Frankfurter Halbmarathon

Ein Wechselbad der Gefühle durchlebten heute früh sowohl Aktive als auch Zuschauer beim 17. Halbmarathon mit Start und Ziel am bzw. im Stadion.

Als Grund wäre Petrus zuerst zu nennen.
Entweder hat der die Vorhersage nicht gelesen oder nutzt den falschen Kalender! Was er da heute geliefert hat hatte auf jeden Fall wenig mit der Bestellung zu tun. Bestellt waren Herbststürme im Frühjahr, geliefert hat er Aprilwetter! Leichter Regen mit Unterbrechungen ab Start … und als die nassen Läufer wieder ins Ziel kamen warf er noch den Fön an, allerdings auf der Kaltluftstufe. Das waren heute etwa 10°C!

Die Beteiligung war rege, wenn man die Starterliste zugrunde legt! 66 Seiten bei 100 Teilnehmer je Seite bedeuten annähernd 6600 Läuferinnen und Läufer an der Startlinie.

Die liefen natürlich nicht alle auf einmal los, sondern in Blöcken gemäß erwarteter Zielzeit. So zog sich der Start dieser Menschenmasse denn auch etwas in die Länge, und die Asse dürften den Main schon erreicht haben bis die letzten am Stadion los liefen.

Unter den Startern der ersten Reihe waren auch Ruben Zillig aus Bensheim, und die Darmstädter Tobias Zöller und Christoph Bentz. Alle schnitten mit einstelligen Platzziffern sehr gut ab! Auch erwähnenswert: Sebastian Kopitz (1461). Der Wahl-Kölner ist nach eigenen Worten vor wenigen Tagen erst in Tokio Marathon gelaufen und hat auf dem Heimweg nun noch schnell diesen Halbmarathon zum Auslaufen mitgenommen!

Als ich diesen Artikel schrieb war die offizielle Ergebnisliste noch nicht online, daher kann ich mich nur auf das beziehen was ich gesehen habe. Inzwischen hat sich das geändert: Ergebnisse. Die Liste ist allerdings offiziell als fehlerhaft deklariert worden, wie man derzeit beim Veranstalter nachlesen kann.

Nach 1:09:26 Stunden war mit Tilahun Babsa der Sieger im Ziel. Interessanter als der Name des Siegers war allerdings, wer ihm folgte. Da kamen Namen, die da nur wenige kannten: Tobias Zöller, Ruben Zillig, oder Christoph Bentz. Alles Namen, die im Triathlon alles andere als unbekannt sind!

Die Triathleten müssen sich heute in der Tat wohl gefühlt haben. Es war ein „etwas anderer Swim-and-Run“. Wasser mit Unterbrechungen von oben, sodass es im Stadion Wasserfälle vom Dach gab, und zum Mittagessen nach dem Rennen frischte der Wind auf, sodass es bei meiner Heimkehr pfiff wie an der Nordseeküste!

Jannik Ernst
Tobias Zöller
Ruben Zillig
Im Ziel: Ruben Zillig, Christoph Bentz
Maximilian Irle

Etwas später saß dann Lokalmatador Maximilian Irle im Ziel und diktierte der anwesenden Presse in die Blöcke.

Freilich, wo Licht ist ist auch Schatten. Was mir unangenehm auffiel war – mal wieder – der Umgang der Veranstalter mit ihrem Publikum! Das Ziel des Laufs lag am Spielfeldrand innerhalb der Commerzbank-Arena, und Zugang in die Nähe dessen bekam man nur durch einen einzigen Aufgang, sodass man den Tribünenabschnitt dort erreichen konnte. Direkten Zugang zum Ziel gab es nur „für die offizielle Presse und den Fotoservice“! Es würde mich nicht mal wundern wenn ihr abstreitet dass andere darüber überhaupt was sagen dürfen. Zum Glück gibt es Art. 5 GG. Rede- und Meinungsfreiheit.
Nicht nur, dass überall Aufpasser herumstanden wie in Fort Knox oder Sing-Sing, man konnte sich auch nicht unbedingt auf deren Auskünfte verlassen. Die Frage nach einer Toilette war beispielsweise wenig zielführend, denn die Ansage „links herum“ führte nicht etwa zu einem stillen Örtchen. Die Vorhandenen waren alle abgesperrt! Das ist nicht gut!

Da ist es schon erstaunlich, dass unten vor dem Stadion eine Würstchenbude geöffnet hatte. Andere Verpflegungsstände habe ich nicht gesehen, und auch nirgendwo die sonst üblichen Dixis. Ich weiss nicht, was dort verlangt wurde – ich habe nur die Preisaushänge im Stadion gesehen, was genügte um mir den Appetit zu verderben! Alles nur für Krösus!

Andere Veranstaltungen haben durchaus schon gezeigt, wie man aus einem solchen Lauf ein Familienfest machen kann. Heute Vormittag kam jedenfalls keine rechte Stimmung auf, woran nicht nur das Wetter schuld war.

Mit den Sportlern direkt reden? Sie nach ihren Eindrücken fragen? Vergiß es! Es war schon dafür gesorgt, dass weder das Publikum noch andere als einige handverlesene Journalisten denen zu nahe kamen! Du darfst da nicht hin! Nun, ich erlaube mir meine Schlüsse zu ziehen. Man könnte sonst ja Dinge erfahren die offiziell unangenehm sind?

In Frankfurt gab es einen offiziellen Fotografen. Daher bitte ich euch, den Bedarf an Fotos dort zu decken. Meine werde ich aus diesem Grund mit Ausnahme der hier im Bericht gezeigten nicht veröffentlichen!