Stenger Bike Waldsee Cup 2019

Heimbuchenthal / Volkertbrunn – Ein Sechsstundenrennen ist ein besonderes Format Mountainbikesport. Wer fährt in 6 Stunden die meisten Runden? Das Rennen ist stets sehenswert, man sollte sich aber etwas Verpflegung und einen Klappstuhl mitbringen. Bedarfsweise auch Sonnencreme. Ob alleine als Einzelfahrer oder als Team mit bis zu vier Personen ist zwar nicht ganz egal, aber möglich. Klar, wer sich abwechseln kann hat es leichter. Da es aber getrennte Wertungen gibt sind beide Parteien keine Konkurrenz.

Nachdem die Veranstaltung wie erwähnt vor einiger Zeit hat umziehen müssen befindet sich seitdem Start und Ziel am Sportplatz in Volkertbrunn. Beide Orte, Heimbuchenthal wie auch Volkertbrunn, liegen im Spessart und sind über die Autobahn ganz gut zu erreichen, wenn man lokale bayerische Besonderheiten berücksichtigt. Dort nennt man die Landstraße eben Staatsstraße, und so manche Seitenstraße entpuppt sich gerne mal als schmaler Waldweg, der kaum breit genug ist um zwei Autos aneinander vorbei zu lassen.

Start war um 10 Uhr, Zielschluss um 16 Uhr, und wer gut bei der Zeitabschätzung war durfte um 15:59 Uhr noch eine weitere Runde beginnen, während die, die das Ziel erst zwei Minuten später erreicht haben, Pech hatten.

Ich habe hier ein paar Eindrücke vom Renntag in Gestalt eines kleinen Videos:

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Wer es sich bis zum Schluss anschaut wird feststellen, dass es nicht komplett ist. Warum ist das so? Dafür gibt es mehrere Ursachen.

Schon bei der einführenden Ansprache offenbarte der Sprecher, was ohnehin jeder hat sehen können – Fahrermangel! Im Vergleich zu den Vorjahren war nur rund ein Drittel der bislang üblichen Teilnehmer anwesend. Ob das von der zeitgleich stattfindenden WM kam? Wer weiss …

Die überwiegende Mehrzahl der Asse war jedenfalls nicht da. Kein Constantin Kolb, kein Sascha Starker, und wie sie alle heissen. Nach der ersten vollen Runde war aus dem Rennfeld jedenfalls schon ein „einsames Such- und Find-Spiel“ geworden. Da fuhren einzelne Sportler durch den Wald auf ihren langen Runden, und damit wären wir beim ersten von mehreren Gründen, warum das mit dem Video eine untaugliche Idee war an jenem Tag. Du kannst zwar Sportler zeigen, die durch den Wald fahren, und dabei schöne Landschaften mit viel Holz, aber eine Handlung entsteht so nicht. Mit der bislang üblichen Teilnehmerstruktur hätte das Konzept durchaus Chancen gehabt. Man kann mit so relativ wenig Teilnehmern leider nicht rüberbringen, wie der Stand ist. Also kommt die Botschaft beim Zuschauer nicht an, ausser es betet jemand aus dem Off die Geschehnisse herunter. Dann hätte man eine Radiomoderation und keinen Film!

Grund Nummer zwei war die Gestaltung des Zielbereichs.
Hatte man dort bislang als Trenner bestenfalls Flatterband – was optisch nicht stört – so hat man diesmal massive Baustellenabschrankungen aufgebaut. Die sind weder durchsichtig noch für die Bildgestaltung nützlich. Will heißen, man sieht zwar hier und da wen durchs Bild fahren, der optische Eindruck des Betrachters bleibt aber an den Baken hängen, und das ist wenig zielführend. Was im Wechselbereich auf der anderen Seite der Plastikwand vor sich geht ist schwer zu zeigen.

Grund Nummer drei war, dass ich bei meiner Runde durch den Wald mangels Wegweisern das Kirchlein nicht gefunden habe, das ich für meinen Film aber gebraucht hätte – und als mir zu allem Überfluss kurz vor dem Ziel, wo ich wider Willen wieder rauskam, dann auch noch ein Wegweiser der Bauart „Geh zurück woher du gekommen bist!“ entgegenlächelte, hatte ich die Schnauze voll. Ich wollte eigentlich weder die Rennstrecke noch die Landstraße als Wanderweg nutzen – Zeit hätte ich genug gehabt. Als ich abgebrochen habe war gerade mal ein Drittel des Rennens rum.

Da war aber am Sonntag ja auch noch das Citykriterium in Limburg, und ich wusste dass das auf dem altbekannten 800-Meter-Stadtkurs „lustig“ werden konnte. Die Entscheidung brachte ein Anruf, dass bestellte Hardware da sei und abgeholt werden könne. Jetzt oder nicht mehr vor Montag, also ab ins Auto. Sorry für die, die auf Bilder warten! Ausser dem Video wird es dieses Jahr von mir nichts geben, und das hat vor allem Gründe bei der aktuellen Gesetzgebung. Ich sage nur DSGVO. Das Machwerk als vertrauensbildende Massnahme darzustellen ist dreist und führt zum exakten Gegenteil.