Brot und Spiele!

Schon die alten Römer wussten, was dieser Satz zu bedeuten hat. Das ganze Leben ist ein Spiel, und wir sind nur die Kandidaten. Schwund ist überall!

So musste ich auch hier eine schwierige Entscheidung treffen, bei der von vorn herein klar war dass ich es nicht allen würde recht machen können. Mir selbst am wenigsten. Am selben Tag gab es mindestens drei interessante Rennen: dreimal Radcross – Rheinzabern, Gießen und Nisterberg.

Entfernungsmäßig gab sich das nichts, ob ich 120 Km nach Süden, Norden oder Nordwesten fahre. Was den Ausschlag gab war wieder mal der Wetterbericht. Zwar sagte der in allen Fällen Regen an, aber die vermutete Zeit des Eintreffens gab den Ausschlag. So sollte es danach in Nisterberg am längsten trocken bleiben, und es bestand Aussicht darauf, zumindest halbwegs trocken über die Runden zu kommen. Auch versprach die Wiese als Untergrund dort am ehesten, begehbar zu bleiben auch wenn es naß wird. Im Wald von Gießen konnte man sich nicht unterstellen, mit Schirm in der Hand gab es keinen Weg durch´s Unterholz im Wald am Hangelstein, und der Acker von Rheinzabern würde sich am ehesten in unpassierbaren Morast verwandeln. So fiel die Wahl auf Nisterberg, wo es zumindest Pavillons gab als Unterstand und Regenschutz.

Wie das mit Vorhersagen so ist hatte Petrus dazu eine andere Meinung, und öffnete den Wasserhahn pünktlich zu Beginn der Veranstaltung zwei Stunden zu früh!

Was hat das nun mit dem Titel dieses Beitrags zu tun? Wenn man Wiese, Erde und viel Wasser vermengt bekommt man was? Matsch! Zwar verlangt die Sportgemeinde in dieser Disziplin oft und gerne nach Crosswetter, aber bestimmt nicht nach Schmierseife. Oder etwa doch und wir sind hier bei Spiel ohne Grenzen? Man hätte es meinen können!

Die Organisation der Veranstaltung lief diesmal dem ersten Eindruck nach teilweise etwas chaotisch ab. So begann es nach dem Aufbau mit dem Anwerfen des Grills. Einige suchten Verlängerungsleitungen für die Stromversorgung, die man wie eine Kaskade an Draht vom nächsten Haus am Dorfrand her holte. Was da raus kam erinnerte dann eher an eine Räucherkate als an Würstchenbude. Es dauerte etwas, bis der Grill Lust hatte, und als es damit dann soweit war durfte man wählen: essen oder Rennen verfolgen und Bilder machen. Also nicht essen …

Trotz des Wetters war die Beteiligung erstaunlich rege, auch wenn die Leute erst kurz vor knapp kamen, was dem Veranstalter eine halbe Stunde vor angesetztem Beginn schon etwas die Sorgenfalten ins Gesicht trieb. „Jetzt müssten nur noch ein paar Leute kommen, denn ohne ist das …!“ Ihr kennt das Wort, das da nicht steht. Da war es noch halbwegs trocken in Nisterberg, aber als die Kinder bis 8 Jahre sich zum Start des ersten Rennens aufstellten begann es schon zu tröpfeln. Wenig später tröpfelte es immer mehr, und als am Abend die Veranstaltung beendet war musste man aufpassen, den Unterschied zwischen Straße und Land zu erkennen. Alles war eine einheitliche grünbraune Brühe.

Wer an Sonntagen über mehr als Dorfentfernung nach Nisterberg fahren möchte braucht zwingend ein Auto! Bus? Fehlanzeige! Erst wieder montags. Der Weg führt aus dem Süden über die A3 bis Limburg und von dort weiter über die Dörfer, über Rennerod Richtung Bad Marienberg. Böswillige Menschen würden eine Wegbeschreibung auch mal so abfassen: Fahrt über Salzburg und Hof! Das ist zwar richtig, weil es dort in der Nähe zwei Dörfer eben dieses Namens gibt, aber wer denkt schon als Ortsfremder daran? Wer es nicht kennt würde das Dorf nicht im Westerwald suchen, sondern eher im süddeutschen Raum an der Grenze zu Österreich.

