MTB-Hessencup Bad Orb

Der MTB-Hessencup ist eine Rennserie für Lizenz- und Hobbyfahrer. Er geht aktuell in seine 16. Saison.

Es bimmelt!
Wir sind aber nicht in der Kirche, auch wenn manches an diesem Tag wunderlich erscheint, sondern stehen auf einem Berg oberhalb von Bad Orb abseits aller Zivilisation. Es war die letzte Runde des gerade laufenden Rennens eingeläutet worden. Das Wetter ist nach dem Regen gestern aufgeklart und der Boden gut abgetrocknet. Trotzdem muss es, den Reden der Sportler nach, an einigen Stellen des rund zwei Kilometer langen, o-förmigen Kurses recht matschig gewesen sein. Auch wenn der Streckenplan den Eindruck machte, man fahre nur auf Waldwegen, so entsprach die Wirklichkeit doch eher dem, dass man sich wenige Meter neben diesen Wegen Pfade durch das Unterholz gesucht hat, um das Rennen interessanter zu machen. 12-15 Minuten brauchten die Sportler für eine Runde, sodass die Renndauer von etwa einer Stunde 4-6 Runden entsprach, je nach Altersklasse. Sie kamen also nicht allzu oft vorbei. Dafür war reichlich Zeit zur Standortsuche.

Der Tag begann früh, für mich nach zwei anstrengenden Tagen viel zu früh. Nachdem ich meine Daten des Vortags verstaut hatte machte ich mich auf den Weg, in der Absicht, rechtzeitig zum Start der U17 dort zu sein. Doch Pustekuchen! Es war Sonntag, aber mit so vielen „Sonntagsfahrern“ habe ich nicht gerechnet. Wäre es nach dem Navi gegangen hätte ich unten am Friedhof parken sollen. Da gibt es genug Parkplätze, aber den ganzen Berg hoch laufen führt nur zu Atemnot. Also hoch fahren und dort sehen wo man das Auto abstellen kann. Es fand sich „was“ oben in der Nähe des Aussichtsturms, von wo aus man besten Rundblick über Stadt und Land hat.

Endlich am Start angekommen sass da ein „Häufchen Elend“ im Gras und machte nicht gerade den Eindruck vollster Zufriedenheit. Der eigentliche Favorit des aktuellen Rennens, Thorben Jost, musste aufgeben. Er habe seine Leistung nicht abrufen können, meinte er hinterher.

Das kann vorkommen, auch wenn es gerade an dem Tag blöd ist. In das Rennen eingebunden waren auch die Hessenmeisterschaften Teil des Programms. Aber er wäre nicht der erste, der daraus das Beste macht.

Auch bei anderen geschahen an jenem Tag wunderliche Dinge. So erwies sich das letzte Rennen mit Start um 15:30 Uhr, in dem so ziemlich alles fuhr was eine Lizenz hatte und nicht mehr Kind war – von den U23 über die Elite bis zu allen Senioren, Damen wie Herren – als wahrer Jungbrunnen.

Gemeldet hatte Sascha Starker bei den Senioren 1, zur Startaufstellung aufgerufen wurde er bei der Elite, zum Schluss stand er bei den U23 auf dem Treppchen – als Vizehessenmeister! Das müssen andere erst mal nachmachen, binnen zwei Stunden so viele Jahre jünger zu werden…

Meister wurde verdient Moritz Schäb, der das Rennen über vorne weg fuhr und keinen Zweifel an seiner Stellung aufkommen ließ.

So viele Klassen, so viele Meister. Bei den Senioren reichte es dann für Max Feger zum Platz an der Sonne. Hier sehen wir ihn gerade am Waldrand.

Weitere Ergebnisse findet ihr demnächst an der üblichen Stelle im Netz.
Ein Video zeigt Ausschnitte aus diesem Rennen:

Dieses Video ansehen auf YouTube.

Ganz nebenbei zeigt das Video das aus der Fotografie hinreichend bekannte Problem auf. Es ist unmöglich, den im Wald herrschenden Hell-Dunkel-Kontrast ohne Zusatzbeleuchtung so in den Griff zu bekommen, wie es eigentlich nötig wäre, ebenso ist der Farbabgleich schwierig, weil das Licht in der Sonne eine andere Farbe hat als im Schatten. Es der Automatik zu überlassen ist ein zwar fauler, aber gerade noch gangbarer Kompromiss, wie der ganze Film irgendwie aus Kompromissen zu bestehen scheint.

Das nächste Rennen folgt am 8./9. Juni in Gedern. Zuvor jedoch beginnt kommendes Wochenende – 19.5. – in Wiesbaden auf dem Hofgut Adamstal der Viactiv-Cup.