17. Vulkan-MTB-Marathon Schotten

SCHOTTEN-RUDINGSHAIN – Gestern war mal wieder Zeit für etwas Radeln am Berg.

Schotten wirbt ja damit, die Stadt am grünen Vulkan zu sein. Geologisch gesehen sitzt man auf dem Vogelsberg in der Tat auf einer erkalteten Herdplatte.

Den Vulkan-MTB-Marathon mobil zu nennen ist nicht abwegig, eben weil er gerne umzieht und fast jedes Jahr woanders stattfindet. War er noch vor wenigen Jahren im Zentrum der Stadt, zog er später an die Schule um und letztes Jahr nun an den Sportplatz vom VfR Rudingshain.

Start zur Mittel- und Langstrecke war um 13 Uhr, die Kurzstrecke ging eine Viertelstunde später auf die Reise. Am Start stand neben zahllosen anderen, wer als Lokalmatador Rang und Namen hatte. Wir finden viele davon später oben auf dem Treppchen wieder! Aber auch Anreisen aus zum Teil weitem Umkreis waren zu verzeichnen.

„Nebenan“, unten im Dorf, wird demnächst das Bergzeitfahren für Jedermann, das auch schon mal Hessenmeisterschaften in dieser Disziplin gesehen hat, starten. Dessen Ziel liegt ganz weit oben, an der Taufsteinhütte auf dem Hoherodskopf. Rudingshain ist nicht groß. Wer die Wege aber laufen will muss Steigeisen mitbringen. Es liegt dort manches nicht einen Kilometer entfernt, sondern im ersten, zweiten, dritten Stock!

Derzeit ist es schwierig, diesen Ort zu erreichen. Nicht nur die ewigen Sonntagsfahrer machen aus der Anreise ein Glücksspiel. Auch eine Großbaustelle auf der Strasse zwischen der Kernstadt und Rudingshain sorgt für Adrenalin. Obwohl fast zwei Stunden vorher daheim abgefahren war ich erst zehn Minuten vor dem Start der Langstrecke dort auf dem Parkplatz. Zudem erwies sich die Angabe, dieser läge nicht weit vom Start entfernt, als auf Radfahrer gemünzt. Mit dem Rad bist du bergab in wenigen Minuten am Start, aber zu Fuss und mit Gepäck? Früher bin ich in kürzerer Zeit bis an die Mosel gefahren, und nicht „bloß“ in den Vogelsberg! Fürs nächste Mal weiss ich, dass eine halbe Stunde früher besser gewesen wäre.

Apropos Höhenmeter… Nicht nur der Marathon wies genug davon auf. Auch das Veranstaltungsgelände selbst war schon mehrstöckig. Auf dem Parkplatz vor dem Sportplatz war Start und Ziel neben Krankenstation und Futterausgabe. Eine zweite Futterausgabe gab es einen Stock höher auf dem Sportplatz selbst. Dort fand auch die Siegerehrung statt, jedenfalls zum größten Teil. Wer wie die Meisten oben bei Kaffee und Kuchen saß konnte schon nicht mehr sehen, was sich im sportlichen Teil ereignete. Bis es windig wurde!

Windig wurde es beim Landeanflug des Rettungshubschraubers …
Genaueres erfahren haben wohl nur die innersten Zirkel, aber so man hörte muss sich jemand auf der Abfahrt überschlagen haben. Expresstransport per Lufttaxi war da angesagt…
Gute Besserung an dieser Stelle! Es zeigte sich – leider mal wieder – die oft mangelnde Parkdisziplin vieler, die ihre Autos möglichst zielnah abstellen, sodass der Sanka nicht mehr durch kam! Muss das sein? Die Polizei war vor Ort tätig, um die Halter ausfindig zu machen …

Das Rennen selbst bestand je nach Distanz aus einer oder mehreren Runden derselben Strecke. Die Kurzstrecke fuhr eine, die Mittelstrecke zwei und die Langstrecke eben drei Runden mit teilweise kniffligen Passagen, die jedoch angeblich alle durch Chickenways entschärft waren. Nur hatten diese eben den Nachteil, durch Umwege ein paar Minuten Zeit zu kosten.

Leider war es vergebene Liebesmüh, dem Rennen folgen zu wollen. Dafür sind rund 23 Kilometer pro Runde einfach zu weit. Etwa eine Stunde brauchten die Besten für eine Runde, und nach 1:02,21 Stunden war Christopher Platt wieder da und im Ziel. Der Schnellste auf der Kurzstrecke war er damit nicht, hat aber die Hauptklasse der Männer gewonnen. Etwas schneller war einer bei den Senioren 1 – Max Lohmeyer aus Marburg brauchte nur 19 Sekunden mehr als eine Stunde.

Zuvor jedoch war die erste Durchfahrt derer, denen eine Runde nicht reichte. Am Hang hinter dem Sportplatz ging es nach einer Steilabfahrt auf Beton scharf rechts den Hang hinunter.

 

Da war sozusagen der Lieferanteneingang zur Spielwiese mit einer Art Kohlenrutsche. Hier sehen wir Konstantin Kolb auf der Mittelstrecke. Gewonnen hat die ein anderer, nämlich Noah Jung aus Gießen. Odenwald oder Schiffenberg? Beides sind gute Trainingsgebiete.

Kommen wir zu Sascha Starker aus Bensheim. Nach der ersten Runde noch gut im Rennen gelegen war später von ihm nicht mehr viel zu sehen, sodass sich der Streckensprecher bereits Sorgen um seinen Verbleib machte. Ich hoffe es war nur ein technischer Defekt, wie ihn manche hatten, die ihr Rad ins Ziel schoben oder trugen.

Kommen wir zur Langstrecke. Dreimal den Turn um den Vulkan bei Temperaturen um 30°C grenzt ja schon fast an Masochismus! Darin am besten war gestern ein Altbekannter – Tobi Eise. Er fuhr wie ein Uhrwerk, rund eine Stunde je Runde ohne nennenswerte Abweichungen, und war demnach „pünktlich“ im Ziel, um gleich nach der Siegerehrung zum Nachtdienst einzurücken.

Also ehrlich, ich wäre da nachts nicht wach geblieben nach dieser Leistung! Aber offenbar ist er daran gewöhnt, fährt er doch „nebenbei“ seit zwei Jahren nicht nur für HWG Gedern Mountainbike, sondern auch noch für das Team MTS Triebwerk Straßenbundesliga. Da macht man sowas halt öfters.

Hier sind 12:23 Min. Film vom Rennen: