22. Hausacher MTB-Weekend

Der Tälercup ist tot, es lebe der Schwarzwälder MTB-Cup.

Nach dem Aus des bewährten Formats suchte und fand man neue Wege. Am Wochenende fand in Hausach der erste Lauf einer neuen Serie statt, die vor allem der Nachwuchsförderung dient. Rennen der Erwachsenen zählen nicht mehr dazu, die veranstaltet nun jeder nach eigenem Ermessen.

Bereits am Samstag fanden für die Klassen U11 bis U17 Geschicklichkeitswettbewerbe statt, die vor allem zur Findung der Startaufstellung für das erste Rennen dienten.

Morgens Fango, abends Tango?

Wenn man sich das Wetter anschaut konnte man zu dem Schluß kommen! Es war so richtig aprilmäßig, was Petrus uns da geliefert hat. Immer wieder mal ein Schauer, möglichst zur Unzeit, am Samstag Abend bitte noch ein kleines Gewitter. Es wurde viel dafür getan, dass der Untergrund möglichst zähflüssig daherkam. So sah denn am Sonntag Morgen die Wiese aus wie eine Tongrube, und am Abend war von der Wiese nicht mehr viel zu sehen.

Die seit langem bewährte Strecke in Hausach hat einen großen Vorteil: Man kann von Start und Ziel aus durch einfaches Umdrehen den wesentlichen Abschnitt ohne langes Klettern oder Wandern einsehen. Nach dem Start vor der Tannenwaldhalle geht es auf einem langen Schotterweg in den Berg hinein. Es dauert also einige Minuten, bis das Feld oben wieder auftaucht. Der Kurs ist permanent und mit einer Tafel in Zielnähe ganzjährig bekannt gemacht.

Der nun folgende vorwiegend abwärts führende Streckenabschnitt hat es in sich. Da gibt es diverse Rinnen, ein Steinfeld, darauf eine steile, in einem Anlieger mündende Abfahrt, aber natürlich für die Verzagten auch jeweils einen Chickenway. Er wurde rege genutzt! Davor schon liegt ein Waldstück, das man mit einem Trialparcours verwechseln könnte. Auf und nieder, immer wieder.

Aus hessischer Sicht verlangte das Jugendrennen U17 nach Aufmerksamkeit. Hier am Start Thorben Jost. Der für das Stop&Go-Team startende Grünberger war nach dem Slalom vom Samstag Fünfter. Er stand also vorne in der ersten Reihe am Start. So ähnlich sah das für ihn im Vorjahr auch mal aus, und auch das Ergebnis verhielt sich nach dem Rennen recht ähnlich. Er wurde Neunter, wobei in der letzten Runde eine Sprecherdurchsage, er sei ausgeschieden, für Adrenalin sorgte.

Das darauf folgende Hobbyrennen fiel förmlich ins Wasser. Ich nutzte die Zeit im Festzelt fürs Mittagessen. Auch das Rennen der U19 mit Damen kam nicht ohne Regen über die Runden, wobei ganz aprilmäßig zwischendurch immer wieder die Sonne schien. Man konnte an dem Tag anziehen was man wollte, es war immer falsch!

Den Start der Männer zeigt mein Titelbild oben.
Hier besonders zu erwähnen ein weiterer Mittelhesse – Noah Jung mit der Startnummer 200. Etwas schade war hierbei, dass die U23 keine gesonderte Wertung erhielt, sondern im Feld der erfahreneren Älteren unterging. In diesem Rennen zählte Erfahrung mehr als vieles andere. Auch die Materialwahl war wohl entscheidend.

Wie schnell einem der Boden unter den Rädern abhanden kommen konnte zeigt das nebenstehende Bild von Niklas Sell. Akrobatische Übungen gehören aber offenbar dazu.

Was zu bedauern ist war die Not, stellenweise mit dem virtuellen Brecheisen arbeiten zu müssen! Im Wald waren die Motivkontraste teilweise derart groß dass der Einsatz von Blitzlicht unumgänglich war. Sonst sähe nebenstehendes Foto von Noah in der Trialpassage eher nach Scherenschnitt aus, und von ihm selbst wäre wenig zu erkennen.

Apropos Fotos.
Als ich am Ort des Geschehens ankam führte mich mein erster Weg zur Anmeldung, denn bis dahin habe ich von den Erwachsenen keine Starterlisten finden können. Die gab es online nur für den Nachwuchs. Was ich an der Tür dort auch noch fand war ein Zettel. Darauf stand sinngemäß: Wir haben offizielle Fotografen! Wer nicht auf den Bildern sein will möge sich rechtzeitig melden.