Beim Rennen 3 der Erwachsenen standen dann manche am Start, die ich an dem Tag eher in Gießen bei der dortigen Bezirksmeisterschaft erwartet hätte. Auch da mussten Prioritäten gesetzt werden. Dabei war von vorn herein ziemlich klar wer gewinnen würde. Das ist nun mal so wenn sich erprobte Könner mit Anfängern messen.

Das war aber zweitrangig, das Motto des Tages hieß „Trainieren und Spenden“. Alle Einnahmen aus Futter- und Getränkeumsatz wie auch aus Startgeldern ging als Spende an einen Guten Zweck. Dass so über die Jahre ein fünfstelliger Betrag zusammen kam – es gab die Veranstaltung nun zum fünften Mal – sei nur am Rande erwähnt.

Radcross ist ein Sport auf Zeit. Zwar werden Runden gezählt, die Rennen dauern aber über soundsoviel Minuten. Bei den Erwachsenen irgendwas zwischen 40 und 60 Minuten. Gewonnen hat wer nach dieser Zeit zuerst ins Ziel kommt, und hier nicht gerade Marvin Schmidt heisst. Der fuhr obwohl ebenso mit Veranstalterpflichten belastet allen um die Ohren, gab bei den beiden Kinderrennen den Wegweiser, fuhr aber ausser Konkurrenz. Bei der abschließenden Siegerehrung unterm Pavillon wurde dann ausgepackt. Die einen erhielten Blumen, die anderen jeweils ein Brot, das speziell zu diesem Zweck gebacken wurde. Als Siegerpreise herhalten mussten ebenso ausrangierte Kettenblätter, natürlich passend umgestaltet. Die finden sich in der Werkstatt des Radladens ja hinreichend. Dabei mussten einige Kandidaten erst aus dem beheizten Bauwagen nebenan herbeigeholt werden, wohin die sich verkrochen hatten. Von wegen Sportler sind harte Hunde! Sie suhlen sich zwar gerne, aber bei Temperaturen um lediglich 5°C war anschließend Warmhalten oder Umziehen angesagt.

Verhungert ist also keine(r), bis kurz vor Einbruch der Dunkelheit die meisten im Wortsinn nach Hause schwammen. Passt doch alles zum eingangs erwähnten Räucheraal.
Was bleibt noch? Der Abbau …. Da man für diese Benefizveranstaltung mehr Aufwand mit Brückenbau etc. getrieben hatte als bei so manchem Weltcup werden nun auch noch ein paar Tage ins Land gehen bis das alles wieder verschwunden sein wird.

Vielen Dank an alle die das ermöglicht haben!

Zum Abschluss nun doch noch ein Wort. Oder eine Bitte.
Wenn ich im Vorfeld aus „planungstechnischen Gründen“ vermeintlich dumme Fragen stelle so geschieht das nicht weil mir der Sinn danach stünde euch zu belästigen. Es wäre müssig hier mal das Diagramm an Ja-Nein-Entscheidungen aufzuführen, das zu durchlaufen ist um das Konzept sprich Drehbuch oder Skript für ein Video aufzubauen. Darüber kann man Bücher schreiben oder das Thema an der FH studieren. Mediengestaltung, ihr wisst schon. So ist es zum Beispiel absolut nicht egal ob ein Kurs, wie auch immer der aussieht, links oder rechtsrum durchfahren wird. Nur zur Erläuterung: Wenn die Sonne scheint steht ein Fahrer, der einmal von der Sonne beschienen wird, andersrum im Schatten. So hat diese Frage durchaus schwerwiegende Auswirkungen auf eine mögliche Standortwahl, damit auf Laufwege und damit auf das Zeitmanagement. Wenn das Rennen fertig ist und man gewonnen hat hat man oft auch Zeit für ein paar Bilder. Während des Rennens müssen die Bildberichter aber selbst zusehen dass sie rechtzeitig fertig werden, und dazu braucht es zur Vorbereitung eben etwas „Input“. Input, den man nicht immer aus der Ausschreibung ziehen kann und der sich auch nicht immer aus der Erfahrung vom letzten Mal ergibt! Etwas mehr Kommunikation im Vorfeld wäre da hilfreich. Da mir eben der nötige Input fehlte blieb es bei ein paar Fotos, die man auf meinem NAS während der Betriebszeit sehen kann. Für einen Videobeitrag reichte es diesmal leider nicht.

