Vertane Chancen

Heute findet in Grüsen, einem Ortsteil von Gemünden an der Wohra, die Landesverbandsmeisterschaft Hessen im Mountainbike-Cross-Country statt.

Ich werde euch nachstehend erläutern, warum ich nicht hin fahre!

Wir leben seit etwas mehr als einem halben Jahr in unsteten Zeiten, und derzeit kann wer will beobachten dass sich die politischen Rahmenbedingungen öfter ändern als die Leute ihre Wäsche wechseln. Das mag dem Virus geschuldet sein. Wir werden gleich sehen, warum das hier keine entscheidende Rolle spielt!

Vorab, ich habe kein Problem damit, während der Rennen am Ort des Geschehens die AHA-Regeln einzuhalten! Abstand halten, Maske tragen – alles kein Problem! Auch die Angabe meiner Adresse stellt für mich keine Hürde dar, die kann wer will leicht im Impressum meines Blogs hier herausfinden.

Womit ich ein Problem habe ist, wenn der Eindruck entsteht, der Aufenthalt dort unterfalle der Gnade des Veranstalters, eines Streckenpostens oder einer sonstigen Person! Es ist euer Hygienekonzept! Schaut euch dazu auch die Ausschreibungsunterlagen (PDF) und die zugehörige Website an.

Darin stehen zwei aus meiner Sicht wichtige Angaben.
Man kann im Lageplan auf der Website den Eindruck gewinnen, dass freie Bewegung auf dem Gelände nicht möglich ist – wozu sonst „Absperrungen für Zuschauer“ und ein Zuschauerweg? – und somit sinnvolle Fotografie nicht gewährleistet ist. Solche ist nicht sinnvoll, wenn man auf Abstand gehalten wird und der Rennstrecke bestenfalls auf 100 Meter nahe kommt.

Ich fahre ggf. da hin um über die Rennen zu berichten! Eine Anreise von in diesem Fall 160 Km je Richtung macht nur Sinn, wenn das Ergebnis planbar ist und nicht vom Zufall oder der Gnade einzelner Personen abhängt.
Dazu wären jetzt folgende Passagen interessant:

Unter Punkt 9a des Hygienekonzepts werden drei Personengruppen aufgeführt, denen farbige Armbändchen verabfolgt werden: „Teilnehmer“, Helfer und Zuschauer. Wer was ist bleibt da etwas schwammig. Etwas verborgen kann man unter dem Punkt „Zonierung“ herausfinden, dass Medienvertreter nur nach vorheriger Anmeldung beim Veranstalter Zugang erhalten sollen. Medienarbeit liegt in eurem ureigensten Interesse! Ihr macht daraus einen Gnadenakt! Die Bedürfnisse der Fotografen scheinen nirgends in eurem Konzept auf, sie existieren demnach garnicht.

Siegerehrungen sollen nur im kleinsten Kreis durchgeführt werden, das heisst Zuschauer haben dort wohl keinen Zutritt. Aufgrund der aktuellen Politik, die sich wie ein Lämmerschwänzchen täglich ändert und nicht vorhersehbar ist, wie die Bedingungen am Tag X nun wohl sein werden, ist eine Anmeldung wie gewünscht kaum möglich, oder sie erfolgt ins Blaue. Auf keinen Fall hättet ihr die gewünschte Übersicht, wer da nun kommt. Ein Beitrag ohne Siegerehrung ist aber sinnlos, zumal die Betrachtung der Interessenten unter vorgenannten Gesichtspunkten würdelos ist! Es gibt keine Menschen erster, zweiter oder dritter Klasse! Eure hier enthaltene Aussage ist nicht weniger als die Einordnung, wen man dort dabei haben will, und von wem man denkt ihn nicht zu brauchen. Das Nächstfolgende darauf schreibe ich jetzt lieber nicht, es ist in jedem Fall für die Betroffenen die größte denkbare Beleidigung. Wenn ihr Blogger nicht wollt, sagt es bitte offen! Dann trennen sich unsere Wege wenigstens ehrenhaft.

