Bergrennen Langenbrand

Nach Lage der Dinge wird das hier wohl einer der letzten Beiträge zu einem Sportthema.

Auch ich freue mich über ein Mindestmaß an Respekt statt nach dem Renntag dazustehen wie der nützliche Idiot, wenn man zuhause ankommt und in den sozialen Medien sieht dass die Bilder dann wohl eher doch nicht gebraucht werden.

Es ist eure Entscheidung, schnell verfügbare Fotos von Fotografen vor Ort zu nehmen. Das dürft ihr. Damit verbindet sich aber auch die Botschaft an alle Auswärtigen, dass sie überflüssig sind! Es gibt keine Chancengleichheit, zumal kein Netz vor Ort verfügbar ist, das man zum Hochladen nutzen könnte. Die Ortsansässigen sind da immer schneller, und damit ist der Markt verlaufen und die Mühe für die Füße ehe man wieder zuhause ist. Akzeptiert wird nur, wer als erstes liefert, egal wie.
In der heutigen Zeit muss niemand mehr das mit der DSGVO verbundene Risiko auf sich nehmen, wenn dann sowas dabei herauskommt. Das war nicht nur dort oder zum ersten Mal so. Aber irgendwann erkennt auch der Gutmütigste die Zeichen der Zeit! Da helfen auch keine Aushänge, denn es gibt bereits Entscheidungen, dass diese im Zweifel wertlos sind oder günstigstenfalls den Veranstalter selbst schützen. Sie schützen aber nicht die Fotografen, vielleicht mal mit Ausnahme der Presse, die sich ja selbst den Persilschein in die Verordnung hat reinschreiben lassen. Darauf verlassen kann man sich in Deutschland nicht. Ebenso wirken Versprechungen von freier Verpflegung als Gegenleistung für die Bilder. Was zählt findet an der Kasse statt, und da hielt man die Hand auf. Nicht dass ich mir die Wurst nicht leisten könnte, es geht um Vertrauen, das erneut beschädigt wurde. Weder muss ich betteln, noch möchte ich mich als Schnorrer fühlen.

Also werde ich meine Themen wie angekündigt anpassen, mich mehr auf Reisethemen verlegen und meinen Schwerpunkt in Richtung Video verschieben. Deutschland hat viele schöne Städte und Landschaften, da muss man nicht dorthin gehen wo man sich für sein Dasein zum Schluss womöglich noch rechtfertigen muss.

Langenbrand (siehe Titelbild) ist ein Teil von Forbach im schönen Murgtal, und wenn man Sonntag morgens an der Bahn steht kann es sein, dass einem ein Zoo entgegen kommt. So wie heute, als mal wieder eine Masse an Fotografen auf der Brücke stand und ins Tal hinunter starrte. Man erwartete den historischen Dampfzug, der in den Sommermonaten gelegentlich zwischen Karlsruhe und Freudenstadt pendelt – und es erschien ein Krokodil!

Wenig später trieb dann auch noch ein Wanderschäfer seine Herde mitten durchs Dorf.

Ist die Gegend nicht unbedingt flach, so hat man es doch vermieden die Dorfstraße mehr als unvermeidbar ansteigen zu lassen. Links bzw. rechts davon geht es dann eben den Berg hinauf, oder ins Tal hinunter. Brücke vorne, Brücke hinten, und der Bahnhof liegt ziemlich genau am tiefsten Punkt des Ganzen.

Am anderen Ende des Dorfes liegt die Festhalle. Dort war – alle Jahre wieder – der Start zum Bergzeitfahren wie auch schon morgens ab 10 Uhr ein Geschicklichkeitswettbewerb für Kinder vom ADAC auf dem Parkplatz davor. Es sind trotzdem genügend Parkplätze für alle vorhanden, die Zeit des großen Ansturm vergangener Jahre ist auch hier leider vorbei, als man die Asse der Szene am Start erleben durfte.

Der Start ist schnell beschrieben. Der Weg auf die Startrampe führt über eine Waage. Ihr werdet vielleicht fragen, wozu man bei einem Radrennen eine Waage braucht?
Wenn das Watt einen Meister sucht kommt in Langenbrand ziemlich sicher Benjamin Merkel bei raus. Vereinsmeister und Cheforganisator ist er nebenbei auch.

Zu dieser leistungsmäßigen Rechenformel braucht man eben die Masse von Fahrer und Rad. Der Weg den Berg hinauf ist geteilt: einmal in die Kurzstrecke der Hobbyklassen über 2,5 Km, und für die Lizenzfahrer das Doppelte – 5 Km.

„Ist er zu steil bist du zu schwach!“ So war das Motto der Veranstaltung in den vergangenen Jahren. Diesmal waren eBikes mit am Start, wenn auch nur wenige, und auch wenn sie getrennt gewertet wurden macht es das Motto fraglich. Man will ja erfahren wer der beste Bergfahrer ist, und nicht wer den dicksten Geldbeutel hat. Auch wenn ein renntaugliches herkömmliches MTB schon sein Geld kostet, für ein eMTB zahlt man immer noch erheblich mehr. Das grenzt schon an eine Kapitalanlage. Dass so ein elektrisches Rad dann auch mal schnell statt 12 Kg deren 20 wiegen kann sei da nur am Rande erwähnt. Auch die wollen erst mal den Berg raufgeschafft werden, auch wenn der Motor stark nachhilft.

Auf der Straße nebenan hiess es dann: Runter kommen sie immer …

So man hörte hatten sich rund 30 Sportler vorangemeldet. Zusammen mit den Nachmeldungen war es dann etwa das Doppelte dessen, was dann ab 13 Uhr im Minutentakt den Berg hoch fuhr. Gegen 13:45 Uhr war der Spuk dann auch schon wieder vorbei, als ein Besenmotorrad mit eindeutigen Handzeichen den Weg entlang kam. Bis zur Siegerehrung dauerte es dann doch etwas. Die Zeit ging bei Kaffee, Würstchen und Kuchen aber rasch vorbei. Was mir beim Versuch, die Bilder via iPad hochzuladen, sehr unangenehm auffiel war die Tatsache, dass es in Langenbrand wie auch anderen Schwarzwaldorten ziemlich davon abhängen kann, auf welcher Straßenseite man steht, ob man Netz hat oder eben nicht. An der Festhalle hatte man keins … Ich rede von Mobilfunk. Die Segnungen eines WLANs sind dort noch nicht unbedingt angekommen. EDGE geht und reicht wohl zum Telefonieren, ist zum Hochladen aber viel zu langsam, und ob man 3G erreicht ist ortsabhängige Glückssache. Von 4G braucht dort keiner träumen.
Man merkte auch die Unterschiede im Trainingszustand schon nach den ersten paar Hundert Metern, und es klingt zynisch wenn den Jungen gesagt wird, sie müssten ja nur die vor ihnen gestarteten Älteren einholen. Die wiegen zwar mehr, haben aber auch mehr Kraft! Sportlich sind solche Sprüche mancher Betreuer sicher nicht.

Die Ergebnisse findet ihr beim Veranstalter. Meine Bilder sind im Archiv auf dem NAS.