Ein etwas anderes Einzelzeitfahren

Manuel Müller hat gestern in Klosterreichenbach das Eliterennen beim 6. Cross im Park gewonnen.

Wie dort eindrucksvoll gezeigt wurde ist es trotz allem auch jetzt möglich, Crosswettbewerbe zu veranstalten, mit Maske und Abstand, aber ohne Panik.

Was dort möglich war sollte vom Prinzip her überall möglich sein. Was manche Politiker derzeit aber aufführen zeugt weniger von Sachkenntnis denn von purem Aktionismus angesichts einer Krankheit, die inzwischen oft mit der Pest verglichen wird. Das aber nicht, weil es ein Drittel der Bevölkerung dahinrafft, sondern weil man wie damals im Mittelalter zu wenig weiß um den unsichtbaren Feind greifen zu können. So übt man sich im Verbieten, ohne zu merken wie man dabei gelegentlich über das Ziel hinausschießt. So war denn gestern auch aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen zu hören, dass das Rennen seine Austragung lediglich einem glücklichen Zufall zu verdanken hatte, anstatt wie die Fussballspiele der Umgebung bereits vor Inkrafttreten der neuen Massnahmen abgesagt zu werden. So die Latrine kolportierte war am gleichen Tag in der Stadt Firmung, mit Beteiligung eines Verwandten des Bürgermeisters, und da man das nicht ebenso absagen wollte musste man auch das Crossrennen stattfinden lassen.

Gleiches Recht für alle. Gott sei Dank!

Mir ist völlig bewusst dass ich in diesem Beitrag schreiben kann was ich will, es wird immer welche geben denen das nicht recht ist! Die einen sagen ich würde Corona verharmlosen, die anderen sagen es wäre besser Rennen in solchen Zeiten grundsätzlich abzusagen, wieder andere sind gegen alles, und dann gibt es sicher auch noch die, denen jegliche Kritik generell abgeht. Ich sage dazu nochmal: Kritik heisst nicht niedermachen! Es heisst mit wachen Augen durch die Welt gehen und Dinge ansprechen die angesprochen werden müssen.

Im Gegensatz zum Vorjahr erwies sich gestern nicht nur der Untergrund als ausgesprochen tragfähig. Auch das Konzept hielt den Anforderungen stand. Keine Rede von der Schlammsuhle, die wir damals zum Beispiel in der Zieleingangskurve erlebt haben. Der Tag zeigte sich soweit von seiner schönen Seite, als es trotz aufziehender Wolken trocken blieb und auch der Regen der Vortage den Boden nicht durchweicht hatte. Der anspruchsvolle und kräftezehrende Kurs erwies sich rasch als Scharfrichter. So zogen sich die Felder aller Rennen bald auseinander, und spätestens nach der zweiten Runde fuhren nur noch einzelne Fahrer um den Kurpark. Wer nicht Defekt erlitt hatte ab da eigentlich nur noch die Aufgabe, anzukommen. Dementsprechend wenig los war da im Depot. Kaum ein Sportler, der sein Rad wechselte. Kaum zu tun für die Helfer.

Ort der Handlung war der Kurpark von Klosterreichenbach, einem Stadtteil von Baiersbronn im mittleren Schwarzwald. Davon soll es dort so viel wie nirgends sonst geben, glaubt man einem Werbespruch der örtlichen Tourismusagentur.

Baiersbronn ist ein Städtchen in der Nähe von Freudenstadt, und Austragungsort der ersten drei der inzwischen sechs Ausgaben von Cross im Park. Der Umzug nach Klosterreichenbach vor drei Jahren hat der Veranstaltung gut getan. Die Landschaft des Kurparks darf als idyllisch bezeichnet werden, was sicher einige der Teilnehmer anders sehen dürften. Eine Grafik des Kurses findet ihr auf der Webseite zur Veranstaltung. Die Realität schaut naturgemäß gerne etwas anders aus, und wenn es dann in einer Steigung hinten mal wieder krachte wurde auch dem Verursacher im Sattel bewusst dass er nun ein Problem mit der Schaltung hatte. Dann war Laufen angesagt, denn Radwechsel sind in dieser Sportart nur im Depot möglich, und das war mitunter recht weit entfernt.

