Greenlake-CX Mühlheim 2020

Ein Wort vorweg: Es gibt Dinge, die sind nur sehr schwer zu verstehen, für Laien gleich gar!

Eins dieser Beispiele ist die Aufforderung an Teilnehmer, sich unter falschem Namen anzumelden. Woher kommt das? Nun, man muss dazu wissen wie der Radsport-Verband seit langem und teils auch mit gutem Grund gegen sogenannte wilde Rennen vorgeht. Er belegt Lizenzfahrer, die an nicht vom Verband oder seinen Mitgliedsvereinen organisierten Rennen teilnehmen, mit Strafen. So fuhren da also Donald Duck und Micky Maus um den See. Den Machern kann’s egal sein, und Außenstehende müssen es nicht wissen.

Man kann das Verhalten der Offiziellen insoweit nachvollziehen als es sich gegen kommerzielle Trittbrettfahrer richtet, deren primäres Ziel Geldverdienen ist. Vereine arbeiten dagegen ehrenamtlich und wollen unterm Strich nur eine schwarze Null stehen haben. Dass man da Konkurrenz nicht gerne sieht, zumal sie hier den Ruf des Sport beschädigt, ist verständlich. Nicht verständlich ist, was sich derzeit da auch noch ereignet, nämlich dass man unterschiedslos auch gegen Privatinitiativen vorgeht, wenn diese lediglich ausbleibende Vereinsaktivität ersetzen. Vielerorts gibt es keinen Sportverein, der etwas anbietet.

Das Greenlake-Crossrennen heute in Mühlheim kann auch unter der Kategorie einer Privatinitiative einsortiert werden, wie zahlreiche andere auch. Es gibt am Rand von Mühlheim am Main ein kaum bekanntes Naherholungsgebiet, dessen Kern im wesentlichen aus aufgelassenen und vollgelaufenen Kiesgruben besteht, woraus sich mittlerweile eine Landschaft entwickelt hat, die an die Sächsische Schweiz im Kleinformat erinnert. Einen Besuch ist es wert, Parkplätze sind mehr als genug vorhanden!

Etwa anderthalb Dutzend Interessierte haben sich heute Mittag an der Grillhütte daselbst eingefunden, um ein Crossrennen auszutragen, und das Wetter lieferte den dazu passenden Untergrund. Schlammige Wege waren allgegenwärtig. Dazu lag vom letzten Sturm noch genug herum, was früher mal ein Baum gewesen ein mag. Mehr Wasser von oben wartete bis das Rennen zu Ende und die Würstchen vertilgt waren. Dann blies Petrus minutengenau zum Aufbruch! Wasser marsch!

Bis dahin jedoch war Betrieb rund um die Seenlandschaft, die alles andere als eben daherkam. Aus den eingangs geschilderten Gründen möchte ich auf Namen der Beteiligten verzichten. Man muss niemanden vorsätzlich in Gefahr bringen!

Gefahren wurde eine Stunde gleich sechs Runden, wobei der Erste das restliche Feld überrundete, auch etwas das unter den vorhandenen Bedingungen eine Leistung der anderen Art war. Der Fotograf schaffte es zu Fuss nur bis zur Brücke in der Streckenmitte und kam knapp zu spät wieder ins Ziel, weil es auf dem Gelände an Wegweisern fehlte, sodass es mehr ein Orientierungslauf besonderer Art war statt einer planbaren Aktion.

Bilder vom Tage sind in der Sammlung.

Adenauer wird gerne mit dem Slogan zitiert: Keine Experimente!

Ich habe gerade heute Experimente angestellt und meine Lumix G9 mal zum Sport ausgeführt. Die habe ich zwar schon länger, bislang habe ich sie zwar gerne auf Reisen mitgenommen, aber beim Sport war mir die Sache wegen des nervösen Auslösers zu heiß. Man konnte kaum vorhersehen wann das Teil los gehen würde, es gab kaum einen spürbaren Druckpunkt. Ein neues Firmwareupdate hat das gebessert.

Grund für die Versuche war schlicht und ergreifend der Platzbedarf. Nimmt eine Fotoausrüstung im Vollformat doch mindestens einen großen Rucksack ein und man spürt am Abend was man getan hat passt das optisch selbe als MFT in eine Umhängetasche. Das Ergebnis gibt sich insoweit nichts als dass in beiden Fällen gebrauchsfähige Bilder dabei herauskommen, solange man genug Licht hat. Da man bei Rennen aber oft lange Brennweiten braucht vergleichen wir mal: Das Panasonic 100-400mm, Kleinbildäquivalent 200-800 mm, hat lediglich die Größe eines auf Kleinbild bezogen Standardteles (70-200 mm) statt der Größe eines Schiessprügels! Das Titelbild dieses Beitrags mit der Brücke ist so entstanden, von einem Aussichtspunkt am gegenüberliegenden Seeufer. Mit traditioneller Technik wäre das kaum möglich, ausser man kann sich einen Gepäckträger leisten. Solche Brennweiten werden in Kleinbild oft garnicht hergestellt oder sind unbezahlbar. Bei diesem System ist das nicht nur erschwinglich und tragbar, sondern auch noch bei ziemlich jedem gut sortierten Fachhändler erhältlich. Da stehen dann eben mal 2.000 Euro gegen 15.000 Euro. Ihr habt euch nicht verlesen, und man kann das wohl kaum mit Qualität begründen! Auch das Panasonic ist ein Leica-Lizenzbau.

Die kommenden Tage werden mit der Ausarbeitung der Fotos zeigen, was die heutigen Versuche erbracht haben. Schaut euch die Bilder an, ich denke da erübrigt sich die Diskussion. Was da eventuell anders besser zu machen gewesen wäre lag jedenfalls nicht primär am System.
So oder so war es die Mühe wert.

 

 

Ein Gedanke zu „Greenlake-CX Mühlheim 2020“

  1. Hallo lieber Thomas,
    Das Naherholungsgebiet um den „Grünen See“, ist aus einem stillgelegten Basaltsteinbruch entstanden; man stellte in den Achtzigern die Pumpen ab, und lies die Steinbrüche mit Grundwasser volllaufen!
    Daraus ist ein atemberaubendes, renaturiertes Naherholungsgebiet entstanden!
    Dort habe ich meine Söhne erstmals mit dem Radfahren im Gelände vertraut gemacht!
    Der „Grüne See“ selbst ist seit den fünfziger-/sechziger Jahren ein überregional bekanntes Kleinod, wo so mancher seine ersten Schwimmzüge gemacht hat!
    Gerne führe ich dich mal herum!
    Gruß
    Gustav Kaufmann, aus Mühlheim am Main

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