DM MTB-Marathon

Im Rahmen des Odenwald-Bike-Marathons findet heute, während ich diesen Artikel schreibe, die Deutsche Meisterschaft im MTB-Marathon statt.

Neben den bekannten Rahmenbedingungen wird im Internet zur Veranstaltung auf Hinweise zur Corona-Krise verwiesen, die die geltenden Bedingungen darstellen. Ihr findet das PDF zum Download hier. Das ist auf der Website des Veranstalters. Darin steht unter anderem, dass neben 500 Teilnehmern auch 500 Zuschauer zugelassen seien! Gleich im ersten Satz!

Zitat: „Teilnehmer und Zuschauerbeschränkung vgl. der aktuellen Gesetzeslage in Baden- Württemberg betreffend Veranstaltungen, zugelassen maximal 500 Teilnehmer und 500 Zuschauer vgl. Anlage ab 01.08.2020″

Angekommen fand ich mich vor einem Bauzaun wieder! Das Personal an der Einlassschleuse hat getan, was zu erwarten war! Zutritt verboten – scheissegal was man zuvor verbreitet hat! Ich sage nur: Lest eure Aussagen, und haltet euch dann auch dran! Mir hat man dort offenbart, dass das mit Zuschauern – das ihr vorstehend selbst nachlesen könnt – nicht existiere. Das stehe da nirgends!

Wer als Offizieller sowas behauptet bezichtigt Lesekundige der Lüge! Seid besser vorsichtig! Man könnte sonst grundsätzlich dahin kommen eure Aussagen allesamt infrage stellen zu müssen!

Haltet bitte eure Mitbürger nicht für blöd! Euer hochnäsiges Verhalten ist ja nicht neu, so benehmt ihr euch schon seit Jahren. Man dürfe sich ja ausserhalb frei bewegen. Start, Ziel und Siegerehrung – also das was für einen Artikel dazu nötig ist – sind aber innerhalb! Wer den Zugang dorthin unterbindet, der unterbindet die Möglichkeit der freien, unbehinderten Berichterstattung. Sagt nicht dass euch das nicht bewusst sei!

Vielleicht ist es einfacher zu begreifen wenn man mal ans Fernsehen denkt. Was sagt ein Bericht, in dem das Wesentliche fehlt – hier Start, Ziel und Sieger – denn noch aus? Nichts! Es geht nicht um irgendwelche Bilder irgendwelcher Radfahrer im Weinberg, es geht um die Deutsche Meisterschaft und wer danach für das kommende Jahr das Meistertrikot tragen darf. Beziehungsweise eventuell auch, unter welchen Umständen das Ergebnis zustande gekommen ist …

Es wäre vielleicht ganz gut, sich mal eine Stunde Zeit zu nehmen und das Gesetzbuch zu lesen. Es unterfällt nicht eurem Dünkel, wer über Ereignisse in der Öffentlichkeit berichten darf! Zuschauer und Berichterstatter sind zweierlei, und wer heute immer noch meint Presse sei nur gewerbliche Presse der hat die letzten 20 Jahre verschlafen oder verdreht vorsätzlich das Grundgesetz. Da hat sich einiges getan seit 1948! In gleicher Manier darf man euch als eingetragenem Verein auch die Gemeinnützigkeit absprechen, wenn ihr fortlaufend gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz verstosst. Wer „es“ gegen Geld macht wird zugelassen, wer nicht ausgesperrt! Nichts anderes ist Kern dieser Aussage.

Es dürfen also nur Handverlesene, die dem Veranstalter genehm sind, da rein und über das Ereignis – ein Rennen mitten in der Stadt und eine Deutsche Meisterschaft (!) – die Allgemeinheit informieren. Alles wirklich Wichtige dazu wird dieser Allgemeinheit vorenthalten, und das wie gesagt nicht wegen Corona. Das ist nur der Vorwand. Ihr macht das schon jahrelang so, und seid damit nicht alleine. Ist es nicht Corona bemüht man eben das Hausrecht. Das Ergebnis ist dasselbe.

Eine Online-Anmeldung gibt es nur für Sportler. Der sonst allgemein üblichen Hinweis, wohin sich potentielle Berichterstatter wenden können, fehlt. Wenn eure Mitarbeiter dann sagen, was ich heute zu hören bekam – Blogger seien ja keine Presse! – wäre es besser keinen Helferaufruf mehr zu starten, denn wer kostenlose Unterstützung haben will sollte sie auch zulassen. Was sind Blogs denn anderes als Presse in anderer Form oder ohne gewerblichen Hintergrund? Jeder Artikel, der auf eure Veranstaltung hinweist, ist für euch kostenlose Werbung, die ihr vermutlich gerne annehmt.

Ich verweise dazu noch einmal auf die Artikel, die ich dazu schon geschrieben habe und in denen ich das Problem der Ewiggestrigen aufgedröselt habe. Solange das Geld der ausschlaggebende Faktor dabei ist und bleibt ist Deutschland keine Demokratie! Punkt. Die freie, nicht der Ansicht eines Finanziers unterworfene Information der Bevölkerung ist unerlässliche Grundlage einer solchen.

Was irgendein Mitarbeiter zur Öffentlichkeit sagt ist dem Veranstalter persönlich zuzurechnen!

Was sollte mich ab jetzt noch veranlassen, irgendeinem der zahlreichen Marathonveranstalter, von denen etliche so arbeiten, zu vertrauen?

Wisst ihr was mich freuen würde? Wenn das Verfassungsgericht euch mal so richtig den Kopf wäscht!

EDIT: Heute ist Freitag. Fast eine Woche nach der DM ist bei Google kaum ernst zu nehmende Berichterstattung auffindbar! Nichts beim örtlichen zuständigen Blatt, dem Mannheimer Morgen, nichts bei anderen Printmedien. Massenhaft Ankündigungen gab es im Vorfeld, und der Veranstalter teilte bekanntlich mit, es kämen vier TV-Sender.

Warum findet man nichts, wenn man googlet? Die Antwort darauf dürft ihr euch selbst geben.