Das war 2020

Es recht zu machen jedermann ist eine Kunst die keiner kann!

Ich denke jeder kennt diesen Spruch. Es hat im Verlauf dieses merkwürdigen Jahres allerdings Ereignisse gegeben, die ihm eine etwas andere Note verliehen haben als ursprünglich damit gemeint war.

Das fast abgelaufene Jahr, es fehlen nur noch wenige Tage bis Silvester, hat wenig Angenehmes gebracht, und vielleicht war manches davon endgültig. Ich weiss nicht, was 2021 bringen wird, aber ich könnte mir vorstellen, dass manches, was bis 2020 völlig normal war, ab 2021 reichlich anders aussehen wird! Manche tun ja so, als würde alles wieder wie vorher. Ihr werdet euch wundern!

Aus den dagewesenen Aussagen massgeblicher Personen geht folgendes hervor:

  • Alle Rennen sind prinzipiell kommerziell.
  • Amateurfotografen sind Konkurrenz für gewerbliche.
  • sie haben keine Rechte.
  • bleibt hinterm Zaun, haltet die Klappe und kuscht!

Das ist so nicht hinnehmbar und kann nur damit erklärt werden dass in der aktuellen Zeit den Verantwortlichen der Stift geht. Allerdings sind Aussagen dieser Art auch schon davor präsent gewesen, und ihr werdet die Folgen solcher Ansagen zu spüren bekommen. Sie sind zutiefst unsozial und verwirken elementar jedes Anrecht auf Solidarität und Unterstützung. Es ist eure Aussage, ihr werdet daran gemessen!

Niemand wird fragen wer was im einzelnen gesagt hat. Die anstehende Erwartungshaltung, die sich daraus ergibt, genügt für konkrete Gegenmassnahmen, das heisst Fortbleiben und andere Beschäftigung suchen. Die gibt es reichlich. Wenn für euch alles ein Geschäft ist werdet ihr lernen was das in der Praxis heisst. Sucht schon mal einen Hut … zum Sammeln. Niemand wird nachdem er das begriffen hat auch nur den kleinen Finger für euch rühren. Man meint da, alles für Geld am Markt einkaufen zu können? Dann lernt dass die Geschäftemacherei auch die eigene Pleite einschliesst. Im Verein ist Sport am schönsten? Das war gestern.

Mit dem einleitenden Sprichwort hat man ursprünglich darauf abgestellt, dass egal was man macht oder lässt es immer irgendeinen geben wird dem das nicht recht ist. Das ist naturgemäß auch jetzt so. Allerdings gibt es für alles Grenzen. Das erlebte Verhalten mancher Funktionäre, Veranstalter, Sportler und Teams war nicht geeignet, Vertrauen zu schaffen, wiederherzustellen oder zu begründen, Dagewesenes als einmaligen Ausrutscher anzusehen. Im Gegenteil, es war geeignet einen Schlussstrich zu ziehen unter etwas, das bis dahin zusammenfassend subsummiert werden konnte als „Der Sport braucht die Unterstützung der Bevölkerung.“

Will er die denn überhaupt? Diesen Eindruck habe ich verloren! Es ist vielmehr ein Eindruck entstanden der bis dato eher in seichten Gewässern mancher Geschäftemacher anzutreffen war. „Wir machen unser Ding. Steck deine Nase nicht in Sachen die dich nichts angehen!“ Das ist die Botschaft, die man seit längerem aus dem deutschen Sport vernehmen kann, wenn auch nicht in diesen Worten, aber umso deutlicher mit eben dieser Kernaussage. Man formuliert es höflicher, an der Aussage ändert das nichts wenn es da heisst „Wir akkreditieren nur gegen Presseausweis!“. Noch schlimmer sind die Fälle, bei denen der eine einlädt und der andere rausschmeisst! Das muss sich keiner antun.

Man kann auch sagen: Wir sind wir und uns kann keiner!

Ich kann, will und werde euch nicht daran hindern, diesem Glauben anzuhängen. Die Folgen tragt ihr selbst! Wir müssen heute das Dagewesene nicht mehr erörtern, diese Zeit ist abgelaufen!

