8K?

In den letzten Tagen haben sowohl Canon als auch Sony neue Kameras angekündigt, die wahre Pixelmonster sind. Nun ist es allerdings nicht so, dass man diese unbesehen anschaffen sollte. Hier ein paar Worte dazu.

Wir reden hier nicht über Fotografie. Kameras, die Sensoren weit über 40 Megapixeln haben, gibt es schon lange. Interessant sind hier die Neuerungen im Videobereich.

Bislang waren 4k-Videos, also Ultra-HD, das Ziel aller Träume, was Filmschaffende betrifft. Jetzt kommt also der nächste Schritt, 8k – was letztendlich bedeutet dass nicht nur die Sensoren groß genug geworden sind. Pixelmonster im Bereich von 40 Megapixeln und mehr gibt es wie gesagt schon länger. Allerdings war da hinter dem Sensor der Flaschenhals mit der Signalverarbeitung, denn die ausgelesenen Daten müssen ja auch irgendwie schnell genug auf die Speicherkarte wandern. Die bisherigen kameraeigenen Prozessoren und Datenbusse gaben das nicht her.

Damit wären wir beim nächsten Problem, dem Speicherplatz. Es kann jedem einleuchten, dass klassische SD-Karten mit solchen Datenmengen, die in Echtzeit geschrieben werden müssen da ja permanent dieselben Umfänge nachkommen, heillos überfordert sind. Da hat man nun mit CFExpress ein neues Format gefunden, das das anscheinend kann. Nur wer hat diese Karten schon in der Tasche? Wie schaut es da mit der Lieferbarkeit aus? Wir erinnern uns nur zu gut, welche Preise man seinerzeit für die schnellen SD-Karten zahlen musste, als UHS-II aufkam. Etliche Hundert Euro das Stück waren da fällig, die neuen Karten dürften kaum preiswerter sein, zumal der Platzbedarf in Gigabyte jetzt nochmals explodieren dürfte. Schon bei einer C300 von Canon habe ich mir sagen lassen sei eine 128GB-Karte binnen weniger Minuten voll, und das nur bei 4k.

Mit der Anschaffung einer neuen Kamera ist es da also kaum getan! Man tut gut daran, auch „das dahinter“ in die Rechnung einzuplanen, werden da doch vermutlich nochmal ähnliche Summen fällig – wenn’s denn langt!

Liest man die Preisvorstellungen dazu wird wohl auch denen, die sich bislang schon in den obersten Stockwerken des Wolkenkratzers getummelt haben, schwindelig! Mehr als 7000 Euro werden dafür fällig, und das ist nicht das Ende der Fahnenstange. Im Vergleich zu bisher schon erhältlichen Cine-4k-Kameras wie der EOS C300 II sind die neuen Modelle geradezu preiswert. Dennoch sind die neuen Geräte kaum etwas für engagierte Amateure, nicht nur wegen der Preise.

Wer heute einen aktuellen PC besitzt kann damit vermutlich 4k problemlos verarbeiten. Auch der muss die entsprechende Datenmenge, sowohl vom Prozessor als auch den Festplatten her, verarbeiten können. Mit 8k verdoppelt sich dieser Datenstrom nun nicht, er dürfte sich mindestens vervierfachen! Welche aktuell erhältliche High-End-Hardware ist dazu imstande, mal abgesehen davon dass es meines Wissens noch gar keine Bildschirme gibt, die 8k darstellen können?

Welchen Sinn macht es, Bilder dieser Größe aufzunehmen, wenn man sie nicht weiterverarbeiten und nativ wiedergeben kann? Auch die Datenleitungen zur Übertragung solcher Daten müssen vorhanden sein. Derzeit ist es eher die Regel als die Ausnahme, dass man froh sein darf HD, also 1080p, in die Haushalte senden zu können.

Welchen Sinn macht es, Video in 8k aufzunehmen, wenn ich das Material dann auf 1080p runter rechnen muss um es ausspielen zu können?

Im Grund genommen – keinen!

Die für gängige Formate nötige Hardware ist regelmäßig vorhanden. Neue anzuschaffen kostet also nur unnütz Geld.