Wiesbaden Cross Cup

Jede Medaille hat zwei Seiten, wie so manches Gebäck auch – auf der einen Seite Schokolade, auf der anderen …

Am vergangenen Sonntag, also vorgestern, fand auf dem Hofgut Adamstal der Wiesbaden-Cross-Cup statt. Was der RC Bierstadt da organisiert hatte? Man kann Trainingsrennen dazu sagen, oder Nachwuchsgewinnung. Unbedarfte hätten sicher kalte Fangopackung dazu gesagt. Ganz wie man will. Dafür, dass im Vorfeld über die offiziellen Organe kaum ein Wort dazu gefallen war, war das Interesse beachtlich.

Ab 11 Uhr begann es mit dem Üblichen: Begrüßung, Feststellung der Mannschaftsstärke, Aufteilung in Gruppen. Drei Trainer, drei Gruppen, jede rund 20 Mann stark. Danach folgte die Festigung des Erlernten in zwei Rennen, einmal über 30 Minuten für die Jugend mit den Anfängern, danach über 50 Minuten für die, für die der Vortrag am Anfang bestenfalls Langeweile hervorrief, weil sie es schon kannten.

Wenig Begeisterung rief der Untergrund hervor. Den Boden an diesem Tag nass zu nennen war kräftig untertrieben. Es war von der Konsistenz her eigentlich eher tiefwaten angesagt. Überall stand Wasser, und es kam von oben ständig neues hinzu.

Vom Kurs her war es ähnlich dessen, was die Könner im Jahr davor schon von der Meisterschaft an gleicher Stelle her kannten. Für die Einsteiger war es fast schon etwas zu heftig. Radcross ist ja mehr als das Weglassen der Straße. Zu einem Rennkurs auf Naturboden, teilweise auch mit Asphaltbelag, kommen natürliche wie auch künstliche Hindernisse aller Art, von Hügeln, Treppen, Drops bis hin zu Sandgruben, wo fahren nicht mehr möglich ist. Dann heisst es absteigen und laufen. Wie man sein Rad trägt und wieso man beim Cross keinen Flaschenhalter am Rahmen haben sollte wurde auch gezeigt. Sicher gibt es Könner, die auch eine Treppe am Rand hinauffahren, ebenso wie es solche gibt die über die Hürden springen können. Es gibt aber auch andere, die sich bei solchen Gelegenheiten den Kühler verbeulen, oder noch schlimmer rückwärts den Abgang machen. Man sollte hier sein Können schon realistisch einschätzen können bevor man zuviel riskiert. Es tut sonst weh!

Unter den Trainern fanden sich Altbewährte wie Alex Theis , Mirko Heuer oder Sascha Starker, auch Organisator Carsten Buchberger war sich nicht zu schade mehr beizutragen als die Eröffnungsrede. Unter den Teilnehmern waren Leute, die Fortgeschrittene zu nennen so untertrieben wäre wie einen Meister mit dem Stift zu verwechseln. weil man sie aus der Szene eigentlich schon kannte. Leon Echtermann zum Beispiel, der sich „mal eben zum Testen“ ein Crossrad geliehen hatte. Gelegenheit macht Diebe? Schafft Gelegenheiten!

Wer von dem Tag noch nicht genug hat kann gleich morgen weitermachen. Dann aber abends in Darmstadt auf der Radrennbahn ab 18-19 Uhr. Licht mitbringen!

Meine Bilder sind bald auf dem NAS.