegeben wurde! Neutrale Schilderung des Geschehens gibt es schon lange nicht mehr.

Umkehrschluss dabei ist ebenso, dass dieser vorhandene Fotograf mögliche Konkurrenz scheut und darauf bestanden hat ein Monopol zu bekommen. Aus dessen Sicht mag das notwendig sein, es offenbart aber einen Denkfehler. Berichterstatter sind keine Teilnehmerfotografen, und umgekehrt! Beiden gemein ist das Interesse an Bildern, nur der Zweck ist jeweils ein grundlegend anderer.

Das könnt ihr so machen, dann müsst ihr halt damit leben später auch alleine dazustehen. Früher oder später wird der dann mal verhindert sein, und alle anderen werden sich dann erinnern wie man sie behandelt hat! Der Ausschluss von Berichterstattern, egal ob gewerblich orientiert oder nicht, bedeutet nichts anderes als gezielte Meinungsmache. Eure Anzeigen in den sozialen Medien mögen hübsch aussehen, sind aber in Wahrheit doch eher Propaganda. Sie zeigen die Welt so wie ihr sie sehen wollt. Nicht immer wie sie ist. Alles „Friede, Freude, Eierkuchen“? Wer’s glaubt. Auch solche Dinge sagen viel über die Vereine und den Sport. Mehr als sich viele bewusst sind. Da verdreht sich die Behauptung, man wolle andere dabei haben, leider rasch in ihr Gegenteil. Da steht dann nicht mehr, man werbe um Teilnehmer oder Mitglieder. Da steht dann unausgesprochen, man brauche Geld!

Nüchtern betrachtet gibt es die Unterteilung in Sportler und Zuschauer nicht! Alle Sportler, die in ihrem Wettkampf gestartet sind, sind davor oder danach bei den weiteren Wettkämpfen nämlich selbst Zuschauer! Das sollte nie vergessen wer hier Schranken zieht und meint, mit Ausschlüssen arbeiten zu können. Es fällt immer auf die Urheber dessen zurück.

Ich möchte hier bevorzugt auf Sportarten wie Radsport, Leichtathletik oder Triathlon eingehen. Vom gestrigen Rennen in Mannheim, das unter 2G+-Bedingungen stattfand, sind in den sozialen Medien inzwischen einige Fotos bekannt geworden, die die Folgen dessen deutlich zeigen. Demnach war es eine Veranstaltung ohne Publikum, und das darf niemanden wundern. War es doch bislang auch schon so dass zu den Rennen nur noch der unmittelbare Anhang der Beteiligten gekommen war werden nun faktisch auch noch diese ausgeschlossen, wenn auch nicht direkt, aber doch durch das Auftürmen weiterer Hürden, die irgendwann nicht mehr im Verhältnis zu dem stehen was man dafür bekommt oder dafür zu bekommen glaubt. Wer da nur auf der Tribüne sitzt ist so weit ab vom Geschehen dass er dieses nicht mehr mitbekommt. Also muss man da auch nicht hingehen. Als Fotograf gleich mal garnicht.

Das ist kein Problem dieser bestimmten Stadt, es ist ein Problem des gesellschaftlichen Umgangs miteinander. Wer seine Mitmenschen als Gefahr für die Allgemeinheit hinstellt macht damit eine konkrete Aussage, die als Gegenreaktion auslöst dass man sich umorientiert. Wo man erklärtermassen oder gefühlsmässig nicht erwünscht ist geht man nicht hin! Dabei genügt es durchaus wenn diese Erklärung nicht wörtlich sondern schlüssig abgegeben wird, wenn bei Abwägung aller Umstände diese Aussage stehen bleibt ohne direkt so ausgesprochen zu werden. Man kann durchaus Botschaften übermitteln ohne diese in Worten zu nennen, und die Botschaft des Sports ist so klar wie das gern zitierte Motto des FC Bayern München: „Mia san mia!“. Euch kann keiner? Abwarten!

Damit durchaus vergleichbar ist das derzeitige Auftreten auf virtuellen Plattformen wie Zwift oder Rouvy. Da gibt es diese dort veranstalteten Rennen als „Event“, zu dem sich Sportler als Teilnehmer eintragen können. Das hat man aber so gemacht dass sonstige Interessierte, selbst die Mitglieder dieser Plattformen eingeschlossen, daran nicht mal als Zuschauer teilnehmen dürfen! Geschlossene Gesellschaften also, die wie Herrenclubs nur für Personen zugänglich sind, die von anderen Mitgliedern eingeladen werden. Eine elitäre Gesellschaft, und genau so kommen sie oft auch sonst daher. Ein geschlossener Zirkel, der Wert darauf legt dass Aussenstehende nicht erfahren was darin vorgeht.

