Corona und der ÖPNV

Foto: Symbolbild

Interessante Erkenntnisse brachte dieser Tage eine Frage an die Deutsche Bahn in den sozialen Medien – und die Antwort darauf!

Die regierungsamtliche Vorstellung, wie die Ausbreitung von Corona vermieden werden kann, darf durchaus im wesentlichen auf die AHA-Regeln reduziert werden. Hände waschen, Abstand halten, Maske tragen.

Nun gibt die Bahn für ihren Fernverkehr an, wie ausgelastet die Fernzüge sein werden. Das soll helfen, in den Zügen den nötigen Abstand einzuhalten. Grau ist alle Theorie!

Warum? Auf Nachfrage wird erklärt, dass es sich um Prognosen handelt. Im Klartext, da geht überhaupt nicht draus hervor wie voll es wirklich wird, wie man es aus Erfahrungswerten nach 1,5 Jahren durchaus hätte wissen können. Das scheint garnicht weiter zu interessieren. Man nimmt da wohl nur die Daten, wie viele Plätze reserviert worden sind, denn es heisst auch in der Antwort, genauere Angaben seien nicht möglich. Man hat also in anderthalb Jahren nicht wirklich untersucht, wie Prognosen und Realität zueinander passen!

Nun kann aber jedermann ohne Platzkarten in den Zug einsteigen. Die wahre Belegung liegt also höher. Das kann durchaus dahin führen, dass angeblich „gering ausgelastete“ Züge in Wirklichkeit brechend voll sind, dann nämlich wenn viele Spontanreisende unterwegs sind, oder der Zug davor ausgefallen ist, was aus Erfahrung garnicht mal so selten vorkommt.

Es liegt also durchaus im Bereich des Möglichen, dass man – Masken hin oder her – stundenlang ohne jeden Abstand mit fremden Menschen zu tun hat, die nicht getestet oder geimpft sein müssen. Wenn man Pech hat sitzt einem da ein Superspreader unmittelbar gegenüber, und da wagt es die dafür mitverantwortliche Regierung wirklich noch, die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel zu empfehlen? Das Risiko, sich in der Öffentlichkeit Krankheitserreger einzufangen, besteht ja nicht erst seit Corona. Davor wurde aber nicht so ein Hype darum gemacht, und statistisch ist das Risiko, an einer echten Grippe zu sterben, nicht erheblich anders als heute an Corona. Man will das nicht hören, ich weiß, aber es ist so. Da man es seinen Mitmenschen in der Regel nicht ansieht ob sie krank oder kerngesund sind und die Erkenntnis erst bei Ausbruch der Krankheit oder einem Test ans Licht kommt darf man niemandem mehr trauen! Will man die eigene Sicherheit gewährleisten muss man jeden anderen als potentiell infiziert behandeln. Das ist die eigentliche Quintessenz dieser Pandemie, und es ist Wahnsinn.

Will man anhand dieser Auslastungs-Angaben einen passenden Zug wählen bedarf es einer verlässlichen Angabe, wie voll der Zug wirklich wird. Das ist so nicht möglich, und kein Reisender will wissen, wie viele Plätze reserviert worden sind. Der oder die will wissen ob aus Pandemiegründen nicht reservierbare Sitze wirklich frei bleiben. Nur dann wäre der Abstand gewahrt.

Halten die ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger für so dämlich, das nicht spätestens bei näherem Hinsehen zu erkennen? So macht man alle Bemühungen zunichte, denn die Botschaft muss lauten, wenn da nichts passiert dann passiert es nirgendwo – oder potentiell jederzeit überall. Also ist die ganze Mühe für die Katz! Naturgemäß gibt es auch keine Zahlen, wie viele sich bei solchen Gelegenheiten angesteckt haben. Es wird ja nicht wirklich untersucht, weil man es garnicht wissen will. Hat man Angst vor der Wahrheit?

Da kann man dann auch noch den nächsten Schritt gehen, der da lauten muss: Wenn ich keinen Einfluss darauf habe, ob ich angesteckt werde oder nicht, und mich ggf. aus anderen Gründen auch nicht impfen lassen kann, dann ist alles weitere pures Glück!

Ich persönlich habe mich impfen lassen, in der Hoffnung zur Normalität zurückkehren zu können. Es war eine herbe Enttäuschung! Vor der Pandemie bin ich bedenkenlos und gerne mit der Bahn gefahren. Heute ist eine Bahnreise faktisch immer noch dem Eindruck nach ein Spiel auf Leben und Tod. Die amtlichen Verlautbarungen diesbezüglich sind nicht mehr als eine Beruhigungspille. Ihnen zu vertrauen kann im schlimmsten Fall tödlich sein! Das war davor natürlich auch nicht wirklich anders, nur hat sich durch die Angstmacherpolitik der Eindruck gewandelt, der jetzt Entscheidungen erheblich beeinflusst.

Jetzt fahren wir halt wieder Auto. Da habe ich es selbst in der Hand, Abstand zu halten und Ansteckung zu vermeiden. Es kann jetzt erkennbar sein, dass die Verantwortlichen im öffentlichen Verkehr, egal ob Fern- oder Nahverkehr, egal ob Bus oder Bahn, nach den essentiellen Dingen nicht fragen, sondern sich mit Symbolpolitik aufhalten. Abstände können nicht eingehalten werden, wenn es voll wird, und wie voll es wird kann kein Fahrgast im voraus sicher wissen.

Ihr habt es verschissen, Leute!