Die etwas andere Zeitkapsel

Einem Bericht von Ludwigshafen24.de aus der Metropolregion an Rhein und Neckar folgend kommen wohl gerade glückselige Zeiten auf Freunde historischer Verkehrsmittel zu.

Vor einiger Zeit kam die Verwaltung dort nicht mehr umhin, mit der Hochstraße die zentrale Straßenverbindung von Ludwigshafen nebst etlicher Durchfahrten darunter und der in dem Gebiet liegenden Parkplätze zu sperren. Das Teil ist nach Ansicht der Fachleute so marode dass Gefahr eines Einsturzes besteht.

Worüber Autofahrer fluchen scheint nun für die Betreiber öffentlicher Verkehrsmittel in der Stadt ein Segen zu werden. 10% Fahrgastzuwachs führten zur Notwendigkeit, die vorhandenen Angebote massiv zu verstärken. Nur womit? Was man aktuell an Zügen hat ist im Einsatz.

Not macht erfinderisch. So hat sich jemand wohl des Museums erinnert, und die alten Züge aus dem Jahr 1965 wurden wieder ausgemottet!

Nicht barrierefrei, ohne jede Automatik. Was sich für verwöhnte Zeitgenossen wie ein Horrortrip anhört ist für Freunde alter Straßenbahnen ebenso eine Offenbarung wie bei Glatteis für alle Nutzer. Die alten Züge fahren auch dann, wenn vereiste Oberleitungen jeden modernen Computer aussteigen lassen. Ab und zu geht halt mal kurz das Licht aus – aber sie fahren!

Zwar hat man schon neue Bahnen bestellt, die Industrie dürfte aber bis 2021 brauchen, um die auch zu liefern. Bis dahin, so heißt es, dürfte Ludwigshafen zum Mekka derer werden, die mal wieder erleben wollen, was anderswo schon längst in den Geschichtsbüchern entschwunden ist.