RSG Buchenau

BUCHENAU – Die Radsportgemeinschaft als „gelbe Gefahr“ aus Mittelhessen? Das war mal so. Die bekannten Trikots sind unübersehbar. Aber auch hier sind die starken Jahrgänge leider erst mal vorbei.

Das Frühjahr ist nach einem langen Winter die übliche Zeit für Teamvorstellungen. So veranstaltete gestern Abend nach der Arbeit die Radsportgemeinschaft Buchenau in den Räumen des Haupt- und Trikotsponsors Roth ihre traditionelle Teampräsentation.

Welcher Sponsor steht schon so eng zu einem Verein, dass der Seniorchef persönlich zu einer Teampräsentation kommt? Hier ist das so.

Man macht das dort schon seit Jahren. Es ist auch ein sehr geeigneter Standort, gut erreichbar gleich gegenüber vom Bahnhof und geräumig mit einem großen Foyer, in dem man gut Bilder machen kann. Ein großes Glasdach hat auch Vorteile. Noch dazu bei schönem Wetter.

Buchenau ist eine Gemeinde in Mittelhessen, genauer rund 20 Km von Marburg entfernt in der Nähe von Biedenkopf. Die RSG wiederum ist ein rühriger Verein von rund hundert Mitgliedern, die zwar nicht mehr alle aktive Radfahrer sind, aber eine Gemeinschaft bilden, und darauf legt man dort viel Wert. Darum, so der Vorsitzende Roland Wagner, heisse man auch nicht Club oder Verein, sondern eben Gemeinschaft!

Gut, andernorts würde man das Wortklauberei nennen, hier ist es gelebte Realität. Man merkt eben deutlich, dass man nicht in der Großstadt ist. Landleben hat auch Vorteile! Man kennt sich.

Alle zwei Jahre veranstaltet man ein Bundesligaradrennen, in den Zwischenjahren hält man es ruhiger. Aktiv bleibt es trotzdem, es gibt ja den Bezirkspokal. Eine Einrichtung, von der sich andere Radsportbezirke eine dicke Scheibe abschneiden können! Man muss nicht dick auftragen um guten Sport zu machen.

Wie es scheint war der Termin unter der Woche zwar bekannt, aber nicht unbedingt für alle ideal. Bei der Begrüßung der Vertreter von Gemeinde, Presse und Sponsoren hörte man leider zu oft die Bemerkung „konnte leider nicht kommen“ – wer nicht schon früh Feierabend machen konnte hatte in der Tat mit der Anfangszeit um 17 Uhr ein Problem. Aber man muss die Feste feiern wie sie fallen, oder wie man einen Saal bekommt.

Dort war ein Buffet mit Getränken und Knabberei aufgebaut, und nachdem alle Platz genommen hatten begann der Abend nach der Begrüßung durch den Hausherrn mit einem Rückblick auf das vergangene Jahr. Höhen und Tiefen, Erfolge und Aussichten – Vorsitzender und Sportwart zeigten in kurzen Vorträgen den Anwesenden die Perspektiven auf. Man kann halt nicht immerfort einen Weltmeister in seinen Reihen haben und muss mit dem auskommen, was da ist. Talente hat die RSG einige hervorgebracht. Die sind inzwischen aber mehr oder weniger in einem Alter, in dem der Beruf am Sport hindert und die daher mangels Training nicht mehr in der Liga fahren können.

Es endete nach etwa einer Stunde mit dem obligaten Gruppenbild, da die einen danach weiter zum Training und andere zur Nachtschicht mussten.

Mehr Bilder findet ihr im Medienordner.