Stadt-Theater

GIESSEN – Man nehme einen etwa 800 Meter langen, angeblich völlig flachen Rundkurs, fahre 60 Runden oder mehr – und bekomme einen Drehwurm!

Das war in etwa die Devise gestern in Gießen beim Rennen „Rund um das Stadttheater“, einer Traditionsveranstaltung für ihre Verhältnisse, die nun schon zum 15. Mal ausgetragen wurde. Die Beteiligung war rege, und auch Zuschauer kamen mal zu Start und Ziel vor der Sparkasse, die als Sponsor auftrat. Das ist halt der Vorteil, wenn man ein Rennen mitten in der Stadt austragen darf statt weit draussen in einem Industriegebiet, wie das heute leider fast schon üblich ist.

Es begann morgens um 9 Uhr mit den Schülern und endete mit den Elite-Amateuren nachmittags noch lange nicht. In die Radrennen eingelagert waren zwei Inliner-Rennen. Ein Mannschaftszeitfahren des Westdeutschen Inlinecups und ein Jedermannrennen zum Abschluss.

Das Problem damit war, dass die Ausschreibung für Radfahrer das Inlinerrennen nicht erwähnt hat, ebenso wie die Inliner nichts über die Radrennen erfahren haben. Gehässige Mitmenschen würden so etwas beschreiben als „von Fachidioten für Fachidioten“! Dabei meint der Begriff Leute, die nur ihr eigenes Umfeld sehen statt dem Ganzen. Statt der interesierten Bevölkerung klipp und klar zu sagen was es da wann und wo zu sehen gibt und wie das abläuft hat man für die ein Detektivspiel daraus gemacht. Ob man sich dessen überhaupt bewusst war? Anscheinend ist man der Meinung, das lesen doch eh nur die Sportler, die es direkt angeht. Zuschauermangel ist die landläufige Folge! Eine Veranstaltung mit zwei verschiedenen Veranstaltern, die wohl jeder für sich ihr Süppchen gekocht haben.
Ob´s geschmeckt hat?

Als ich ankam fuhren gerade die Senioren ihr Rennen. Es folgte das „Rahmenprogramm“. Jedermann war ausgeschrieben – da waren die Knirpse von 3 bis 5 Jahren, die naturgemäß noch keine Lizenz haben können. Also „Jedermann“. Vielleicht sollte man das mit der Bezeichnung mal ändern und das Ding nennen was es ist?
Ein Nachwuchsgewinnungsversuch? Wie sagte danach der Sprecher sinngemäß „Die sind jetzt angefixt, nun muss man weitermachen!“ Gelegenheit macht Diebe – und Radsportvereine hat Gießen genug.

Am Start der Amateure, früher C-Klasse genannt, standen einige mehr als üblich, auch wenn hier wie da die Zeiten der großen Starterfelder vorbei sind. Optisch aufgehübscht durch Hinzunahme der Junioren fuhren die 60 und die Älteren 70 Runden.

Operation Drehwurm?

Zunächst mal Operation Rüttelsieb. Die Straße beziehungsweise deren Belag war zumindest stellenweise wohl doch recht zweifelhaft. Nicht in Gestalt von Löchern, wohl aber doch durch Wellen, die nicht ganz folgenlos blieben.

„Sani!!!“
Nicht nur einmal fuhr das gewisse Auto mit Diskobeleuchtung im Rennen mit, und die Zuschauer bei Start und Ziel bekamen die Stürze auf der Gegengeraden nur mit, wenn es eben mal wieder diese „Musik“ zu hören gab. Dabei hatte man schon den Modus gewechselt und statt des üblichen Kriteriums ein Rundstreckenrennen auf Endspurt ausgeschrieben. Statt „Schlafwagen“ gab es aber alle zwei Runden Geld, wenn auch keine großen Beträge, aber wer mit dabei war hatte am Ende sein Fahrgeld wieder raus. So blieb es spannend. Ein bekannter Bahnfahrer aus dem Juniorenbereich vorne weg, die Meute hinterher.

Vor jedem Rennen zu hören ist bekannterweise die Ansage des WAV: „Jeder fährt auf eigene Rechnung und Gefahr!“ Will heißen, Regressansprüche aufgrund von Sturzschäden sind ausgeschlossen. Nicht jeder hat da wohl zugehört! Wie mir nach dem Rennen zu Ohren gekommen ist muss wohl einer versucht haben – der bei einem dieser Stürze sogar noch über seinen am Boden liegenden Vordermann drüber gefahren sein soll – von diesem hernach den Schaden an seinem Rad einzufordern!

Lustig wurde es später dann bei der Elite. Da ging sofort die Post ab, und drei fuhren bis Rennmitte einen Rundengewinn heraus, der zwar keine Wertung, aber Not für den WA mit sich brachte. Die fuhren dann im großen Feld zwar mit, waren aber rechnerisch immer eine Runde voraus. So wurde entschieden, das Feld vier Runden vor Schluss um die Plätze sprinten zu lassen, damit die drei Führenden den Schlussspurt alleine austragen konnten. Sonst wäre das Chaos programmiert gewesen. Es hat alles gut geklappt, weil die sich herausgehalten haben als es für das Hauptfeld um die Holzmedaille ging.

Offizielle Ergebnisse sind hier bei Rad-Net.de.

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