DGWR-CX #4

Ein Männlein steht im Walde? Nicht ganz. Einmal handelte es sich gestern Vormittag nicht nur um ein Männlein, schon garnicht um einen Fliegenpilz, sondern um eine bunte Truppe in halber Kompaniestärke, zum anderen stand da keiner rum, sondern fuhr crossen. Was stimmte war der Ort – der Frankfurter Stadtwald zwischen Schwanheim und Flughafen.

Im weiteren Wortsinn zählt auch Radsporttraining zur Freizeitgestaltung, wenn auch den Schweißausbrüchen zufolge nicht immer zur Erholung, deren Zweck unter anderem ein Stadtwald ist.

Leider sehen das nicht alle so, allen voran die Gassigeher und Pferdeliebhaber. Darunter sind ja einige die meinen nur sie dürften was und alle anderen bräuchten für alles andere deren Genehmigung. Dazu muss man ganz deutlich sagen: das ist ein Irrtum! Der Wald ist für alle da, und da wo andere Holz ernten können anderthalb Dutzend Radfahrer kaum was kaputt machen, selbst wenn sie sich nicht immer ganz genau an Wege halten.

Diese Wege haben es in sich, besteht der Untergrund dort doch vor allem aus – Sand. Das beste Beispiel für ein Gelände, das sich für Übungen dieser Art ganz hervorragend eignet und auch schon mehrere derartige Unterfangen gesehen hat. Die Stelle ist nicht unbekannt, sind in der Umgebung doch alle wesentlichen Einrichtungen gegeben. Ein Parkplatz an einer nahe gelegenen Straße, der Schwanheimer Bahnstraße, neben einer großen Lichtung im Wald, die eher eine große Gabelung von fünf Wegen ist, neben Bänken ebenda. Da kann man sich gut ausruhen, was die meisten aber garnicht vorhatten. Die Bänke dienten eher als Gepäckablage, was naturgemäß prompt den Argwohn anderer Spaziergänger hervorrief.

Stadtluft macht frei, hieß es früher. Heute muss man sagen: Stadt macht anonym, und egoistisch! Können sich die Leute nicht einfach mal um ihren Kram kümmern?

Es kann doch nicht so besonders sein wenn da Leute auf Rädern die Wege benutzen und ein Fotograf Bilder macht? Davon, aber nicht nur davon. Die Bilder seht ihr nebenan in der Galerie. Leider ist es garnicht so einfach, die Fotos so zu machen dass nicht irgendwer es als Vorwand für wildeste Spekulationen nimmt! Siehe oben.

„Die machen den Wald kaputt!“ Nicht mehr oder weniger als andere auch!

Die Zeit war mit Bedacht gewählt, durfte man um elf Uhr doch annehmen dass sich die meisten in der Küche befanden und ihr MIttagessen zubereiteten. Waren es anfangs nur wenige, wurden es im Lauf der Zeit doch erheblich mehr, so dass man zur Startzeit von einem guten Zuspruch reden konnte. Radfahrer ebenso wie Gassigeher und Reiter. Von da her war die Annahme dass es um diese Zeit eher ruhig sein werde wohl ein Irrtum.

Das Wetter war gut. Nicht zu warm und – noch – trocken, auch wenn sich der Himmel allmählich zuzog. Nach dem Start zog sich das Feld rasch auseinander. Linkerhand am Wasserwerk vorbei ging es einen Sandweg hinauf auf die Düne. Man würde den baumbestandenen Sandhaufen wohl so nennen wenn man an der See wäre, und nicht allzu weit entfernt gibt es tatsächlich ein Freizeitgelände, das sich ausdrücklich so nennt. So sind wir hier zwar im tiefsten Binnenland, aber die Landschaft mutet doch irgendwie nach Ostsee an.

Das Ganze dauerte eine gute dreiviertel Stunde, dann war erstmal wieder Ruhe, auch wenn die ganze Aktion keinen großen Lärm erzeugte, von Rufen abgesehen. Die waren auch nötig, um vor Hindernissen zu warnen, die nur der erste sehen kann wenn man in der Reihe fährt. Kein Ghettoblaster, keine Lautsprecher, keine Musik. Die war auch garnicht nötig.

Zum Abschluss gab es Kekse, bevor ich nach Darmstadt weiter gefahren bin. Dort war am selben Tag der dritte Lauf zum MTB-RheinMainCup, und was dort vor sich gegangen ist wird Thema eines anderen Artikels sein.