29. Limburger City-Rennen

Limburg lebt gefährlich – in mehrfacher Hinsicht.
Wer an diesem Sonntagmorgen aus dem Bahnhof gekommen wäre hätte fast schon auf der Rennstrecke gestanden!

Hätte … Denn durch diverse Störungen war die Stadt mit diesem Verkehrsmittel für mich an jenem Tag kaum erreichbar. So führte der Weg – mal wieder – über die Autobahn zu diesem gegenüber der Feuerwehr gelegenen Parkplatz an den Markthallen, der diverse Häuserblocks groß und für die Ecke ein Segen ist – denn das Parkleitsystem wirkt für Ortsunkundige wie eine Nebelkerze, und Ortskundige brauchen es nicht. So mancher hat sich darüber beklagt, „stundenlang“ in allen denkbaren Gegenden nach – nicht vorhandenen – Parkplätzen gesucht zu haben, dabei war die Lösung so einfach. In Limburg-Nord runter von der A3, über die Brücke rein in die Stadt, an der zweiten Kreuzung rechts, und nach weiteren zweihundert Metern bist du da!

„Wie, den gibt´s immer noch?“
Das war die Frage des Tages auf Facebook in Bezug auf den 800-Meter-Kriteriumskurs mit Start und Ziel in der Hospitalstraße. Das Rennen hat nächstes Jahr 30jähriges Jubiläum, und anscheinend hat sich in den Jahren wenig verändert.
Nomen est Omen? Man könnte es meinen, wenn die Jungs wie die […] um das Rund rauschen und es mehrmals kräftig schepperte. Die Regelung mit der Rundenvergütung gibt es nicht von ungefähr. In der Hospitalstraße gibt es zwar kein Hospital, aber vielleicht solte man eins bauen an der Stelle, wo heute ein unansehnlicher Betonklotz zum Geldausgeben animiert?

Alle Neune?! Ihr wisst schon …
Eigentlich war die Strecke breit genug, gäbe es da nicht zwei bestimmte Kurven. Eine am Ende der leicht ansteigenden Zielgeraden, eine weitere schräg gegenüber vom Karree. Beide münden in eine sich stark verjüngende Straße, und wer sich da vertut dem geht der Platz aus. Entweder wartet dort ein Baum, oder das Gitter über einer Unterführung. Beides ist ungesund!

Es begann mit den „alten Herren“, manchmal mit Damen, ging über die Amateure weiter zum Hobbyrennen und dem Ersten Schritt, um mit dem Eliterennen am späten Nachmittag seinen Abschluss zu finden. Das vergleichsweise kürzeste Rennen war das der Senioren4 mit 28 Km gleich 35 Runden, das längste das der Elite. Die durften 80 Mal rund um den Block und damit 20 Runden mehr als ihre kleinen Vettern aus der alten C-Klasse. Auch wenn die heute alle Amateure genannt werden ist es so besser, damit alle wissen was gemeint ist.

Insbesondere bei der Elite fiel auf, wer da alles so am Start stand. Da war dann eben bald klar dass die Crosssaison vor der Tür steht. Es herbstelt, und die Leute brauchen Training?! Das ändert wenig an der Tatsache, dass andere die Wertungen holten. So im Amateurrennen, wo Jörg Gehlsdorf inkognito im (optisch neutralen) Next-Level-Racing-Teamtrikot unterwegs war und es der Konkurrenz erst nach dem Rennen auffiel, dass der eigentlich Lokalmatador war. Unmittelbar vor der Siegerehrung zog er nämlich ein Limburger Trikot über. Oder bei der Elite, wo alle Wertungen Beiwerk waren nachdem Roman Kuntschik, Simon Happel und Paul Schwartz Rundengewinn vollzogen hatten.

Ein Kriterium zeichnet sich eben durch seine Wertungen aus, die alle fünf Runden ausgefahren wurden und den jeweils Ersten Punkte brachten. Es muss aber nicht sein dass der gewinnt der die meisten Punkte hat. Es kann auch sein dass einer oder mehrere einen Rundengewinn herausfahren. Der zählt dann mehr. Daneben gab es noch diverse Prämien vom Radpedal bis hin zu gewissen Umschlägen, und damit die Luft nicht zu früh raus war hat man aus einer dieser Prämien gerade mal kurz eine Superprämie gemacht, die in drei Etappen ausgefahren wurde.

Es war ein schöner Tag. Wenn sich auf dem Würstchengrill ganz allmählich im Tagesverlauf das Bratfett in braune Soße verwandelt und die Luft vom Duft der Steaks geschwängert ist weiss man woher die Schlange vor der Ausgabe kommt. Auch das Abrechnungswesen war bemerkenswert. An der Kasse gab es kein Essen, sondern gegen Bares Papierbons, die gleich nebenan gegen Würstchen und Steaks eingetauscht wurden und ihr Ende im Müllsack fanden. So weiss hinterher garantiert keiner, was verkauft wurde, um das dann nächstes Jahr in den Einkauf einfließen zu lassen.

Die Ergebnisliste steht auf Rad-Net. Es ist mir ein Rätsel, warum in diesen Listen jeweils die Rennen fehlen, die nicht von Lizenzfahrern bestritten wurden. Sind die Kids so wenig wert dass man sie nicht aufführt?

Bilder dazu gibt es täglich bis auf weiteres von 6 bis 22 Uhr auf meinem NAS.