Winterlaufserie Jügesheim, 1. Lauf

RODGAU – Unter der Vorgabe von 2G fand heute im und um das Jügesheimer Maingau-Energie-Stadion der erste von vier Läufen der aktuellen Winterlaufserie statt. Die weiteren werden voraussichtlich im Monatstakt folgen.

2G – was heisst denn das? Es heisst im Klartext dass nur Geimpfte und Genesene daran teilnehmen durften, und ich sage hier auch deutlich warum ich das nicht für zielführend halte. Es war aber die Folge aus den Anordnungen der Behörden, der Verein hatte keine Wahl. Die schrieben ja sogar Masketragen am Start und auf den ersten 50 Metern des Wettbewerbs vor, als ob das unter freiem Himmel zu irgendwas anderem führen würde als zu einer Müllhalde. Da wäre es sinnvoller in der Startaufstellung die 2 Meter Abstand zu halten und erst unmittelbar vor dem Startschuss zusammen zu kommen. Platz ist genug da. So haben die Fotografen aussagekräftige Bilder der anderen Art.

Will man wirklich wissenschaftlich argumentieren und daraus keine Hexenjagd machen muss man zwei Dinge eindeutig trennen. Zum einen: die Impfung gegen Covid-19 schützt zu 60-80% vor schweren Verläufen der Krankheit. Das ist sinnvoll und darum auch zielführend im Sinn, eine Überbelastung der Krankenhäuser zu vermeiden. Zum anderen: die Impfung mache immun. Letztere Hoffnung ist Grundlage der 2G-Regel, die unterstellt dass die Weitergabe des Virus durch Geimpfte nicht wahrscheinlich sei. Diese Hoffnung wurde aber bereits enttäuscht und darf als wissenschaftlich widerlegt betrachtet werden.

Genau das aber ist hier das Problem. Warum? Ich möchte hier nicht erneut den Treppenwitz bringen nach dem eine Wahrscheinlichkeit von 50% nichts anderes als der pure Zufall sei, aber es ist doch so: die genannte Wahrscheinlichkeit für Schutz liegt je nach Impfstoff bei 60-80% und sagt doch real nichts anderes aus als, dass unter 100 Leuten zwischen 20 und 40 potentielle Virenträger sind! Das muss nicht so sein, aber es kann. Damit will ich niemandem nahe treten, das sind die blanken Zahlen! Wer das nicht glaubt frage die Spitäler, jeder Impfdurchbruch bestätigt meine Annahme und ist einer zu viel. Bei 200 Startern sind also theoretisch im schlechtesten Fall bis zu 80 Virenträger im Feld. Das ist kein Pappenstiel und stellt in Zahlen die Sinnlosigkeit des Ausschlusses von „nur Getesteten“ dar, weil die Wahrscheinlichkeit dass auch Getestete gesund sind doch um einiges höher liegt. Ich will hier nicht von Erkrankten reden, man kann Virenträger sein ohne selbst zu erkranken, aber es genügt vermutlich um andere anzustecken! Das ist doch hier des Pudels Kern! Man kann nicht aus dem Impfstatus auf den Gesundheitsstatus schließen, was man da aber tut.

Es sind also zwei grundverschiedene Dinge. Zum einen die Impfung, um die Fallzahlen zu drücken, und zum anderen der so herbeigeführte Ausschluss von rund einem Drittel der Bevölkerung! Über mögliche Gründe, warum die nicht geimpft sind, muss hier nicht diskutiert werden, denn für die hier genannte Frage spielt das keine Rolle. Darunter sind ja auch alle die, die nicht geimpft werden können! Es ist der Versuch, Ansteckungen im Starterfeld zu vermeiden. Dieser aber beruht auf einem Zirkelschluss, eben der Annahme, die Impfung führe zu Immunität. Das ist nicht meine Meinung, das kann man öffentlich nachlesen. Google ist dein Freund, du landest bei seriösen Quellen. Man muss nur ein wenig mitdenken was Professoren und Ärzte da so sagen. Zur Erinnerung: Ein Zirkelschluss entsteht wenn man das gewünschte Ergebnis der Betrachtung bereits vorab voraussetzt. Das aber ist wissenschaftlich höchst unseriös.

