Burgwald-Triathlon

BOTTENDORF – Nur die Harten kommen in den Garten? Nicht nur auf dem Titelbild war der „Start“ heute das Ziel!

Die Anspielung muss man heute ändern, denn die im Garten waren hinterher wohl etwas „unterkühlt“ und flüchteten ins beheizte Zelt, und nicht hart – außer man meint „hartgefroren“?

Es war halt doch irgendwie ein schlechter Tausch, das Schwimmen wegen der knapp 14°C im Teich abzusagen und einen Duathlon daraus zu machen. Gewiß, die Vorgaben ließen keine andere Wahl, doch Petrus schickte das Wasser als vierte Disziplin von oben und talsperrenweise. Es war wohl im Ergebnis ein Event aus der Sparte „Cross“, wenn man den Untergrund betrachtete. Das Wasser von oben dürfte dieselbe Temperatur gehabt haben wie die Luft, nämlich 8°C! Eine steife Brise tat ihr Übriges.

Start

Die Rennen der 1. und 2. Hessenliga begannen um 10 Uhr. Der Modus war kreativ zu nennen, wie die ganze Veranstaltung ungewöhnlich daher kam. Ich weiß nicht ob die Startreihenfolge ausgelost worden war, jedenfalls gingen die Jungs und Mädels im 10-Sekunden-Abstand auf die Reise. Erste Etappe war nicht etwa die Radstrecke, sondern die Wechselzone, so als ob man gerade aus dem Teich nebenan gestiegen wäre. Dann ging es durch Nachbars Garten und eine Scheune (!) raus zum Radfahren, und auf demselben seltsamen Weg auch wieder zurück. In die Wechselzone, hinten wieder raus zum Laufen, und von dort auf verschlungenen Pfaden ins Ziel. Das Ergebnis dieses Laufs bildete dann die Reihenfolge und Abstände für den Jagdstart am Nachmittag – den ich des Wetters wegen ausgelassen habe.

Was ich bis dahin an Bildern gemacht habe war nicht im Entferntesten befriedigend, aber das offenkundig Mögliche, denn Zugang zur Strecke gab es eigentlich nicht! Weder war ein (legaler) Weg zur Radstrecke ausfindig zu machen noch zum Laufen, das jeweils so angeordnet war, dass zwischen Strecke und Zuschauern gesperrte Bereiche lagen. Zum einen gab es die angekündigte Zuschauerschleuse nicht, zum anderen hatte man es unterlassen die wichtigen Dinge wie Start oder Penaltybox so anzuordnen dass man sie ohne Fernglas einsehen konnte. Das Geschehen fand also weitgehend ausser Blickweite der Zuschauer statt, man sollte offenkundig nicht wissen was dort vor sich ging. Was die Besucher sahen waren laufende „Ameisen“ am Horizont, und damit auch für die Fotografen völlig außer Reichweite.

Den Sportlern hat man aufgetragen, auf dem Weg zum Start im hintersten Winkel der Anlage nicht durch die Wechselzone zu gehen. Einerseits verständlich, andererseits – gab es überhaupt einen anderen Weg? Ich habe keinen gefunden, denn den hätte ich selbst gebraucht!

Alle Rechte an der Liga hat sich der Verband in seiner Ligaordnung selbst vorbehalten, sodass sich jede Erörterung hierzu als müßig darstellte. Aus diesem Blickwinkel macht die Anordnung Sinn und ist effektiv. Leider geht das nach hinten los, wenn man einen guten Eindruck hinterlassen will.

Auf dem Bild hier sehen wir einen Damm. Dahinter liegt der See zum Schwimmen, aber es gibt keinen Weg, um als Fotograf dahin zu kommen! Alles verbaut!

Zuhause ist es warm und trocken … Ihr wisst schon. Da muss ich mich nicht auf aussichtslose Diskussionen mit Offiziellen einlassen, deren „Scheuklappendenken“ sich in der Vergangenheit hinlänglich erwiesen hat. Der Verband will nicht, also „hat er schon“! Sonst würde man sich anders aufführen.
Es würde mich nun nicht mal großartig wundern, wenn in ein paar Tagen Artikel zu lesen wären, in denen mangelnde öffentliche Beachtung beklagt würde. Woher soll die kommen wenn man sie nicht zuläßt? Zum Start gehören die Fotografen an den Start, zum Zieleinlauf ans Ziel. Das aber lag in der Finisher-Area oder am hintersten Ende der Platzes, wo nur Athleten und Offizielle Zutritt hatten! Es sind solche Symbole, die die öffentliche Meinung über eine Sportart prägen!

Ja, für’s Wetter kann keiner was. Aber auf den Umgang mit der Öffentlichkeit hat man durchaus Einfluss, und das fängt schon damit an dass man sich öffnet statt zu verrammeln, was zu verrammeln geht.

Wir sind hier eben in diesem Sinn nicht auf einem Fußballplatz, auch wenn das Ereignis dort stattgefunden hat. Es sind verschiedene Dinge, ob man von einer Tribüne aus 22 Leute hinter einem Ball herlaufen sieht, oder ob man versucht, einem Geschehen zu folgen, das weitgehend ausserhalb des eigenen Sichtbereichs stattfindet.

Aufgrund der Formulierungen in der Ligaordnung verzichte ich darauf, meine weiteren Bilder hier zugänglich zu machen! Aus demselben Grund sind die Fotos im Artikel so eingestellt, dass sie sich nicht vergrößern lassen.

Nachtrag: Wie inzwischen bekannt geworden ist traten etliche Teams am Nachmittag nicht mehr zum zweiten Teil des Wettbewerbs an. Die Gesundheit ist wichtiger!

Nachtrag zum Nachtrag, 17.5.2019:
Inzwischen ist eingetreten, was zu erwarten war! Es gibt auf Facebook Aussagen aus Sportlerkreisen. Man könne es sich nicht leisten, dort mit Null Punkten abzureisen. Andererseits bedürfe es der Einstimmigkeit aller Mannschaften, um den Start abzusagen, was gewöhnlich nicht gegeben ist. Das bedeutet nichts anderes, als dass sich nicht wenige genötigt sahen, wider alle Vernunft zu starten und damit die Gesundheit auf´s Spiel zu setzen! Damit grenzt das Verhalten der Verantwortlichen meiner Meinung nach an Vorsatz und an fahrlässige Körperverletzung!