Die Ergebnisse sind bei Rad-Net.de online.

Weitere Sieger waren bei den Masters 3 Joachim Haug aus Pfullingen, Thomas Hockauf wurde hier Vierter. Die Masters 2 gewann Dirk Hemmerling. Der Name Hemmerling war auch im Eliterennen erfolgreich vertreten. Die Juniorenwertung ging an David Futterer, und bei den Damen war Stefanie Paul aus Hannover erfolgreich. Man sieht, es kamen viele auch von weit her.

Das Ergebnis meiner Tüftelei seht ihr hier. Das Rennen der Männer Elite.

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Kamera: Sony Alpha 6600 / 18-135 mm. Ich habe noch Material aus einigen der anderen Rennen. Ob da noch was kommt? Wir werden’s die kommenden Tage sehen. Nein, auch auf Wunsch wird nicht gehext, und Unmögliches erledigen wir auch nicht sofort. Eins nach dem anderen, es gibt im Leben wichtige Dinge und weniger wichtige.

Fotos sind was anderes als ein Filmchen, aber wie die Erfahrung gezeigt hat gibt es dafür keinen Anlass mehr. Ihr braucht es offensichtlich nicht, und denen, die immer rummeckern, gehe ich nicht mehr auf den Leim! Man muss nicht warten bis Post vom Anwalt kommt! Sorry an die, die mich nach dem Rennen per Mail um Bilder gebeten haben, aber nun keine mehr bekommen konnten. Das sind die Folgen, wenn man zulässt dass gewerbliche Fotografen Alleinvertretungsansprüche durchsetzen. Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem Normalverbraucher nichts anderes mehr erwarten und sich danach einrichten. Auch Aushänge des Veranstalters bringen da leider nicht unbedingt Besserung. Die Egoisten lassen sich davon nicht zur Räson bringen. Es wurde behauptet wir Amateure hätten keine Rechte, als Presse schon garnicht, und darauf kann ich ebenso antworten. Dann müsst ihr es eben selber machen. Was technisch möglich ist ist das eine, was gewünscht und erlaubt ist das andere. So habe ich aufgrund eindeutiger Aussagen im Vorfeld den Besuch der beiden anderen Rennen ausgeschlossen, und so fehlen denn auch grundsätzlich Aufnahmen von den Kindern. Solange die Rechtslage so ist wie sie ist wäre ich des Watzes, mich auf das Vabanquespiel einzulassen, ob nicht irgendwo doch Eltern gefragt werden wollen. Es ist kaum zu leugnen dass das so ist, hat doch die Lebenswirklichkeit das schon hinreichend deutlich gezeigt. Das ist ja sogar unter Erwachsenen nicht ausgeschlossen, und da man mit der kleinen Kamera ohnehin nicht ernst genommen wird sind dann auch die Konsequenzen naheliegend. Ein Blick in die sozialen Medien am Morgen danach erübrigt alle Fragen.

Was ich nie verstehen werde ist der Umgang vieler Menschen mit der Natur! Auf der Wiese standen viele Pilze – vor dem Rennen. Danach sah es darum erbärmlich aus! Müsst ihr überall durch latschen statt eure Augen aufzumachen wo ihr hintrampelt? Nicht mal die Pilze unter den Bäumen waren sicher. Das ist kein Problem des Veranstalters, sondern zeigt recht deutlich das fehlende Verständnis vieler für die Natur, die sie für ihren Sport wie selbstverständlich nutzen!

So – nachdem die HM in Herxheim nun ebenfalls abgesagt ist packen wir den ganzen Krempel mal zum Winterschlaf in die Kiste und warten ab was bis kommendes Frühjahr passiert. Das Frühjahr kommt bestimmt. Beim Rest weiss man es weniger.