Wäldercup 2019

Heute ist Sonntag, gestern war Wäldercup.
Wer glaubt Sonntag sei nichts zu tun irrt. Für mich findet heute statt, was eigentlich gestern auf dem Programm hätte stehen müssen: Waschtag! Wer fragt nach dem Kalender, wenn der Schrank leer ist? Parallel schreibe ich diesen Artikel. Daraus ergibt sich leider auch, dass ich beim zweiten Teil dieser hochwertigen Veranstaltung, dem heute stattfindenden MesaParts-Trail Hype, nicht dabei sein kann. Der TrailHype ist ein Bikemarathon, und wer gestern die Strecke gesehen hat weiss dass der gepfeffert und gesalzen ist. Da sind mal zwei Veranstalter, die aus der Praxis kommen und von da her ganz genau wissen, was sie wollen und können.

Simon Stiebjahn – Sportler, Vorsitzender, Veranstalter – und DJ …

Simon Stiebjahn ist selbst aktiver Sportler, Vorsitzender des veranstaltenden RSV Hochschwarzwald und eben einer der Veranstalter neben Markus Bauer, seines Zeichens ehedem Deutscher Meister im Marathon und heute Radhersteller.

Das Geheimnis von Neustadt liegt sprichwörtlich in seinen Wäldern. Während alle Welt weiss dass der andere Teil der Doppelstadt – Titisee – ein ausgewiesener Tourismusort ist, kommt Neustadt oberflächlich betrachtet wie eine bidere Kreisstadt daher.

Aber das täuscht!

In einem stillen Seitental steht die nach einem nahe gelegenen Berg mit Aussichtsturm benannte Hochfirstschanze, und wer glaubt da sei im Sommer tote Hose erliegt einem Irrtum. Ebenso wie Laien kaum annehmen würden, dass gleich nebenan eine Schiessanlage ist, und schräg gegenüber im Wald ein Rockgarden seine Heimat gefunden hat.

Letzterer war gestern Teil des Wäldercups, dem diesjährigen Finale der MTB-Bundesliga.

Schwarzwälder MTB Kids-Cup

Ebenso täuschen die Bilder, die man bei einer Suche im Internet über dieses Rennen findet. Wer sich nur den Start unten am Auslauf der Schanze betrachtet möchte meinen, da sei nichts los. Man sieht weder Publikum noch sonst wen ausser den Teilnehmern.

Ja, wo sind die denn? Im Wald!
Das Ziel liegt am Ende dieses Auslaufs, der aus der Startgeraden schon mal eine Kletterpartie macht. Die eigentliche Musik aber spielt im nahe gelegenen Wald, wo ein Zuschauerrundweg zu allen Streckenteilen führt. Die Rennen sind mit ihren 4 oder 5 Runden nebst Startloop gerade lang genug um durchzukommen, wenn man nirgends übermäßig lange stehen bleibt.

Was gestern dort war könnt ihr auf Videos sehen, die ich unten angefügt habe. Wobei wir schon wieder bei einem Irrtum wären 😉 Die verbreitete Meinung mancher Leute ist ja, dass bei einem Rennen Video als Medium dem Fernsehen vorbehalten sei. Sicher mag das mal so gewesen sein, ist heute aber überholt. Warum? Nun, im Zeitalter aktueller Systemkameras kann man für die Medienarbeit jederzeit Fotos aus Filmmaterial machen, nicht aber umgekehrt. Der Trickfilm spielt in diesem Bereich keine Rolle, wo Einzelbilder zu einem Film montiert werden. Fotografen können aber die Handlung nicht darstellen, weil Fotos eben Momentaufnahmen sind. Zudem ist Video für die Sportler extrem anwenderfreundlich. Man braucht kein Blitzlicht mehr, es ist ein total passives Medium, dessen Anwesenheit den Fahrern häufig erst hinterher auffällt, wenn sie darin zu sehen sind. Schade eigentlich, denn so entfällt die in diesen Kreisen durchaus beliebte Ausrede, die Fotografen seien an den Stürzen schuld, die es leider dort ebenso gegeben hat wie andernorts auch.

