Darmstädter Martinslauf

Memory Fields. Ein Baseball-Stadion ist ein ungewöhnlicher Ort für eine Hessenmeisterschaft im Straßenlauf. An der Ausfallstraße Richtung Pfungstadt gelegen und ohne eine nennenswerte Anzahl an Parkplätzen in der Umgebung gibt es dort noch weitere merkwürdige Besonderheiten.

Wenn ich über den heutigen Tag ein Resumee ziehen soll fiele mir als bildhaftes Beispiel am ehesten Studentenfutter ein, die bekannte Mischung aus süßen Sultaninen – und mitunter ranzigen Nüssen!

Giuseppe Troia ist in der südhessischen Laufszene bekannt für gut organisierte Veranstaltungen. Heute war es ein Wendepunktkurs in einem Darmstädter Konversionsgebiet neben einer aufgelassenen ehemaligen amerikanischen Kaserne, und den Amerikanern verdanken wir auch Baseball, eine Sportart, die sich selbst auf den Arm nehmen kann. Da stand am Spielfeldrand ein Schild, wie man es seiner Art nach sonst eher weniger findet. Baseball meets Telekom-City. So könnte man es auch nennen, und es wäre nicht völlig falsch.

Bevor ich zum sportlichen Teil komme noch kurz eine Frage: Sind die Funktionäre des Hessischen Leichtathletikverbands „Fachidioten“? Ich möchte niemandem nahe treten, aber wissenschaftlich ist ein „Fachidiot“ jemand, der ausserhalb seines Fachgebiets absolut nicht weiss was Thema ist! Wer als Funktionär kurz vor dem Zieleinlauf versucht, die Fotografen wegzuschicken sollte eigentlich von seinem Pressewart zusammengefaltet werden! Sein Verhalten zeigt, dass Öffentlichkeitsarbeit für den Verband wohl keinerlei Rolle spielt, dabei hängt bekanntermaßen Öffentlichkeit eng mit Sponsoring zusammen, und ohne Knete keine Fete. Das kann da jeder wissen.

Von da her hätte ich mir das Leben heute Abend denkbar leicht machen können. Dann hätte dieser Artikel genau einen Satz enthalten. Ihr wollt nicht? Ich muss nicht! So einfach sind die Dinge aber nicht. Wir hatten aber seinerzeit in Pfungstadt Vergleichbares. Der Verein hatte eingeladen, der Starter rausgeschmissen. Damals durfte nur der Vereinsfotograf, diesmal führte man wohl verdeckte Listen mit angenehmen Fotografen, und wer da nicht draufstand …

Wenn man wünscht dass sich interessierte Fotografen bei einer Hessenmeisterschaft vorab beim Verband anmelden dann kommuniziert das bitte auch so! Das habt ihr nicht getan, also überstrapaziert bitte nicht die Geduld der Interessierten, sonst habt ihr bald nichts mehr was ihr wegschicken könntet! Dieses Ereignis gibt erneut Anlass zu der Frage, ob es sich noch lohnt, öffentliche Veranstaltungen zu besuchen, wenn man nicht ausdrücklich hingeschickt wurde. Interesse wird nicht belohnt!

Gleich am Morgen bei der ersten Besichtigung des Kurses wurde ich mit Martin (dem „Laufschwein“) verwechselt, später dann für Raphael gehalten. Der kam auch, aber erst um halb Eins. Der 5-Km-Lauf startete um 11. Zwei Runden waren da zu laufen, und der Sieger, Tristan Kaufhold vom SSC Hanau-Rodenbach, war nach rund einer Viertelstunde im Ziel. Seine Zeit: 15:55 Minuten.
So suchte man vorab nach Fotografen, und fand keine. Die auf der Liste waren (noch) nicht da, ich war da, stand aber nicht auf der Liste. Große Verwunderung! Mit seinem Verhalten hat der Funktionär bewirkt dass ihr an meine Bilder nicht mehr dran kommt, lieber HLV. Wer nicht will der hat schon!

Dann begann das lange Warten, bis die Einspruchsfrist vergangen war und die Siegerehrung (endlich) stattfand. Dieser Lauf enthielt auch die Hessenmeisterschaften der Jugend, die älteren Jahrgänge liefen am Nachmittag die doppelte Distanz über vier Runden oder zehn Kilometer. Dabei gab es einige Überraschungen, und manch einer mühte sich sichtlich, im Vorfeld sein Licht unter dem Scheffel zu halten.

Allen vorweg lief Marc Tortell. Der Läufer vom Athletics Team Karben hatte es eilig, und lief das Feld in Grund und Boden. Das Ergebnis könnt ihr hier nachlesen. 30:43 Minuten standen am Ende für ihn auf der Uhr. Der Zweite im Ziel, der Breidenbacher Lorenz Rau, brauchte für die Strecke nach diesem Protokoll fast eine Minute mehr.

Ebenso überrascht tat danach ein Triathlet aus Trebur. Robin Schüssler gewann die U20. Nach eigener Einschätzung hätte er bestenfalls Vierter werden dürfen. Radeln kann er, wie wir jetzt wissen auch Laufen – also ist jetzt sein Schwimmtrainer gefordert, und wir werden kommendes Jahr Resultate sehen.

Bald darauf ertönte in Zielnähe ein Schrei! Simone Raatz war ins Ziel gekommen, und freute sich als hätte sie im Lotto gewonnen.

So liegen hier wie da Freud und Leid eng beisammen, und wo sich wer freut liegen andere am Boden. Im Wortsinn.

Mehr als 1000 Fotos müssen entwickelt werden bevor ich sie euch zeigen kann. Mehr dann in einigen Tagen in der Bildersammlung.

Nachtrag vom 17.11.2021:
Mittlerweile kann ich mich des Eindrucks nicht mehr erwehren, dass die Aktion des Funktionärs möglicherweise einem altbekannten Muster folgte, nämlich die „gelisteten“ Fotografen des Verbands vor vermeintlicher Konkurrenz zu schützen! Vergleichbares hatten wir in der Vergangenheit mehrfach. Das ist also kein Hirngespinst. Infolge dessen werde ich gerne auf die Veröffentlichung meiner Aufnahmen verzichten! Ihr erntet was ihr sät! Anders ausgedrückt: Wer nicht will der hat schon. Schaut zu wo ihr Fotos her bekommt. Ich fühle mich rückblickend verbandsseitig unerwünscht! Warum sonst habt ihr mit dem Namensabgleich so einen Auftrieb gemacht? Ja, da wollte plötzlich einer wissen wer wer sei. Dadurch kam die Sache mit der Liste ja ans Licht!