Organisationsversagen!

Viele werden es nicht hören wollen. Dennoch gibt es Dinge, die gesagt werden dürfen, und müssen!

Es ist nicht nur mein Eindruck, dass derzeit in unserem Land einiges schief läuft!

Wundert ihr euch auch, warum es mit dem Impfen so langsam voran geht? Wer gestern die Nachrichten verfolgt hat dürfte sich nicht mehr wundern, und deshalb habe ich diesen Beitrag auch mit „Organisationsversagen“ betitelt. Drei Stunden habe man anstehen müssen, und es sei erfreulich dass die Wartezeit dann doch nur zweieinhalb Stunden betragen habe! Hört, hört!

Was bitte ist daran erfreulich? Drei Stunden in einer Reihe mit allen möglichen anderen Personen zu stehen, darunter gewiss auch einige Positive, führt mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zu Unwohlsein, wenn nicht gar zur Ansteckung! Da müsste man für die, die sich ihre „Booster“-Impfung holen wollen, schon eine weitere Reihe aufmachen und sie von denen trennen, die sich erst jetzt überhaupt impfen lassen wollen. Nicht weil es Menschen erster, zweiter oder dritter Klasse seien, sondern weil es dann für alle schneller geht. Wer schon zweimal geimpft ist hat auch nach einem halben Jahr einen besseren Selbstschutz als jemand ohne Erstimpfung.

Fakt ist auch, dass die arbeitende Bevölkerung, die bis nachmittags arbeitet, unter solchen Bedingungen schlichtweg nicht genug Zeit hat. Die hier bekannten Impfstellen – das dürfte für Tests kaum anders sein – schließen um 16 Uhr. Das ist also genau dann, wann die überwiegende Mehrheit von der Arbeit kommt und sich theoretisch anstellen könnte. Davon abgesehen unterstellt wer das gut findet, dass jedermann ansonsten nichts zu tun habe. Das ist schlichtweg unzutreffend.

Würde man damit wirklich effektiv umgehen wollen wäre es meiner Meinung nach Sache der Gesundheitsämter, die Impfkampagne zu organisieren, zentral zu verwalten und ohne wenn und aber durchzuziehen, und sage mir bitte niemand dafür hätte man kein Personal. Wenn die Not wirklich so groß ist wie man sagt könnte man dafür die Armee heranziehen, und da sind solche Vorgänge lange eingeübt. Es gibt die Sanitätskompanien, und das ist auch gut so.

Ja, ich plädiere für eine allgemeine Impfpflicht, und für ein dem gleichgestelltes Attest für alle die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können! Zentral organisiert und durchgeführt sollte das binnen vier Wochen für alle möglich sein. Wir werden dann sehen ob es wirkt. Das Risiko für die Regierung ist dabei, dass bei Fehlschlagen dieser Massnahme offenbar würde, dass das ganze derzeit gebaute Kartenhaus in sich zusammenfallen würde!

Wer sagt, der Impfstoff sei wirksam und ohne wesentliche Nebenwirkungen, der muss auch sagen, dass man ihn anwenden muss. Muss, nicht kann! Anders werden wir die Welle nicht brechen. Nennt es von mir aus Impfpflicht, es ist nun mal so. Was andere Länder da machen ist mir gleich, wir müssen jetzt und hier zu Potte kommen!

Wie selbst erlebt ist es derzeit quasi unmöglich, an einen Termin zu kommen! Die Hausarztpraxis geht schon seit Monaten nicht mehr ans Telefon, da läuft nur noch ein Ansageband. Spricht man persönlich vor redet man sich mit Überlastung heraus. Das mag zutreffen, hilft aber dem Ding nicht ab. Wenn es Patienten nicht mehr möglich ist, ohne mit der Tür ins Haus zu fallen und persönlich bei der Praxis aufzuschlagen und nicht mehr zu gehen bis man hat was man braucht, ein Folgerezept bei laufenden Behandlungen oder einen Termin zur Nachuntersuchung zu erhalten, ist die Gesundheitsfürsorge nicht mehr gegeben.

Was garantiert nicht hilft ist, seine Mitbürgerinnen und Mitbürger unter Pauschalverdacht zu stellen. Jede/r, der das Gegenteil nicht beweisen könne, sei verdächtig ansteckend zu sein? Ja, natürlich ist das potentiell denkbar, aber was wäre denn die Konsequenz daraus?

Man müsste dann bitte auch dazu sagen, es gäbe allgemeine Ausgangsverbote rund um die Uhr, und das kann allen klar sein funktioniert nicht. Papier ist geduldig, die Realität hat eigene Gesetze.