So kam denn auch was da wohl kommen musste. Laut Ausschreibung hätten in der Serie 350 Personen und zusätzlich noch 100 Tagesstarter teilnehmen können. Schätzungsweise gekommen sind dann 100 weniger. Insgesamt rund 350, darunter 80 Tagesstarter. Vielleicht lag das auch an der langen Pause. Wir erinnern uns. Vor drei Jahren kam ein Sturm, im Jahr darauf war der Wald kaputt und wurde umfangreich aufgeräumt, letztes Jahr dann Corona. Seit 18 Monaten gab es da keinen Lauf mehr. Jetzt ist 2021, und bis 30 Minuten vor dem Start sah es dringend nach einer Pleite aus. Es war nämlich kaum wer da! Dann aber kamen sie langsam aus den Löchern gekrochen.

Der Start erfolgte um 15 Uhr, und als sie alle zum Tor hinaus waren begann das große Aufräumen. Dem Gebot der Behörde, am Start Maske zu tragen, folgten nicht sehr viele. Wirft man die Maske wie verlangt nach dem Start weg hat man keine mehr im Ziel, wo vielleicht Abstände nicht eingehalten werden können. Trägt man sie mit sich wird sie vom Schweiss nass und damit unbrauchbar. Dennoch war die Laufbahn danach stellenweise eine Müllhalde wie die meisten Rastplätze hinter den Büschen, und es ist nicht gerade zuträglich dass das Amt von Helfern ohne Schutzkleidung erwartet Masken wegzuräumen, die möglicherweise doch kontaminiert sein können.

Während andere Veranstaltungen an Fotografenmangel leiden waren wir da zu viert. Zwei Fotografen von der Presse, einer vom Veranstalter, und meine Wenigkeit. Bilder gibt’s dann in der Galerie. Es wirkt eben doch, auf Augenhöhe mit seinen Mitmenschen umzugehen statt von oben herab wie andere das tun.

Gelaufen wurde wieder die traditionelle Strecke durch den Wald, wie sie früher vor dem Orkan auch schon gelaufen wurde. Verlaufen konnte man sich eigentlich nicht, das Sägemehl war unübersehbar. Eine dreiviertel Runde im Stadion, durch das Tor hinaus, und dann das große P.

Mit dem Wetter hatte man ein Riesenglück. Während die Rheinebene im Nebel versank klarte es östlich von Darmstadt auf, und im Rodgau schien die Sonne, auch wenn die Temperaturen kaum über 10°C hinaus kamen und ein zeitweise frischer Wind zusätzlich für Abkühlung sorgte. Sah man den Jungs und Mädels danach ins Gesicht stand fest: Laufen ist anstrengend. Trotz der kühlen Witterung waren sie alle schweissnass.

1. des Tages: Björn Dollmann

Zur Mitte des Rennens verkündete der Sprecher Tobias Erbacher als Führenden mit 20 Sekunden Vorsprung. Der 10-Kilometer-Lauf dauert gewöhnlich eine gute halbe Stunde, auch heute lag die Siegerzeit bei 32:35 Minuten. Allerdings hatten sich auf dem Rückweg die Reihenfolge und die Abstände doch etwas geändert. Der Sieger hiess denn Björn Dollmann, kommt aus Wiesbaden und liess damit Tobias Erbacher hinter sich. Dritter wurde Robert Unger vor Robin Schüßler. Sie alle sind Sieger, nämlich ihrer Altersklassen M40, M30, M35 und U20. Der Fünfte gewann die Männer-Hauptklasse und heisst Fabian Sposato. Mit Franziska Baist folgte auf Gesamtrang 11 die beste Frau des Tages. Das Ergebnis ist hier.

Die nächsten Termine sind am 4.12.2021, 8.1.2022 und das Finale mit Siegerehrung am 5.2.2022. Da gibt’s wohl wieder Mini-Schuhe als Pokale, sofern nicht wieder irgendein Bürokrat auf dumme Ideen kommt.