Was für Folgen?

Seid euch bitte über eins im Klaren: Wer abstreitet dass Blogger Teil der Presse sind greift auf Bereiche der DSGVO zurück infolge derer keine Veröffentlichung von Bildern mehr möglich ist. Man müsste schließlich jeden einzeln schriftlich um Erlaubnis fragen, was aufgrund der Sportordnung in der Praxis – bewusst und vorsätzlich – unmöglich ist! Das Zeigen von Bildern in größerem Umfang ist nur noch möglich, wenn man es als erweiterte Berichterstattung begreift. Das bisherige Verhalten zahlreicher Beteiligter war mehr als eindeutig.

Wer sagt, in Zeiten einer Pandemie sei der Ausschluss von Publikum beim Rennen notwendig, vergisst, was Zuschauer eigentlich sind, bzw. wer nicht unter diese Gruppe fällt. Die Ungleichbehandlung von Bloggern gegenüber der gewerblichen Presse unterstreicht, dass ihr unsereins bei euren Rennen nicht wünscht. Ihr begründet das mit eurem Hausrecht? Gut, dann darf auch ich eine Entscheidung treffen: ich muss da nicht hingehen! Mir wird es nicht langweilig wenn ich keine Rennen mehr besuche. Es gibt genug Alternativen! Wenn das alle konsequent so halten hat der Amateursport per sofort keine Öffentlichkeit mehr! Das wollte man so haben.

Dazu habe ich bereits wiederholt Stellung genommen, und sehe keinen Grund an meiner Auffassung dazu etwas zu ändern. Allerdings haben einige Verantwortliche dahingehend dazu ausgesagt, dass nichtgewerbliche Blogger keine Presse seien. Es kann nicht sein was nicht sein darf. Was macht ein Blogger im Wesentlichen anderes als ein Zeitungsjournalist, von der Bezahlung und dem Druckmedium mal abgesehen?

Alle können wissen, wie stockkonservativ Sportfunktionäre sein können. Wer so argumentiert will nichts weiter als Neuerungen ausgrenzen! Das war schon immer so, das muss so bleiben. Auch wenn es aktuell nicht mehr funktioniert schaut man lieber zu wie alles den Bach runter geht statt darauf zu kommen etwas Entscheidendes zu ändern! Bislang kam immer jemand von der etablierten Presse zum Rennen, das ist in den letzten Jahren zunehmend nicht mehr der Fall. Aber einsehen dass man ohne Öffentlichkeit keine Sponsoren findet – das geht garnicht. Es ist klar dass die Gewerblichen um ihren Umsatz fürchten, wozu sie auch guten Grund haben, wenn auch nicht aus diesem Anlass. Blogger sind nicht dafür verantwortlich dass Berufsfotografen an Auftragsmangel leiden.

Vielmehr ist es doch eher so, dass die verbreitete Furcht vor unkontrollierter Verbreitung von Informationen oder der Angst davor dass jemand unzensiert weiterverbreitet was er sieht und hört dazu führt, dass man eure Rennen nicht mehr besuchen braucht! Muss man an jeder zweiten Ecke erwarten von teilweise selbsternannten Mächtigen diskriminiert zu werden, gibt es zahlreiche Alternativen an Freizeitgestaltung. Man muss da nicht zu einem Rennen fahren und darüber berichten, damit andere es zur Kenntnis nehmen und das nächste Mal daran teilnehmen oder es ebenso besuchen.

Ihr wollt unter euch bleiben? Bitte, macht das. Aber jammert dann nicht – nonverbale Kommunikation kann eindeutiger sein als ihr zunächst denkt – und komme mir dann bitte keiner damit, man habe das nicht so gemeint! Bitte überlegt euch, was ihr sagt und macht, bevor ihr es sagt oder macht. Hinterher ist alles zu spät!

Die Tatsache des seit Jahren zunehmenden Zuschauerschwunds bei vielen Rennen hat doch Gründe! Die Leute sagen sich auch, dass sie sich nicht so von oben herab behandeln lassen müssen.

