Jägersburger Wald

(Titelbild: Archiv)

Mit erheblicher Verwunderung habe ich heute diesen Helferaufruf zur Kenntnis genommen.

Damit kommt ihr erst gut drei Wochen vor dem Rennen? Etwas kurz, findet ihr nicht?

Ich kann hier nur als Fotograf und Filmer sprechen. Für unsereins bedeutet die seriöse Betrachtung eines solchen Ereignisses einiges an Vorbereitung, wenn man es gut machen will. Das geht nicht in wenigen Tagen. Klar, die Öffentlichkeit merkt nichts davon, das heisst aber noch lange nicht dass da kein Aufwand wäre. Er kam, sah und siegte? Das ist eine Anekdote von Julius Cäsar. Der lebt nicht mehr …

Davon abgesehen ist angesichts der da gewesenen Fakten anzuzweifeln, dass man meine Mithilfe wirklich wünscht oder benötigt! Warum? Nun, dazu muss man wissen was sich vor einem Jahr zur DM dort ereignet hat.

Die seinerzeit Verantwortlichen hatten an die Fotografen gelbe und grüne Westen ausgegeben. Zunächst dachte sich niemand was dabei. Später zum Zieleinlauf der Elite stellte sich dann der Zweck der Aktion heraus – man hat die Gelbwesten einfach fortgeschickt, wohlwissend, dass ein Fotograf nur von der offiziellen Fotolinie überhaupt eine wirkliche Chance auf gute Bilder hat! Dort durften aber nur noch die stehen, die grüne Westen bekommen hatten! Die anderen „konnten sehen wo sie blieben“!

Zu meinem großen Glück hatte ich vergangenes Jahr meine längsten Tüten mit dabei, auch wenn es erhebliche Schlepperei bedeutet und ich das heute anlasslos nicht mehr machen würde! Sonst gäbe es das Foto nicht, das heute hier als Titelbild dient!

Darauf werdet ihr sicher nicht gern hingewiesen, es ist aber so. Sagt doch einfach gleich, wie ihr die Welt seht! Wie passt das hehre Ziel „Lasst uns zusammen den Trend des munteren Radrennsterbens in Deutschland aufhalten!“ zu diesem Benehmen? Garnicht!

Ich erörtere hier nicht, ob ihr dazu ein Recht hattet oder nicht.
Ich erörtere, was daraus folgt!

Heute heisst es: Alea iacta est! Die Würfel sind gefallen. Ihr habt vor einem Jahr das Vertrauen in Gerechtigkeit verspielt! Es gibt keine Menschen erster, zweiter und sonstiger Klasse! Wenn bei euch doch, so wendet euch jetzt auch an jene, die euch da angenehm waren. Sollten die was Besseres zu tun haben an dem Tag dann ist das nicht das Problem derer, an die sich heute euer Aufruf wendet.
Ihr habt damals – ob gewollt oder nicht ist heute egal – eine Botschaft ausgegeben, und ich habe meine Lehren daraus gezogen. Wie gesagt, wer nicht will der hat schon. So auch heute! Ich kann mich auch irgendwo an den Waldrand setzen oder eine andere Veranstaltung besuchen. Da muss man keinen Kotau für die Zulassung machen, und das schon garnicht wenn es dann so endet.

Es ist früher immer ein schönes Rennen gewesen. Nur hat es keiner nötig, sich dafür so behandeln zu lassen. Wenn diesmal die seinerzeit genehmen (Agentur)fotografen nicht kommen weil es keine DM ist habt ihr eben keine Bilder.

So einfach ist das!

Ihr habt gezeigt, dass Radsport für euch nichts ist als purer Kommerz, nicht das Freizeitvergnügen von Amateuren, die ihren Sport lieben. Anders kann das da gewesene Verhalten nicht eingeordnet werden! Ansonsten wäre man über jedes Bild froh gewesen, statt den interessierten Fotografen und Filmern Fussangeln in den Weg zu werfen. Das kann jederzeit wieder vorkommen, und dafür Aufwand zu treiben ist vergebene Liebesmüh´!

Um es ganz klar zu sagen: Wer deutlich macht dass für ihn die Grenzen zwischen Profitmaximierung Einzelner und der Sache an sich fließend sind, der darf sich auch nicht wundern, wenn als Konsequenz die Anstellung bezahlter Helfer erwartet wird statt auf die Gutmütigkeit der Mitbürger zu setzen. Die gab es mal. So aber nicht mehr! Dasselbe Resultat entsteht bei Veranstaltungen, die nur gegen Presseausweis akkreditieren wollen. Auch da darf man sich nicht wundern, wenn potentielle Unterstützer in Verweigungshaltung verfallen.

Wie man in den Wald rein schreit, so schallt es heraus!

Ich bedauere die Folgen sehr, kann mich aber – ebenso wie seinerzeit in Zusmarshausen, als man sich sorgte, es könnten zu viele Interessenten kommen – nach den jeweiligen Verhältnissen richten. Schränkt nur schön weiter ohne jede Not eure Möglichkeiten ein. Einmal verlorene Gönner kehren nur sehr selten wieder zurück.