Noah Jung

Aus hessischer Sicht waren im Eliterennen zwei Sportler besonders zu beachten. Zum einen Vielstarter Noah Jung, zum anderen der für das Team HWG Gedern antretende Moritz Schäb, der einen hervorragenden 13. Platz vor internationaler Konkurrenz belegte. Viel vor hatte an diesem Wochenende Noah, der nach seinem Rennen sofort nach Hause abreiste, wartet doch heute sein Heimrennen auf ihn, der Dünsberg-Bikemarathon.

Bundesliga Endstand

Um die Lorbeeren kämpften freilich andere, nämlich diesmal die Schweizer.
Reto Indergand und Lukas Flückiger stritten sich von Anfang an um den Pott, wobei es zunächst so aussah als könne ihnen Simon „Stiebi“ Stiebjahn noch in die Suppe spucken. Da für die Gesamtwertung sein Zug aber bereits abgefahren war hielt er sich zurück und wurde Vierter. Auch damit schien er seinen Aussagen online zu folgen recht zufrieden zu sein.

Beim anschließenden Rennen der Damen und Juniorinnen musste ich leider passen. Beginnende Krämpfe in den Beinen machten eine Pause nötig, die zur Wurstaufnahme genutzt wurde. Woher die kamen? Bin ich Arzt? Zum letzten der effektiv drei Rennen des Nachmittags, dem der Junioren, war ich eigentlich steif wie ein Brett und musste bei jeder Bewegung aufpassen. Irgendwie ist man nichts Gutes mehr gewohnt?

Gewonnen hat das Damenrennen Ronja Eibl von der RSG Zollern-Alb vor Anne Terpstra, bei den Juniorinnen Emma Eydt aus Queidersbach.

Kommen wir zum abschließenden Rennen der Junioren U19. Auch hier dominierten die Schweizer, auch wenn sich Fahrer des Lexware-MTB-Teams aus dem nahen Kirchzarten redlich mühten. Leon Denervaud und Jean-Luc Halter nahmen aber dennoch die Preise mit nach Hause vor Thore Hemmerling. Die offizielle Ergebnisliste steht bei Rad-Net.

Aus regionaler Sicht erwähnenswert ist der Sieg in der Gesamtwertung der Bundesliga für den Mannheimer Lennart Krayer, dem dafür heute ein fünfter Platz in der Tageswertung reichte. Er zeigte deutlich dass er nicht aus Zufall amtierender Deutscher Meister ist.

Insgesamt war es ein sehr sehenswertes Rennen, das einen Besuch jederzeit lohnte.

Weniger lobenswert war am Abend das Verhalten der Deutschen Bahn, mit der ich die Heimreise antrat. Ein Blick in den Posteingang offenbarte nichts Gutes, stand da doch eine Nachricht „Verspätungsalarm“. Nun, mit ein paar Minuten Verspätung wäre ich zufrieden gewesen, das kann vorkommen, aber Reisende um Mitternacht auf einem verlassenen Provinzbahnhof einfach stehen zu lassen ist ungehörig, zumal „Bauarbeiten“ kein überraschendes Vorkommnis sind und von da her rechtzeitig angekündigt werden können. Solange aus der Gegenrichtung Züge fahren ist die Strecke nicht unpassierbar! Der ebenso angekündigte Ersatzbus erwies sich wie kaum anders zu erwarten war als Fata Morgana, sodass der Tag mit einem Marsch über die Felder durch Dunkelheit entlang einer gut besuchten Landstraße endete, die natürlich unbeleuchtet war. Ich durfte über die Dörfer heim laufen weil es der Bahn überhaupt nichts ausmacht von ihren zahlenden Kunden zu erwarten, dass die zu nachtschlafender Zeit mal eben stundenlang darauf warten, dass ein anderer Zug kommt, von dem niemand weiss ob und wann! So kam ich aber immer noch früher ins Bett als wenn ich darauf gewartet hätte dass sich der angesagte Ersatzverkehr einstellt. Zum Glück war es nur dunkel und hat nicht auch noch geregnet, aber das nächste Mal (sic!) werde ich nicht auf den öffentlichen Verkehr warten, sondern auf das setzen was draussen mit vier Rädern darauf warten, dahin zu fahren wann und wo ich will. Da können mir die Grünen erzählen was sie wollen! Wer das vermeiden möchte möge bei der Bahn bitte für Ordnung sorgen, das gestrige Verhalten war (und ist) indiskutabel!

Hier sind bewegte Erinnerungen an den Renntag:
Männer Elite:

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Junioren U19:

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