RBGH 2021 Vorschau

Der Rothaus Bike Giro Hochschwarzwald, wie er voll ausgeschrieben heißt, ist ein Mehrtages-Marathon-Rennen, bestehend aus vier Etappen über insgesamt mehr als 200 Km und über 7000 Höhenmeter. Diesmal vom 5. bis 8. August.

Bekannt ist der Hochschwarzwald für eins: man hat vergessen ihn zu bügeln. Da kommt also recht mühelos einiges zusammen im auf und ab verschlungener Pfade, und der für die Strecke Zuständige fährt gewöhnlich auch noch selber mit. Simon ‚Stiebi‘ Stiebjahn wohnt „gleich um die Ecke“ in Langenordnach und kennt dort jeden Stein beim Namen. Es ist sein Trainingsrevier. Andere tun das auch, wer aber von weiter weg kommt und bislang nur andere deutsche Mittelgebirge kennt sollte seine Ausstattung überprüfen, wartet doch zwischen rutschigen Wurzeln auch so mancher spitze Stein im Wald auf Beute!

Das Rennen besteht diesmal im übertragenen Sinn aus Feuchtigkeit. Schwarzwald im Glas eben. Die ersten beiden Etappen starten und enden in der namensgebenden Brauerei nahe dem Schluchsee, die beiden anderen oben auf dem Notschreipass zwischen Kirchzarten und Todtnau. Dazwischen liegen einige Berge, tiefe Täler, schöne Wälder und für einige ganz schön viele Flüche.

Ich habe angefragt und ein Okay bekommen. Damit begann schon vor einigen Wochen ein gewisses Ratespiel. Während Sportler da ihre Ausrüstung einpacken gilt dasselbe auch für Fotografen, nur etwas anders.

So wenig wie möglich, aber möglichst vielseitig. Ein Spagat, den man eigentlich nur verlieren kann. Dem habe ich folgende Überlegungen zugrunde gelegt: Man kann gleich Fotos machen, die dafür nötige Ausrüstung ist allerdings gewöhnlich nicht gerade kompakt oder leicht. Oder man legt es auf ein Video an, dann ist zwar das nötige Gerät leicht und kompakt, der Zeitplan dahinter aber mehr als sportlich. Der Film wäre vom ersten bis zum letzten Moment auf Gedeih oder Verderb davon abhängig dass das zuvor aufgestellte Konzept auch so funktioniert. Kurzfristige Änderungen? Fehlanzeige! Geht am letzten Tag was schief wären die drei Tage davor für die Katz, und schief gehen kann da manches.

Es ist ja nicht so dass da jemand wartet bis unsereins soweit ist! Das vor dem Start ist vergleichsweise Standard. Ein paar Bilder vom Ort, den Sportlern, Startaufstellung und Start. Dann aber beginnt das Rennen im Rennen. Sicher lehnen sich manche Fotografen zurück und warten bei einem Getränk auf die Rückkehr der Sportler. Kann man machen, wenn man nur ein Bild vom Sieger braucht. Mein Anspruch ist das aber nicht.

Nach dem Start heisst es, schleunigst zum Auto zu kommen und einen bestmöglich geeigneten Standpunkt zu finden, wo man auf die Spitze warten und dann gute Bilder machen kann. Das ist garnicht so simpel, liegt da doch eine Abwägung zwischen Renntempo und Straßenverkehr zugrunde. Bist du zu spät war das Rennen zu schnell? Darum wird man auch kaum auf weitere Fahrer hinten im Feld warten können, denn die Spitze im Rennen fährt ja weiter, und was du da an Zeit liegen lässt fehlt dir nachher im Ziel. Das hilft keinem Fotografen wenn der nichts in den Kasten bekommt. Vor Ort muss ein Parkplatz gefunden und gegebenenfalls auch noch ein Stück gelaufen werden, was wiederum Zeit kostet. Zeit, die man regelmäßig nicht hat! Es sind ganz bestimmte Motive, die man später braucht um einen Artikel dazu zu schreiben. Alles Motive, deren Hauptdarsteller nicht warten. Als Fotograf oder Filmer musst du also quasi schneller sein als die Rennfahrer, oder gehst unverrichteter Dinge wieder nach Hause! Du hast nicht wie bei einem Dorfplatzkriterium 50 Runden Zeit, deine Bilder zu sammeln. Es gibt genau eine Chance. Der Schuss muss sitzen oder das war’s dann.

Danach geht’s zurück zum Ziel, und das möglichst so dass man frühzeitig genug eintrifft um einen guten Platz zu finden. Die Konkurrenz schläft nicht und es ist ja auch nicht alles erlaubt was gefällt.

Gemäß Erfahrung aus den Vorjahren sind die Etappen 1 und 2 rund um Rothaus diesbezüglich vergleichsweise harmlos. Aus Fotografensicht, meine ich. Der Parkplatz liegt gewöhnlich auf einer großen Wiese rund 500 Meter von der Brauerei entfernt. Ganz anders diesmal am Notschrei. Da liegen die Parkplätze nicht nur „meilenweit“ von Start und Ziel weg, dazwischen sind auch noch die stark befahrene Landstraße und eine lange Zufahrt auf einem Forstweg, für den man den Berg hinauf gut 20 Minuten zu Fuss rechnen muss. Rauf fahren bedarf einer Genehmigung vom Besitzer, die zu bekommen ich als aussichtslos betrachte. Das ganze Rennen dauert nur reichlich zweieinhalb Stunden je Etappe. Den Rest darf sich jeder selbst ausrechnen. Ich weiss daher bislang noch nicht wie sich das auf meinen Zeitplan auswirkt. Wenn ich Pech habe ist das Rennen schneller – im Sinn von man kommt zu spät dort weg oder ist zu spät wieder in der Arena.

Es wird eine Herausforderung werden. Ich nehme sie an.

Mehr Info beim Veranstalter.

Worauf ich vermutlich weniger Einfluss habe als auf die Bildauswahl ist, ob das Hotel seine Versprechen hält. Beim letzten Mal 2019 war das so eine Sache – mit dem WLAN im Hotel nämlich. Die ganze Zeit über war angeblich der Router kaputt, und es soll nicht möglich gewesen sein eine neue Fritzbox zu besorgen? Dass es eine war weiss ich, weil man sie mir zur Entschuldigung gezeigt hat.

Ohne Netzzugang kann man nicht schreiben, oder Bilder hochladen. Die Möglichkeiten über Mobilfunk kann man weitab der Stadt getrost vergessen. Da wird erfahrungsgemäß mehr versprochen als dann gehalten. Was ich diesbezüglich 2019 gelernt habe wird jetzt kaum anders sein.