Ihr braucht euch nicht einbilden, diese Tatsachen blieben folgenlos. Sie zerstören das unabdingbare Vertrauensverhältnis auf Dauer! Es gibt auch danach keinen Grund mehr, von etwas anderem auszugehen als dem hier gesagten. Eine Entschuldigung wegen Irrtums ist ausgeschlossen! Diese Gedankengänge  – kommerzielle Medien ja gerne, Blogger braucht man nicht – sind seit Jahren so weit verbreitet dass nicht anzunehmen ist, man sei sich dessen nicht bewusst.

Oder um es „volksdeutsch“ auszudrücken: Wer nicht will der hat schon!

Wartet nur auf eure Zeitungsvertreter. Nach den gemachten Erfahrungen bei vielen anderen Rennen werdet ihr warten können, bis ihr schwarz werdet! Die lassen sich nicht so behandeln, und das ist auch richtig so! Radsport hat bei den Redaktionen keinen Stellenwert mehr, und das nicht wegen Dopings, sondern weil ihr die, die euch helfen wollten, von oben herab behandelt habt bis es denen zu bunt geworden ist!

Das gilt so für ziemlich viele Vereine und Veranstalter, weit über die Region hinaus. Selbst wenn man nach Corona (wann ist das?) eine Charmeoffensive startet wird sich nach heutigen Stand daran nichts mehr ändern. Wer so vor den Kopf gestoßen wurde kommt nicht mehr zurück!

Wer will findet Möglichkeiten, wer nicht will sucht Ausreden!

Es komme mir also niemand damit, die Regierung habe das so angeordnet! Sie hat nicht angeordnet Medienschaffende nach dem Geldbeutel zu schubladisieren!

EDIT:
Heute ist Dienstag der darauffolgenden Woche, und inzwischen sind auf Facebook auch erste Bilder vom Rennen zu sehen. Darauf sieht man einzelne Sportler, aber nirgendwo Zuschauer oder Fotografen. Da es zudem Aussagen gibt, die Veranstaltung sei gut besucht gewesen, drängen sich zwei Schlüsse auf:

  • Da keine Besucher an der Rennstrecke gestanden haben – sonst wären welche auf den Bildern zu sehen – müssen sie wie ich orakelt habe auf Abstand „ganz hinten links“ gehalten worden sein.
  • Es waren offenkundig nur ganz wenige Fotografen aus dem Anhang einiger Teilnehmer tätig. Andernfalls wären mehr Bilder aus verschiedenen Quellen bekannt geworden.

Beide Fälle bestätigen leider meine Einschätzung, dass es zwecklos ist die Reise anzutreten. Dabei ist dieses Rennen nur ein Beispiel unter vielen. Leider ist auch für die nähere Zukunft keine Besserung zu erwarten, da die hier zugrunde liegenden Gedankengänge nicht von Corona abhängig sind, sondern das derzeitige Weltbild in diesem Sport wiederspiegeln. Damals, als man noch auf analogem Film fotografiert hat, habt ihr unterstellt dass wir Amateurfotografen eh nicht berichten könnten, was großteils auch stimmte. Zwar ist es bei Kenntnis der Vorgänge absolut kein Problem, den Film schnell genug zu entwickeln – der Prozess E-6 dauert auch im Heimlabor nicht länger als rund 45 Minuten von trocken zu trocken – aber es fehlt halt die Druckerei. Das Internet gab es damals so noch nicht, wie es heute jedermann zur Verfügung steht. Heute redet ihr davon dass man die Profifotografen schützen müsse, wobei ihr überseht dass die Presse in Gestalt der Zeitungen kaum noch über Radsport berichtet und Blogger eben zumeist nicht gewerblich interessiert sind. Ihr wollt mich also dort nicht sehen. Das ist der einzige Schluss, der daraus zulässig ist! Alle anderen Reden sind Worthülsen und veralbern eigentlich nur die Betroffenen!

Wie ich schon sagte: So ein Spiel können auch zwei spielen!

Wer heute sagt, Zuschauer hätten bei Rennen nichts verloren, und darin vorsätzlich Blogger mit unterbuttert, darf sich nicht darüber wundern wenn man ihn auch morgen daran misst!

Es gibt einige Rennen, die sich anders verhalten. Das ist auch gut so. Daran kann wer will sehen wie man es richtig macht, ohne Arroganz und Verweilen in der Vergangenheit!

Alles andere ist dazu soweit wie nötig gesagt!