Facebook

Ich habe mein Konto bei Facebook gestern stillgelegt!

Genug ist genug! Nicht erst mit dem Ausbruch der Coronakrise ist offenbar geworden, was sich in verschiedener Weise schon lange angedeutet hat!

Es gibt eine Anzahl Personen dort, die für sich die Meinungsführerschaft beanspruchen,  außer ihrer eigenen Ansicht keine andere dulden, an sachlicher Erörterung eines Themas nicht interessiert sind und Menschen, die in der Sache anders argumentieren als sie selber mit Anschuldigungen aus der rechten Ecke oder Diffamierung anderer Art mundtot machen! Die Behauptung, man habe doch gar keine Ahnung davon ist da noch die am wenigsten Schlimme.

Ich werde mit dem heutigen Tag 55 Jahre alt und habe damit statistisch rund zwei Drittel meines Lebens hinter mir. Die Zeit habe ich nicht im Kloster oder einer Einsiedelei verbracht. Da habe ich es kaum nötig mir von Dritten sagen zu lassen wie die Welt funktioniere!

Konkret: Es gab eine Diskussion zur aktuell neu angeordneten Maskenpflicht. Ich hatte darauf hingewiesen dass es damit Probleme geben könnte, weil es eben auch Menschen gibt die eben nicht wie der Ministerpräsident Herr Kretschmann von Baden-Wüttemberg meint ganz selbstverständlich immer einen Schal im Schrank hätten oder in Schneiderkunst bewandert seien. Da sind zum Beispiel all die Menschen wie Wohnsitzlose oder Rentner, die weder Geld zu viel noch eben Mittel haben sich Masken zu beschaffen noch solche anzufertigen. Die Politik musste selbst unlängst zugeben dass es nicht genug Masken gibt! Aber sie verlangt das Tragen von solchen unter Strafandrohung.

Sinn oder Unsinn solcher Zubehöre unter dem Gesichtspunkt der Wirksamkeit habe ich garnicht angesprochen! Dennoch wurde mir vorgehalten, das Nichttragen einer Gesichtsbedeckung sei „asozial, verantwortungslos, etc“. Das mag ja alles sein. Darf man aber dennoch nicht darauf hinweisen dass – solange es keine allgemeine Ausgabestelle dafür gibt – eben nicht verlangt werden darf was faktisch nicht für alle bzw. lokal erhältlich ist? Es ist eine stadtbekannte Tatsache dass jemand ohne Obdach über keinen Internetzugang verfügt und auch schlecht Paketpost bekommen kann noch regelmäßig ein üppig bestücktes Bankkonto sein eigen nennen dürfte. Darf die Politik verlangen, dass sich Menschen mit wenig Einkommen fragen, ob sie Brot oder Masken kaufen und damit einer Anordnung nachkommen um den Preis des Hungerns? Das überhaupt als Option zu betrachten halte ich für asozial! Sorgt dafür dass alle Masken bekommen wenn ihr danach verlangt!

Die Krankenkasse hat nach meiner Erkundigung erklärt, dass die Kosten für Masken deshalb nicht erstattungsfähig seien, weil sie nicht im Leistungskatalog aufgeführt seien. Nun sind Masken in der Summe keine Pfennigartikel. Die Knappheit am Markt wird von etlichen Anbietern mit entsprechenden Preisen vergolten! Das Stück kostete vor einigen Tagen in „unserer“ Apotheke 2,50 €. Das war da das preiswerteste Angebot. Es gab auch noch andere mit entsprechend höheren Preisen. Man braucht, da man sie nicht wiederverwenden kann, etliche davon jeden Tag. So summiert sich dieser Aufwand rasch auf knapp hundert Euro die Woche, und das auf unbestimmte Zeit, womit jeder der die Rentenhöhe einschätzen kann weiss warum diese Menschen damit Probleme bekommen. Es darf doch erwartet werden dass dann die Verursacher auch so konsequent sind und die von ihnen verlangte Sache in den Katalog aufnehmen wie das mit anderen unumgänglichen Heil- und Hilfsmitteln auch geschieht oder zumindest geschehen sollte. Wenn alle denkbaren Bedarfsträger als in Not Geratene Geldmittel zugeteilt bekommen sollte man das bei wirklich Bedürftigen doch erst recht erwarten können?  Ebenso bleibt diesen Mitmenschen  aus vorgenannten Gründen der Weg über eine Onlinebestellung verwehrt, womit wir ganz nebenbei dort wären, wo sich die selben Schwätzer oft und reichlich darüber echauffieren, dass die Leute mit ihren Internetbestellungen für die aktuelle Überlastung der Paketdienste mitverantwortlich seien.

Warum aber ist das so? Wer bis hierhin mitgelesen hat und sich zudem noch entsinnt dass die Läden auf behördliche Veranlassung wochenlang geschlossen waren wird sich über das Weitere kaum wundern. Das eine kommt doch vom anderen!

Mit Marktwirtschaft hat so etwas nichts mehr zu tun, da die freie Willensbildung auf Kundenseite ausgeschlossen ist und auf Anbieterseite die Notlage ausgenutzt wird. Die Politik muss sich hier Fragen stellen lassen, oder sie macht sich eines Verbrechens der Anstiftung oder Beihilfe zu Wucher schuldig!

Übrigens, meine Anfrage an die Stadt, wo man Mund-Nasen-Bedeckungen in örtlichen Ladengeschäften erwerben könne, verlief im Sand! Ich erhielt eine Mitteilung, deren Inhalt man treffend so zusammenfassen kann: Schau halt wo du sie hernimmst! Man kann mir also kaum vorwerfen, es nicht versucht zu haben.

Die zuständigen Stellen verlangen also etwas, was sie weder selbst bereitstellen können noch wissen woher man es bekommt! Da auf das Internet zu verweisen ist doch etwas sehr zynisch. Das entspricht in der Methode doch eben dem, was ich kritisiere. Die Leute haben eine Ansicht zu den Dingen, schließen von sich auf andere, sind nicht bereit andere Ansichten dazu auch nur zu erörtern noch zur Kenntnis zu nehmen dass das falsch sein kann und verweisen dann auf etwas, von dem sie selbst woanders sagen dass es zu nichts führt!

Wer das aber anspricht wird mit wenig netten Begriffen bedacht! Wird man dann deutlicher ist man auch noch daran schuld! Man würde die selbsternannten Meinungsführer verleumden! Wie steht es denn um die gern zitierte Meinungsfreiheit? Beschissen! Meinung ist nur was mir passt? Nein. Es darf nicht verboten sein zu sagen was gesagt werden muss. Auch wenn das einigen nicht in ihr Konzept passt. Das gehört auch zu einer Demokratie, Fakten ebenso auszuhalten wie andere Meinungen. Die Wahrheit damit ist aber eine andere. Weist du darauf hin dass wer offenkundig falsch liegt hat das Folgen! Gehen diesem Personenkreis die Argumente aus oder haben sie gar keine greifen sie eben gerne zu Beleidigungen, Diffamierungen oder ganz einfach zu „Du hast davon keine Ahnung!“. Wer Fragen stellt ist also ein Unruhestifter? Lässt du dir Beleidigungen nicht gefallen wirst du mit Sperrung bedroht! Die Aufpasser interessieren sich weder für Fakten noch lesen sie den Diskussionsfaden. So jedenfalls mein Eindruck in diesem Fall. Für Facebook ist auch Diffamierung wohl sowas wie eine Meinung.

Und jetzt fragt sich noch wer warum ich von Facebook und seiner nicht mehr vorhandenen Diskussionskultur die Schnauze voll habe? Gestrichen voll!