Robert Lange Gedächtnisrennen Sossenheim

Alle Jahre wieder das gleiche Spiel im Westen von Frankfurt? Mitnichten!

Dieses Mal hiess es „Herzlich Willkommen auf der Baustelle“. Betrachtete man sich den Rennkurs, so hatte sich augenscheinlich erst mal wenig geändert. Auf der Landkarte war es immer noch der bekannte rund einen Kilometer lange kurvige Straßenkurs, den man seit Jahren kennt.
Bei näherem Hinsehen war da aber etwas verkehrt mit dem Belag. Auf der Gegengeraden sah das dann in etwa so aus: In der bekannten S-Kurve stand rechterhand in der Kurve ein Dixi hinter einer Absperrung, und hinter der Kurve fehlte links etwa ein Drittel der Fahrbahn. Da hatte man in aller Eile notdürftig einen Graben zugeschüttet (den man morgen wieder aufbaggern will). Hier finden wohl irgendwelche Kabelarbeiten statt. Infolge dessen lagen auf der verbliebenen Rennstrecke trotz allen Fegens und Kehrens Sand und Schotter herum. Sehr zur „Freude“ der Rennfahrer …


Eingestiegen bin ich mit dem Rennen der U17. Die Jugend fuhr bei warmem aber noch trockenem Wetter ihre Runden. In die letzte Runde ging eine Gruppe aus fünf Fahrern. Angekommen ist aber nur einer – Jan Riedmann. Wo war der Rest? Es wäre makaber zu sagen der ist in die Baugrube gefallen, aber faktisch läuft es auf Vergleichbares hinaus. Es kam zu einem Massensturz, den am Ziel naturgemäß keiner gesehen hat. Die Botschaft brachte einer der Fahrer, der nach bangen Minuten von der „falschen“ Seite her zum Ziel kam. Danach war erst mal warten angesagt.

Im Rennen der Amateure gingen alle erst mal vorsichtig zur Sache. Es bildete sich eine lange Schlange. Doch nicht für ewig, dann fuhren zwei vorne hinaus und dem Rest des Feldes auf und davon. Lorenz Fiege und Tim Gebauer machten die Sache unter sich aus. Ein Kriterium gewinnt man eben nicht durch taktische Spielchen, sondern durch Punkte, die man in Wertungen holt. Daneben gab es auch noch Prämien als willkommenes Zubrot.

Während das Rennen so vor sich hin lief begann es „oben“ zu grummeln. Petrus war wach geworden.

Während die Zwei da vorne einsam vor sich hin fuhren und das Feld überrundeten teilte sich das restliche Feld in kleinere Gruppen, deren Zusammensetzung ständig wechselte. Die so erzeugte Verwirrung machte sich dann später bei der Siegerehrung bemerkbar, denn der Dritte hatte wohl garnicht mitbekommen dass er nun gefragt war.

Petrus hatte inzwischen die Klokette gefunden und musste unbedingt den Wasserstand in seiner Zisterne prüfen. So spülte er förmlich die Ehrung die Gosse hinunter. Wer hatte einen Regenschirm dabei? So gut wie keiner! Selten habe ich erlebt dass eine Straße voll mit Rennfahrern, wie das nach einem anstrengenden Rennen nun mal so ist, von jetzt auf gleich menschenleer war!

Links sehen wir das Podium der Junioren. Da standen Luca Janis Jabczynski, Moses Dongus und Angelo Kerkmann auf dem Treppchen. Sie kamen gerade noch halbwegs trocken davon. Dann öffneten sich die himmlischen Schleusen. Man beachte den Lorbeerkranz, den alle Geehrten erhalten haben. Ave Caesar!

Quasi als „Pausenfüller“ fungierte dann das Kinderrennen. Die nasse Straße und der sich darauf befindliche Pollenstaub machten daraus prompt ein Spiel ohne Grenzen. Hinter der ersten Kurve lagen einige schon da. Kein „schönes“ Bild.

Wer den Sossenheimer Kurs kennt weiss, wie anfällig er für „Kegelspiele“ ist. Man muss eigentlich nicht lange darauf warten, dass wer sich versteuert oder die Kurve nicht kriegt. Es stand nun als letztes Rennen des Tages das der Eliteamateure an, und von oben drohte nun ständig weitere Wasserzugabe. Die gewöhnlich gut unterrichteten Kreise kolportierten, dass sich kaum 30 Leute angemeldet hätten. Was tun? Darauf warten dass der große Knall kommt? Überall in der Umgebung standen nun Gewitterzellen. Zum einen ist eine GH5 nicht wasserdicht, zum anderen weiss ich aus Erfahrung nur zu gut wie schnell manche Fahrer dazu neigen, Umstehende für das eigene Missgeschick verantwortlich zu machen. Darauf habe ich absolut keine Lust mehr!

Ich habe mich also entscheiden müssen, und der Weg führte zum Parkplatz.

Ergebnisse sind bei Rad-Net. Ein Video ist online.

Daraus stammen auch die hier eingebauten Bilder. Es wird also heute keine Bildergalerie geben.

2 Gedanken zu „Robert Lange Gedächtnisrennen Sossenheim“

  1. Hallo Thomas, immer wieder schön Deinen launigen Schreibstil gepaart mit profunder(?) Sachkunde lesen zu können! Hoffe Deine gesundheitlichen Probleme haben sich soweit erledigt. Du bist ja wieder recht aktiv. Noch ein GERUHSAME Sommerzeit und lass´Dich nicht unterkriegen!
    Der Sportsfreund vom OF Kriterium letztJahr

    1. Hallo Sportsfreund,
      Mein Gesundheitszustand hat nichts mit meiner Meinung zu tun, die ich durchaus belegen kann. Es gibt immer Leute, die die Wahrheit nicht hören wollen. Dass du mir absprichst aus 30 Jahren Lebenserfahrung mit diesem Sport Schlüsse ziehen zu dürfen und zwei und zwei zusammenzählen zu können stimmt allerdings traurig. Ich rede ja nicht über Renntaktik oder über die jungfräuliche Empfängnis.

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