Auch meine Besuche bei so mancher Teampräsentation haben mich hinter die Kulissen blicken lassen. Es sind nicht alle so, aber bei einigen habe ich die Aussage mitgenommen „Was will der eigentlich da? Kennen wir nicht, hat hier nichts zu suchen!“ Einige verstehen es gut zu tarnen, bei anderen ist es offenkundig. Die Aussage bleibt!

Ich sage nicht dass alle da so sind. Ich sage euch aber seit langem dass dieses Verhalten dazu führt dass man nichts anderes mehr erwartet. Wer Blogger aussperrt sagt etwas anderes aus als, dass er der Seuche vorbeugen will. Die Aussage hier ist, dass man nicht auf dem Boden unserer Gesellschaft steht, die ganzen Reden von Zusammenhalt und Solidarität nichts als heiße Luft sind, dass man sich nur ums Kasse machen kümmert, dem Recht nur seine eigene Interpretation zukommen lässt und meint, gottgleich über alles bestimmen zu können. Ich kann darauf reagieren. Ihr kennt das Sprichwort, das mit vier einfachen Buchstaben gemeint ist? LMAA! Leck mi am Orsch! Das Götzzitat in seiner ursprünglichen Bedeutung!

Wer nicht will der hat schon!

Viele von euch haben es im abgelaufenen Jahr geschafft, mich davon zu überzeugen, beim Sport nicht mehr erwünscht zu sein! Man kann nicht auf der einen Seite sagen, es sei notwendig, wenn man nicht bereit ist auf Veränderungen der Zeit zu reagieren. Alles verunmöglichen, aber haben wollen, geht nicht! Wenn bei euch Gnade vor Recht ergeht unterliegt das Recht der Macht des Geldes! Wer offen sagt, Blogger sollten hinter dem Zaun bleiben im Sinn nicht zu deutlich auf das Geschehen anzusprechen, der sagt auch dass er uns nicht dabei haben will. Dasselbe gilt für Veranstalter die vor Ort plötzlich neue Bedingungen präsentieren von denen man im Voraus kein Wort gehört hat. Ihr lebt von Vertrauen, das ihr zerstört! Irreparabel zerstört. Niemand hat ein Recht darauf, die Oberhoheit über die Wahrheit zu beanspruchen!

Macht dann bitte euren Kram alleine. Ich kann, will und werde andere Orte besuchen, Ausflüge machen, auch dort schöne Bilder machen, aber über euch und euren Sport kein Wort mehr verlieren. Sagt nicht dass ihr deshalb Sponsoren verliert. Dieser Zusammenhang von Öffentlichkeit und Sponsoring ist euch seit Jahren egal. Da kommt nur viel heiße Luft, die nötigen Handlungen bleiben aus. Die heilige Kuh „Presse“ wollt ihr nicht anfassen, obwohl alle sehen können dass sich da seit Jahrzehnten einiges zum Schlechten getan hat. Was die Zeitungen da leisten hat mit Berichterstattung regelmäßig nur noch wenig zu tun. Wenn sie denn überhaupt noch berichten!

Genügt es der Berichterstattung, in zwei, drei Sätzen aufzuschreiben wer gewonnen hat? Vom Rest der Veranstaltung kein Wort ausser, dass es stattgefunden hat? Das kann jedermann aus dem Internet besser ersehen. Es wird nur über die großen Profirennen berichtet, wenn überhaupt. Da rollt der Rubel! Die „Dorfplatzkriterien“ bleiben unerwähnt, nicht mal über lokale Meisterschaften wird uneingeschränkt berichtet, und ihr kennt sehr wohl die geringen Reichweiten klassischer Zeitungen, die nur lesen kann wer gerade im Erscheinungsgebiet wohnt, als ob es andere nicht interessieren würde.

Ihr hattet eure Chancen. Nun ist es zum Jammern zu spät. Hochmut kommt vor dem Fall. Entschuldigungen für dagewesenen Hochmut gibt es keine.

Persönlich hätte ich das gerne anders gehabt, kann aber mit den Fakten umgehen.