Bulls-Cup #1 Adenau

Man sah ihn nicht, aber man hörte ihn durch die halbe Stadt – das lebende Megafon des MTB-Sports. Moderator Alfons Benz. Kam man am Sonntag nach Adenau, einem Städtchen in der Eifel am Rande des Nürburgrings, zum Auftakt des diesjährigen Bulls-Cups, musste man den Ort des Geschehens mal nicht nach Karte, sondern nach Gehör suchen. Ausgeschildert war nichts, aber auch absolut garnichts, und so kam was da kommen musste. Die Leute parkten die Straßen zu und gingen den Rest zu Fuss. Der Parkplatz am Schulzentrum reichte vorn und hinten nicht, abgesehen davon dass mein Navi gar kein Schulzentrum kannte und man raten durfte welche von mehreren Möglichkeiten nun zutraf.

Von morgens früh bis Spätnachmittags war Betrieb in den Wäldern oberhalb der Haupt- und Realschule. Der Kurs hat sich seit Jahren bewährt, wenn er auch immer mal wieder kleinere Änderungen erfährt, die teils dem Wetter geschuldet sind.

Nach den Kinderrennen am Morgen startete das erste größere Rennen zum Mittagessen. Sehr günstiger Zeitpunkt … Es waren die U19, die sich zusammen mit den Seniorenklassen und den Damen in den Wald schlugen. Dabei war gerade das Damenrennen international besetzt. Laura Valentina Abril Restrepo hat es gewonnen. Wer? Sie war 2008 Juniorinnen-Weltmeisterin und kommt aus Kolumbien. Derzeit fährt sie für das schweizerische Team Struby-Bixs und braucht wohl Training, oder wozu der Abstecher zu einer gegen internationale Rennen in wärmeren Gefilden vergleichsweise unbedeutenden Serie in der deutschen Eifel, wo am Streckenrand noch Schneereste liegen?

Das Ergebnis bei den Masters wunderte kaum. Die Masters 1 gewann Tobias Kurz, die Masters 2 Jürgen Scholtes. Erwähnt werden sollte auch dass dort Max Friedrich nach längerer Abstinenz wieder auf dem Rad auftauchte und aus dem Stand Dritter wurde. Er hat es halt nicht verlernt, auch wenn er sich in der letzten Zeit eher mit gewissen Rutschbrettern aka Ski beschäftigt haben soll.

Vier Klassen waren in diesem Rennen zeitgleich am Start. Wer fehlt noch – die U19. Da machte ein Schwarzwälder ein Fäßchen auf. Ben Schweizer kommt nicht unbedingt aus der Alpenrepublik, sondern dem Team nach aus dem Münstertal südlich von Freiburg. Er fährt diese Saison für Stop&Go Marderabwehr. Ein anderer bekannter Name aus dieser Mannschaft ist zum Beispiel Julian Schelb. Die einzige Juniorin am Start, Hannah Meyer, hatte es da nicht ganz so weit, sie fährt für Stahlross Wittlich.

„Lustig“ wurde es anschließend bei der Elite. Die 18 Teilnehmer holten sich nicht nur ihre ganz individuelle Fangopackung, sondern wohl auch den einen oder anderen Plattfuß. Das erste Opfer war gleich einer der Bekannteren, Marco König. Für ihn war nach der ersten Runde schon Feierabend. Vorne im Feld duellierten sich Noah Jung und Gerrit Rosenkranz, wobei Gerrit am Ende die Nase vorne hatte.

Den Abschluss des Tages machten die Hobbyklassen. Bevor die aber auf die Strecke gingen hatte man es mit der Siegerehrung der Elite plötzlich recht eilig. Statt in die Dusche ging es schnurstracks zum Treppchen, während die Klassen zuvor während der nachfolgenden Rennen geehrt wurden, was leider zur Folge hatte dass der Fotograf nicht von Start und Ziel weg kam und alles weiter im Wald unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand. Man kann bei so einer Veranstaltung wählen. Start, Ziel und Ehrungen – oder Natur. Beides geht nicht.

Die Sportler waren im Ziel relativ unterschiedslos braun. Nicht wegen der Sonne, die zwar ab und an etwas schien, sondern eher wegen Bodenkontakt und mobiler Untergründe. Etliche mussten ihre Rennen aufgeben, weil die Räder so zugeschlammt waren, dass die Technik versagte. Wozu hat man da gleich in Zielnähe einen Waschplatz? Den Weg dorthin wiesen Sandsäcke, mit denen man die Überschwemmung etwas in Grenzen zu halten versuchte. Geholfen hat es wenig.

Bilder sind in der Sammlung.
Ergebnisse findet ihr beim Veranstalter.