Ich habe in den letzten Tagen und Wochen verschiedentlich Andeutungen in dieser Richtung gehört, und das nicht nur aus Kreisen, die der Angst verdächtig sind. Das rationale Denkvermögen scheint bei einigen abhanden gekommen zu sein! Bei anderen scheinen heimliche Gelüste auf Machtausübung durch. Wieder andere offenbaren, den Begriff des Hausrechts nie wirklich verstanden zu haben. Dazu sage ich eins: Das Hausrecht ist ein Ordnungsrecht. Es erlaubt, Störer vom Platz zu verweisen. Es erlaubt aber nicht, vorsorglich alle und jeden dessen zu bezichtigen. Kleiner Unterschied, große Wirkung. Im Grunde genommen geht es hier um die Frage, was diese Gesellschaft eigentlich ist. Eine lebendige Demokratie, die auch damit lebt dass einzelne sich nicht nach der Mehrheit richten wollen, oder eine verkappte Diktatur, die sich nur den schönen Schein einer Demokratie gibt.

Hundertprozentige Sicherheit wird man mit keiner Maßnahme erreichen, und sei diese noch so rigide. Folgsamkeit aus Angst ist nicht zielführend. Wir brauchen Folgsamkeit aus Überzeugung! Ängste sind irrational und bringen einen auf die Couch!

Was jetzt hilft ist nur, mit nachvollziehbaren Massnahmen zu versuchen, möglichst viele ins Boot zu holen. Man hat fast zwei Jahre versäumt, Ursachenforschung zu betreiben, sonst wüsste man jetzt wo die Wurzel des Übels liegt und könnte genau da ansetzen. So fischt man weiter im Trüben und regt sich darüber auf dass die Massnahmen nicht wirken!

Was also tun? Ich kann hier nur sagen, wie ich bestimmte Dinge sehe, und das ist keinesfalls allgemeinverbindlich.

Zum einen brauche ich weder Bars, Clubs, Diskotheken oder andere ähnliche Orte zum Leben. Da es sowas bei uns „auf dem Lande“ nicht gibt habe ich frühzeitig gelernt ohne auszukommen. Zur absoluten Not vorübergehend auch keine Volksfeste, Weihnachtsmärkte und dergleichen, die im Grunde genommen ihre Traditionen längst aufgegeben haben und zu reinen Fress-und-Sauf-Ereignissen verkommen sind. Natürlich haben diese Betreiber das gleiche Recht auf Existenz, nur sind wir derzeit (seit zwei Jahren!) in einer Krise und müssen darauf reagieren. Die Sockenverkäufer können beispielsweise ohne erheblichen Aufwand einen Onlineshop eröffnen und werden damit auf Dauer vermutlich bessere Geschäfte machen als einmal jährlich in drei Wochen. Aber ich brauche Bäcker, Metzger etc. und um nicht völlig verrückt zu werden auch Gesellschaft. Gerne mit Abstand, wo nötig mit Maske, aber unter freiem Himmel wo immer es geht. Das dürfte anderen nicht anders gehen.

Nun schreibt der heute stattfindende Darmstadt-Cross unter den Zutrittsbedingungen, den Innenraum – was auch immer das da sein soll – dürften nur Sportler, Betreuer, Funktionäre und Medienvertreter betreten, wobei sich in wenigen Stunden zeigen wird wen man dort unter Medienvertretern einordnet. Wieder nur die „gelisteten“ Verbandsfotografen, oder auch Leute wie mich? Wir werden es sehen. Ich habe mich nicht vorab angemeldet, zum einen weil ich derzeit aufgrund der sich ständig ändernden Bedingungen nicht weiter als bis zum nächsten Ereignis planen kann, zum anderen weil ich selbst nicht weiss wie sich mein Gesundheitszustand entwickelt und ob ich in drei Tagen immer noch gesund sein werde. Ich möchte wie gesagt selbst niemanden gefährden und mich dann allfällig an Absprachen gebunden sehen die ich dann womöglich nicht einhalten kann. Das ist die Kehrseite dieser Medaille, die die Veranstalter auch berücksichtigen müssten wenn es ihnen um die Sache an sich geht. Absolute Sicherheit ist mit dem aktuellen Vorrat an Möglichkeiten so oder so nicht machbar. Sogar ein negativer Test kann nicht 100%ig garantieren dass nicht innerlich doch das Virus schlummert!

Es geht mir nicht darum, auf Teufel komm raus einen Beitrag zu schreiben. Bilder verkaufe ich eh nicht. Das Scheinargument der vermeintlichen Konkurrenz zieht also nicht! Aber ich möchte gerne wissen wie die Geisteshaltung mancher Leute ist, ob es wirklich um Gesundheitsschutz geht oder nur darum, Macht auszuüben!