Vielleicht ist es den Veranstaltern garnicht weiter bewusst, was für eine Botschaft sie da ins Land senden. Daran glaube ich aber nicht, denn man hätte bemerken können dass vergleichbares auch schon zuvor bei Rennen der Bundesliga zu bemerken war. Da waren durchaus nicht immer alle erwünscht die daran Interesse gehabt hätten! Worin sich das äusserte? Wer sich über das Rennen informieren wollte und Fragen an den Veranstalter gestellt hat bekam ganz einfach keine Antwort! Oder es wurde nur gegen Presseausweis zugelassen. Die ganz alte Schule. Informiert euch bitte wer warum diesen Presseausweis bekommt und wer warum nicht und ihr erkennt die damit einhergehende Botschaft, die hier nun eure Botschaft ist. Und die ist ausgesprochen deutlich! Mit Können hat diese Karte nämlich herzlich wenig zu tun, sie dient der Vermeidung unliebsamer Beteiligter.

Es ist doch keine Gehässigkeit wenn ich schreibe, dass Blumen und Landschaften die besten Fotomotive seien. Es ist die Zusammenfassung dessen mit anderen Worten. Da meint keiner er stehe über den anderen. Bei euch ist das gerne anders. Da kann es schon vorkommen dass der Vereinsvorsitzende einlädt und der nächstbeste Verbandsfunktionär rauswirft! Was meint ihr wohl wie das wirkt?

Es kann von da her durchaus sein dass ihr nach Corona aufwacht und euch in einer Welt wiederfindet in der ihr alleine seid. Kein Interesse der Bevölkerung mehr an eurem Sport, und kein Interesse mehr der Medien. Selbst zu den Rennen der Liga war bereits seit Jahren ein stetig schwindender Zuspruch der Presse feststellbar. Publikum war offenkundig schon lange unerwünscht. Das wollt ihr nicht glauben? Bisher kam doch immer der Lokalreporter? Möglicherweise war das so, über die Fläche gesehen erlangte das aber schon lange Seltenheitswert. Zu kleineren Rennen kam nämlich keiner.
Hätten die Mountainbiker keinen A. K. sähe es dort schon ebenso aus, denn ausser ihm kommt da kaum noch wer, was auch mit der Stellung der Leute zu tun hat. Er darf alles, andere nichts. Also macht mal schön weiter so, der Volksmund sagt nicht grundlos „Der Krug geht solange zum Brunnen bis er bricht!“

Eure Botschaft an das Volk ist deutlich: Brauchen wir nicht, wollen wir nicht, geht auch ohne! Ihr werdet bekommen was ihr euch da wünscht! Mit allen Folgen!

Habt ihr schon mal darüber nachgedacht wer euch Genehmigungen erteilt wenn ihr öffentliche Wege gesperrt haben wollt oder private Grundstücke mitnutzen müsst? Das sind die Besitzer, nicht irgendwelche anonymen Behörden. Habt ihr schon mal nachgedacht wer eure Rennen bezahlt? Das sind die Sponsoren, nicht irgendwelche anonymen Geldgeber! Wenn ihr früher oder später bei diesem arroganten Verhalten das alles nicht mehr habt gehen bei euch die Lichter aus, und wie sich diese Personen euch gegenüber verhalten hängt sehr davon ab wie die öffentliche Meinung zu eurem Sport ist.

Ihr habt durch euer Verhalten selbst in der Hand wie sich das entwickelt, und ob es immer weitere Wegesperrungen geben wird oder ob Trails gebaut werden. Woher kommt es denn wenn Straßenrennen in einem abgelegenen Industriegebiet stattfinden müssen? Es gab Zeiten wo die Bürgermeister ganz selbstverständlich den Marktplatz dafür sperren ließen und Widerspruch dagegen nicht laut wurde.

Es kommt genau da her. Wer seine Mitmenschen als Gefahr für die Allgemeinheit hinstellt und deutlich macht dass er das Volk garnicht dabeihaben will hat seinen Kredit verspielt!