4 Gedanken zu „Bulls-Cup #1 Adenau“

  1. Immer wieder schön zu lesen wie man versucht auf biegen und brechen irgendwie einen negativen Punkt einer Veranstaltung zu finden um sich selbst als Erlöser zu feiern.
    Wer einmal in eine solche Veranstaltung organisatorisch involviert war ,weiss wie viele Hürden man nehmen muss um so eine Veranstaltung zu Meistern.
    Auf diesem Wege vielen Dank für die vielen helfenden Hände die ehrenamtlich Stunden und Tage opfern um diesen Sport am Leben zu halten.Danke an die Feuerwehr ,das Rote Kreuz und an die Stadt Adenau die bis zum Schluss an der Strecke gearbeitet hat um hier ein Rennen fahren zu können. Danke an die Helfer des RC Herschbroichs die geholfen haben dieses Rennen zu Stemmen.
    Wir haben viele positive Rückmeldungen von den Teilnehmern bekommen und sind Froh über diese langjährige Resonanz.
    Es ist Unfair und Arrogant solch einen Bericht zu Verfassen.
    Ich nenne es unverschämt.
    Schade dass dieser schöne Sport von diesen Leuten ins lächerliche gezogen wird.
    Martin Tillmann
    RC Herschbroich

    1. Guten Morgen Herr Tillmann,
      Entweder haben Sie einen anderen Artikel gelesen oder sprechen ihren Mitmenschen das Recht auf eine eigene Meinung ab! Das einzig Organisatorische, das ich aufgegriffen habe, waren die us meiner Sicht zeitlich ungünstig gelegenen Siegerehrungen einiger Klassen. Haben Sie schon einmal so eine Veranstaltung fotografiert? Die Sportler können sich regelmäßig ihre Bilder, die sie aber brauchen, nicht selbst machen und verlangen nach dem Rennen danach sobald sie jemanden mit einer Kamera am Streckenrand sehen. Dabei ist das garnicht meine Aufgabe. Ich habe das Rennen aus Interesse besucht und danach meine Bilder auf Wunsch einiger Teilnehmer zugänglich gemacht sowie meine Meinung dazu niedergeschrieben. Der einzige Zeitungsartikel zum Rennen von der Rheinzeitung steht ja hinter einer Bezahlschranke, was insoweit ungünstig ist als es unrealistisch zu nennen ist zu erwarten, jeder Interessierte könne alle Zeitungen der Republik abonnieren um an die für ihn oder sie wichtigen Informationen zu gelangen. Da ich davon ausgehe dass Sie offiziell für ihren Verein und die Rennserie sprechen erlaube ich mir Sie darauf hinzuweisen dass niemand verpflichtet ist 200 Km weit zu fahren um einen Sport zu unterstützen der offenkundig garnicht unterstützt werden will, von sich als fehlerfrei überzeugt ist und die Folgen von Zuschauerschwund nicht begriffen hat. Auch die Zuschauer wollen sowohl die Rennen als auch die Ehrungen sehen, und andere Veranstaltungen führen diese daher gleich nach Zieleinlauf durch, wie das bei euch nach dem Eliterennen ja auch der Fall war. Kurz und knapp – wenn euch das so lieber ist verzichte ich gerne auf weitere Besuche. Das spart mir sehr viele Kilometer.

  2. Hallo Thomas,
    Du hast deutlich mehr Organisatorisches aufgegriffen als die Siegerehrungen: Du beschwerst Dich über die mangelnde Ortsangabe (steht aber korrekt „Schulzentrum Kallenbachbachstraße“ auf der Bulls-Cup-Homepage oder „Start-Ziel: Alter Postweg“ auf rad-net.de) Die mangelnde Ausschilderung kann ich nicht beurteilen, ich war ja nicht vor Ort. Übrigens gäbe es sogar eine Bushaltestelle „Schulzentrum“, die aber am Wochenende nicht bedient wird.

    Und im letzten Abschnitt verurteilst Du den Versuch, ein wenig mit Sandsäcken die Überschwemmungen am Waschplatz ein wenig einzudämmen, als weitgehend nutzlos. Diejenigen, die die Sandsäcke gefüllt und dorthin geschleppt haben, werden sich gerne bei Dir für den Hinweis bedanken.

    Und dann lässt Du Dich, sonst eher als Freund der Sportler und Kritiker der Veranstalter bekannt, ziemlich dümmlich über Laura Valentina Abril Restrepo aus, die Siegerin des Damen-Rennens (über das Du sonst kein weiteres Wort verlierst). „Wer?“, fragst Du, und gibst Dir gleich selbst eine Antwort: „Sie war 2008 Juniorinnen-Weltmeisterin und kommt aus Kolumbien. Derzeit fährt sie für das schweizerische Team Struby-Bixs [sic!] und braucht wohl Training, oder wozu der Abstecher zu einer gegen internationale Rennen in wärmeren Gefilden vergleichsweise unbedeutenden Serie in der deutschen Eifel, wo am Streckenrand noch Schneereste liegen?“
    Es ist immer gefährlich, als Journalist (oder hier als Blogger) Mutmaßungen anzustellen, wenn man keine Ahnung hat. Valentina wohnt und arbeitet seit August 2019 in Bonn, knapp 50 Kilometer von Adenau entfernt. Was liegt also näher, als ein Rennen direkt vor der Haustüre zu fahren? Hier hilft (kleiner kostenloser Tipp von mir): rede mit den Leuten oder google, dann wärst Du schnell auf den sehr informativen Artikel von Kollege Erhard Goller gestoßen:
    https://www.acrossthecountry.net/laura-valentina-abril-restrepo-nach-dem-wm-titel-ist-alles-explodiert/