2 Gedanken zu „Brot und Spiele!“

  1. Das 5 Mal findet die von Marv Schmidt initiierte Veranstaltung „Trainieren und Spenden“ statt. Von Wettbewerb stand da nichts, dass der Trainer den anderen zeigt wie es geht, mitunter auch was geht, ist legitim.
    Busverbindungen im Westerwald sind chaotisch, dass zu ändern ist allerdings Aufgabe der Politik und nicht des Veranstalters. Im Zeitalter von Navigationsgeräten, auch im Westerwald haben Orte Postleitzahlen, sollte Nisterberg zu finden sein.

    Die komplette Veranstaltung, vom Aufbau der Strecke bis hin zur Bewirtung (Getränke, Kuchen, Grill etc.) wurde von ehrenamtlich arbeitenden Menschen organisiert. Für die Verköstigung musste niemand zahlen, nur, wer möchte, freiwillig Spenden. Meckern kann ich im Restaurant, da zahle ich ;=) So sollte das Anspruchsdenken etwas reduziert werden. Und für das Wetter……

    Es hat sich in den Jahren ergeben, dass einige Leute auf nicht kommerzieller Basis fotografieren, im Regelfall die Bilder auch online zur Verfügung stellen.
    Nochmal zur Info, geht um Trainieren und Spenden, nicht um Marketing. Absolut nachvollziehbar, dass Marv Schmidt der Samstags und Sonntags das Training, Einweisung in die Fahrtechnik etc., etc. durchzieht, einfach keine Zeit hat, sich mit irgendwelchen Hobby Fotografen, die er ja nicht engagiert hat, zu beschäftigen. Wenn der Fotograf nicht selbst anhand der Strecke erkennen kann, wo sich brauchbare Motive ergeben, eventuell nicht unbedingt zu Sport Veranstaltungen gehen.

    Ich persönlich habe auch fotografiert, jetzt das glaube ich dritte Mal. Bin kein Profi, mache das zum Spass. Kam immer klar, beschwert hat sich bei mir auch niemand.

    Finde die Kritik absolut daneben, die Teilnehmer, vor allem die Kids hatten immer Spass, es wurde jedes Jahr ein Betrag von mehreren 1000 € gesammelt und gespendet.

    Eventuell 2020 eine andere Veranstaltung beehren?

    Gruss Thomas

    1. Thomas Franck,
      es gibt da verschiedene Möglichkeiten:
      – Du kommentierst einen anderen Artikel.
      – Du hast eine blühende Fantasie und liest Dinge die ich nicht geschrieben habe.
      – Du legst es einfach auf eine Auseinandersetzung an.
      Dazu sage ich Dir: Ebenso wie du habe auch ich dasselbe Anrecht darauf, meine Meinung zu sagen und meine Eindrücke zu schildern. Dieser Blog ist kein Zeitungsersatz. Er muss dir nicht gefallen, auch musst du hier nicht lesen. Aber höre bitte damit auf mir Dinge zu unterstellen, die nicht in meinem Artikel stehen. Weder habe ich jemanden für das Wetter oder die Busverbindung verantwortlich gemacht – ich habe Fakten festgestellt – noch sind andere daran schuld. Davon angesehen ist deine Äusserung nicht besonders konstruktiv.
      Vielleicht scheint beim nächsten Mal ja die Sonne? Der Regen scheint dir aufs Gemüt geschlagen zu sein. Das ist im Herbst aber leider normal.
      Viele Grüße
      Thomas

Kommentare sind geschlossen.