Die Nächste bitte!

Kreisverkehr der anderen Art gab es gestern Abend bei schönstem Sonnenschein zum dritten Mal binnen vier Wochen auf der Darmstädter Radrennbahn. Es war Tag der Zeitfahren.

Für Laien optisch nicht unbedingt spannend haben es auch diese Wettbewerbe in sich, nämlich für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die bis zuletzt nicht wissen wie sie ihre eigenen Leistungen einzuordnen haben. Die Ergebnisse kennt nur der Wettfahrausschuss, also die Jury.

Einfallsreich darf man das nennen, was da ab 18 Uhr bis zum Anbruch der Dunkelheit stattgefunden hat. Eine Runde mit stehendem Start, eine Runde mit fliegendem Start. Was ist da nun der Unterschied? Im ersten Fall wird man festgehalten und fährt aus dem Stand los, im zweiten fährt man eine Runde extra, hat dafür an der Startlinie bereits die volle Geschwindigkeit. Gewertet wird wie schnell jemand die 333 Meter zurücklegt, wobei man das Rad und sich selbst erstmal beschleunigen muss. Einmal eine Frage der Masseträgheit, ist das andere eine der Kraftmeierei. Man muss nur hinhören, mit welchen Nebengeräuschen bei manchen die Beschleunigung von statten geht. Daneben gibt es noch ebensolche Wettbewerbe über andere Distanzen, auch abhängig vom Alter der Teilnehmer.

Interessant auf seine Art waren da die 1000 Meter, das sind drei Runden auf dieser Bahn. Die Entscheidung fällt in der letzten Runde, wenn der Akku leer wird. Sauer macht lustig, nur nicht wenn es Laktat ist.

So verging die Zeit, und je später der Abend desto illustrer die Gäste. Sang da wer ein altes Kinderlied? „Der Mond ist aufgegangen …“ Zuschauer gab es also auch.

Als es dann schon fast dunkel geworden war kam dann zum Abschluss nochmal Freude auf, beim Punktefahren über 50 Runden nämlich. Auf dass die Bahn voll werde, fuhren da alle Klassen gemeinsam gegeneinander, die Masters gegen die Junioren wie zuvor beim Ausscheidungsfahren die Frauen mit den U17. Dieses merkwürdige Rennen war schon vor Start entschieden, weil nur ein Junior und zwei Frauen am Start standen. Die Regeln sind da eindeutig, und so waren auch die Ausscheidungsrennen ziemlich kurz. Da scheidet ja alle paar Runden der/die Letzte im Feld aus bis nur noch zwei übrig sind. Sind nur wenige da geht das ziemlich schnell, ebenso wie es sonst bei reger Beteiligung länger dauert.

Bahnradsport kann interessant sein, wenn man weiss worum es geht. Wer das nicht weiss und auch nicht wissen will bleibt da besser zuhause. Das ist ähnlich wie bei Baseball, kaum ein Europäer wird die Regeln des Spiels aus den Staaten je verstehen.

Welchen Stellenwert diese Rennserie hat zeigt sich daran, wer da alles Woche um Woche angereist kommt. Da ein Teilnehmer im Trikot von Lotto-Kernhaus, da zwei aus Melsungen, neben natürlich allerlei Lokalkolorit aus Frankfurt, Reinheim, und eben Darmstadt selbst.

Am Rande all dessen gab es für einige dann auch noch andere Erkenntnisse.
„Nein, ich werde nie im Leben eine freie Rolle brauchen!“ Nicht viel später klang das dann doch etwas anders: „Kann mir mal wer helfen?“ Der junge Mann betätigte sich da erstmals in seiner Karriere als Bandgenerator, wer der Bitte nachkam bekam erst mal einen Stromschlag! Er hatte sich beim Fahren auf der Rolle statisch aufgeladen. Im Lauf des Abends erwies sich das Sportgerät dann als Suchtmittel, bekam man ihn doch kaum noch von der Rolle runter!

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EDIT: Inzwischen weiss ich dass Windows die Videodateien der A1 nicht öffnen kann! Es kennt den nötigen Codec nicht. Komischerweise hat mein Mac dieses Problem nicht, der steht aber im 1. Stock und damit zur Bürozeit außer Reichweite. CUL8R, Ally Gator.

Im Übrigen danke ich für die Mitteilung, dass meine Bilder nicht mehr benötigt werden. Ich lese auch auf Facebook, Instagram & Co. mit und sehe wer da was postet. Handy ist gleichbedeutend mit schneller. Das wiederum ist gleichbedeutend damit, dass ich mir die Mühe und die Arbeit sparen kann. So sei es.

Noch was: Es gibt Zeitgenossen, die im Zusammenhang mit Sportveranstaltungen anfangen, von Menschenmassen zu reden und von Abstand etc.  Denen sage ich mal ganz einfach Folgendes: Wenn sich auf einem Fussballplatz, der inmitten der Radrennbahn Platz findet, 22 Menschen aufhalten von einer Massenveranstaltung zu reden ist, als wenn man in der Sahara ein Meer sucht, weil da eine Oase ist! Macht euch nicht lächerlich! Gestern waren 21 Sportlerinnen und Sportler zugegen, dazu noch eine Handvoll Betreuer. Da kann man jederzeit „Abstand halten“. Wer Angst hat kann ja daheim bleiben. Langsam ist’s mal wirklich gut!