    Du wunderst Dich ernsthaft, dass jemand, der Dich nicht kennt, Deine Artikel als unverschämt bezeichnet? Wer Dich kennt, wird sagen: ja, ein typischer Thomas-Laut-Artikel, der immer wieder Punkte findet (die es bei jeder Veranstaltung gibt, insbesondere, wenn sie von engagierten, aber oft mehr oder weniger unerfahrenen Ehrenamtlichen organisiert wird), die zurecht zu kritisieren sind. Kennst Du das bekannte Bonmot „Wenn Sie zufrieden waren, sagen Sie es ihren Freunden, wenn nicht, sagen Sie es uns?“ Alle Veranstalter, die ich kenne, sind über ein Feedback ihrer Veranstaltung dankbar, auch über Negatives. Aber halt eher im persönlichen Gespräch als auf einer Seite eines Bloggers, wo man kaum die Chance hat, seine Sicht der Dinge darzustellen. Und diese Kritik muss auch nicht am Renntag erfolgen, denn da sind die meisten Veranstalter ziemlich ausgelaugt und einfach froh, dass es vorbei ist, sondern ruhig ein, zwei Tage später. Dann sieht man auch als Kritiker manche Sachen in einem anderen Licht.

    Übrigens: um den Artikel in der Rhein-Zeitung zu lesen, musst Du selbige nicht abonnieren: entweder nutzt Du den kostenfreien 4-Wochen-Testzugang oder investierst unglaubliche 49 Cent, um den Artikel einmalig lesen zu dürfen.

    Gibt es eigentlich eine Liste von Veranstaltungen, zu der Du nicht mehr reist? Oder wo sich die Veranstalter schon im Vorfeld eintragen können, dass Du gar nicht erst anreisen musst?

    1. Hallo Armin, warum verzerrst du die Fakten? Weder beschwere ich mich noch mache ich was nieder! Die freie Meinungsäußerung ist ein Verfassungsrecht und die sachliche Erörterung einiger Dinge nicht jedermanns Sache. Man muss niemanden persönlich kennen um zu akzeptieren dass es keine perfekten veranstaltungen gibt. Es gibt nur Leute die alles sofort persönlich nehmen. Statt auf Hinweise zurückzufragen wie das gemeint ist zieht man da sofort die unterste Schublade auf und greift unter der Gürtellinie an. Muss das sein? Ist das zielführend? Ich ahbe lange Zeit nciht begreifen könnenw arum alle mir bekannten zeitungen über Radsport – wenn überhaupt – nur noch als Pflichtübung berichten: hat statgefuunden, hat gewonnen, Feierabend! Nun weiss ich warum! Auch da muss sich niemand so anfassen lassen. Gar niemand! Wenn klar wird dass an einer sachlichen Diskussion kein Interesse besteht kann auch ein Berichterstatter sich wie ein absoluter Privatmann verhalten. Mir macht das wenig aus. Den Schaden hat der SPort. Oder meinst du es ändert was an Problemen wenn sie keiner mehr anspricht? Das führt nur zur Abstimmung mit Füßen! Die Leute bleiben weg, und irgendwann reagieren dann die SPonsoren, die ihr Geld nicht geben weil sie zuviel davon hätten. Was habt ihr davon? Keine Rennen mehr, Probleme mit Behörden und die wirklich böswilligen Kritiker bekommen hinter vorgehaltener Hand immer mehr Oberwasser. Ich werde mich jetzt darauf einrichten, sehe für Vertrauensseeligkeit zunehmend keine Grundlage mehr und stelle nunmehr alle Rennen unter Vorbehalt. Ich muss nciht hunderte Kilometer da hin fahren, dort Bilder amchen und die euch zur Verfügung stellen. Ich kann das alles auch für mcih behalten, wie es der Gesetzgeber streng genommen ja sogar will, und mir ein schönes Wochenende woanders machen. Was mag wohl dabei herauskommenw enn das alle machen? Nichts anderes als jetzt schon der Fall ist: Rennen ohne Publikum, bei denen die Beteiligten unter sich bleiben, wie das offenbar ja erwünscht ist. Macht was draus!

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