Am grauen Stein

Ein Stein liegt im Wald! Soweit nichts Ungewöhnliches, hätte dieser Stein in einem Wald bei Bremthal nicht das Format eines Einfamilienhauses.

Nach einer einwöchigen Pause war gestern Abend mal wieder Crosstraining angesagt. Dazu überschritten rund ein Dutzend Leute die Wiesbadener Stadtgrenze und suchten vorgenannte Stelle auf. Dort konnte man zwischen duster und siehstmichnicht auch unter Beachtung gewisser Regeln tun, was anderswo schwierig gemacht wird.

Der Wetterbericht hatte leichte Schauer angesagt, doch bald nach 18 Uhr verwandelte sich der Wald unter diesem Wasserrohrbruch in eine Seenplatte. Die Bilder dieses Abends können daher nur ein Kompromiss sein zwischen dem was bei optimalen Bedingungen ginge und dem was man Arche-Noah-Prinzip nennt: Rette sich wer kann! Es war ein Wunder dass der Schirm den Wassermassen standgehalten hat und der Abend nur mit einer nassen Hose endete.

Unter dem Regen zog im Wald bald Nebel ein, ein gespenstisches Szenario. Währenddessen kamen immer wieder Radfahrer aus eben diesem Nebel und die üblichen Gassigeher waren überrascht, nicht alleine da zu sein. Wer sonst ging bei diesem Wetter in den Wald?

Gehen war da wohl auch das falsche Wort, durfte man doch genauso gut von Schwimmen sprechen.

Dass Radcrosstraining auch unter solchen Umständen möglich ist zeigen diese Sportler Woche um Woche, wenn auch teilweise unter „grauen“ Bedingungen. Wo kein Kläger da kein Richter! Sportdeutschland möchte Medaillen, aber nichts dafür tun, und wo eine Elite gefördert werden soll muss eine solche erst mal entstehen. Dazu braucht es Nachwuchsförderung, die in unseren Breiten in den Vereinen nur mehr schlecht als recht funktioniert. Schuld daran sind teilweise die Genehmigungsbedingungen der Behörden, unter denen zwar die Forstwirtschaft mit dem Harvester in den Wald darf, aber ein Fahrrad der Untergang des Abendlands sein soll.

Also nehmen die Leute das Heft des Handelns selbst in die Hand und tun was getan werden muss.