Auf ein Wort!

Leider ist es in jüngerer Zeit wieder vorgekommen – dass ich auf Veranstaltungseinladungen habe antworten müssen, das sei mir zu kurzfristig.

Grundsätzlich habe ich großes Interesse an euren Rennen, aber mein Hobby ist ebenso mit „Nebenarbeiten“ verbunden, die man nicht ohne Weiteres sofort sieht.

Wie da wäre?

Um ein Video von einem Ereignis zu machen bedarf es in erheblichem Umfang der Planung und Vorbereitung, was nicht binnen 48 Stunden zu erledigen ist.

Einen Film zu drehen ist so wie einen Roman, eine Kurzgeschichte oder einen Aufsatz zu schreiben. Beides funktioniert ähnlich. Man muss also die bekannten oder zu eruierenden Fakten so verarbeiten, dass daraus ein Ablaufplan entsteht. Wird es umfangreich nennt man es Drehbuch. Ihr wisst was ich meine? Das ist das Machwerk, wo en Detail drin steht, wer was wann wo wie macht und sagt, hier aber geht es vor allem darum herauszufinden, wie man Anschlüsse, Szenenübergänge etc. sicherstellen kann wenn etwas vor Ort dann anders abläuft wie gedacht.

Wir wollen da ja keinen Ben-Hur-Verschnitt herausbekommen – etwas langatmiges das sich dann keiner mehr anschaut, sondern eben kurz und knackig das Wesentliche vom Tag.

Manche reden beim Filmemachen auch von der „Kunst des Weglassens“, denn genau das ist es – eine Handlung, die real Stunden gedauert hat, auf wenige Minuten zu kürzen ohne Wesentliches wegzulassen.

Da ich wie zuvor schon dargestellt auch in erheblichem Mass mit „Routinearbeiten“ wie Beruf, Haushalt etc. ausgelastet bin lässt sich das nicht nebenbei machen, sondern erfordert ein paar ruhige Stunden. Um einen Film zu konzipieren, von dessen Thema man noch nicht viel mehr weiss ausser dass es stattfindet braucht es oft Wochen für die Recherche, damit man genug Details hat um darauf besagtes Fundament aufzubauen.

Wenn man mit der Kamera und einem Plänchen im Kopf dann zum Rennen kommt ist schon ein virtuelles Mäusekino fertig bevor die erste Szene im Kasten ist. Das Weitere geht dann relativ schnell – Einstellungen einsammeln, montieren, vertonen, kommentieren, hochladen, Artikel dazu schreiben und so weiter.

Niemand sollte glauben wenn ich eingangs gesagtes antworte dass das böse gemeint sei, es ist ein Fakt. Auch ihr baut kein Haus ohne zuvor den Keller auszuschachten, Steine zu bestellen, einen Bauplan zu machen, oder?

Warum erwarten es dann manche von einem Filmemacher?

Mit Fotos ist es ebenso, nur andersrum von der Reihenfolge her.

Dem Fotografen kann auch nicht egal sein, was er vor Ort vorfindet, auch wenn der keinen so exakten Plan dafür braucht. Auch der muss ahnen was er einpacken soll, oder braucht einen Kofferträger! Beim Fotografen kommt die Arbeit hinterher, wenn die Bilder – oft Tausende – ausgearbeitet werden müssen.

Das Wort „müssen“ habe ich bewusst gewählt. Man kann es auch sein lassen, das ist dann aber wie mit ungeputzten Rädern nach dem Rennen. Irgendwann bekommt ihr sie nicht mehr sauber weil die Matschkruste festgebacken ist. Bestimmte Vor- und Nacharbeiten sind eben unumgänglich, hier wie da.

Wenn ihr mit Handyfotos, die mehr oder weniger Zufallsprodukte sind, zufrieden seid braucht es bei den Rennen keine Fotografen mehr. Die Mühe kann man sich dann sparen! Ihr müsst euch überlegen was ihr wollt, denn das wird es dann sein was ihr bekommt.

Derzeit ist genau das Fakt, was mich zur Filmerei gebracht hat. Die wieder erfordert Vorgenanntes. Es genügt vielleicht einem Sportler zu wissen da findet morgen ein Rennen statt. Der kommt dann oder lässt es. Ein Filmer muss da schon die Details wissen wie den Zeit- oder Streckenplan, um entscheiden zu können was er daraus macht. Zwei Wochen Vorlauf sind dann doch „etwas knapp“, vor allem wenn sich herausstellt dass noch was besorgt werden muss. Alleine die örtlichen Händler brauchen dafür regelmäßig Wochen! Die Lieferzeiten sind eben so, egal ob das ein Objektiv für 2000 oder eine exotische Batterie für 5 Euro ist.