Schön und gut. Gemäß einschlägiger Erfahrung hatte das für mich sofortige Konsequenzen. Die Wünsche dieser Klientel sind seit Jahren hinlänglich bekannt. Ich habe daher (zahlreiche) Fragen nach Bildern durch Betreuer abschlägig beantwortet unter Hinweis auf diese offiziellen Fotografen. Wie woanders hinreichend gesagt: Ihr könnt das so machen, verliert dann aber den Support anderer. Die sind auch nicht aus Dummsdorf und lassen sich für ihre Gutmütigkeit danach auch noch angreifen! Aufgrund der einschlägigen Rechtslage gibt es bei mir leider auch keine Bilder der Kinder. Es ist nicht so dass ich nicht wollte, es ist vielmehr so dass man als Amateur nicht mehr darf! Die Regierung wollte das so, bitte beklagt euch bedarfsweise bei euren Abgeordneten.

Es gibt meinerseits also nur die Fotos in diesem Beitrag – auch wenn mir nach der Veranstaltung gesagt wurde, der offizielle Fotograf sei am Sonntag garnicht gekommen und nur am Samstag da gewesen.

Ich bedauere das so sagen zu müssen, aber ist das mein Risiko?

Die bekannt gemachten Ergebnisse findet ihr bei Rad-net.de.

Zum Abschluss noch ein Satz zu den Bildern. Ich habe am Abend rund 2000 Bilder auf meine Festplatten kopiert, die bearbeitet werden müssen. Es ist also illusorisch, das „über Nacht“ erledigen zu können und werde nach Abschluss der Bearbeitung neu entscheiden, ob ich sie hier zugänglich mache oder ob mir das Risiko zu groß ist.

[EDIT 7.5.19]:
Nach der Aussage aus Hausach – siehe Kommentare – habe ich mich durchgerungen, die Galerie doch noch online zu stellen.

Das sind die rund 1700 Bilder, wie ich sie im Archiv liegen habe. Nicht weiter aussortiert, „as is“!

2 Gedanken zu „22. Hausacher MTB-Weekend“

  1. Guten Tag,
    der SC Hausach hatte keinen professionellen Fotografen engagiert. Der Aushang war eigentlich als Hinweis gedacht, dass die Bilder ggf. veröffentlicht werden in verschiedenen Blogs. Sofern das jemand nicht wünscht, kann er dem widersprechen.
    Wir haben keinen Widerspruch erhalten, insofern spricht nichts gegen die Veröffentlichung von Ihren Bildern. Mit diesem Hinweis wollten wir in keiner Weise das Fotografieren einschränken.

    1. Hallo Frau Mayer, Ihren Kommentar nehme ich dankend zur Kenntnis. Leider lassen es die Fakten der vergangenen 15 Jahre nicht mehr zu, hierbei irgendein Risiko einzugehen. Aus den einschlägigen Kreisen sind ebenso eindeutige Forderungen erhoben worden, die sich kurz zusammenfassen lassen als: „Jeder weitere Fotograf neben der Fotofirma bedeutet für diese Gewinneinbussen! Das darf nicht sein.“ Tatsachen interessieren hier nicht. Das zeigt ja auch das Verhalten der Presse, sowie den diesbezüglichen Umgang der Veranstalter damit. Wer darf, wer darf nicht? Braucht es dazu noch Details? Manche Fotofirmen sind Willens, diesen Anspruch vor Gericht auszutragen. Auch ich habe in der Vergangenheit aufgrund der Behauptung, man habe alle Rechte aufgekauft, sogar eine Abmahnung erhalten, nur weil ich nach dem Rennen meine Bilder online gezeigt hatte! Das alleine genügte! Nun braucht niemand mehr glauben das sei ohne Folgen geblieben. Das hohe Gut „Vertrauen“ ist an diesem Tag unwiderruflich verschieden. Es gibt nichts, was das vollständig reparieren könnte. Ich kann es mir leider nicht leisten, hier irgendein Risiko einzugehen, und werde sobald das Stichwort „offizieller Fotograf“ fällt in der einzigen zu Gebot stehenden Weise reagieren: Meine eigene Sicherheit hat absolute Priorität. Alles andere rangiert dahinter. Daher verbietet sich die Weitergabe von Bildern ab diesem Augenblick. Was ein Veranstalter wirklich damit meint kann ich nicht wissen. Vermutungen und Spekulationen haben aufgrund der möglichen existenzbedrohenden Folgen auch keine Rolle bei dieser Abwägung zu spielen. Mir tut das Leid, es ist jedoch ausserhalb meines Einflusses, wie die damit umgehen, die darauf Einfluss haben.

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