Winterlaufserie Jügesheim 2018/19

Aller guten Dinge sind … vier!
Auch die 39. Rodgauer Winterlaufserie vor den Toren von Jügesheim bestand aus vier 10-Km-Läufen, und das Ergebnis war eigentlich bis zum Finale offen.

Nun ist es entschieden, und der Sieger der MHK heißt Kalayu Gereziher (#292, LG Eintracht Frankfurt). Sein zweiter Platz gestern genügte. Addiert man die Einzelzeiten – die besten 3 der 4 Läufe mit ggf. dem Streichergebnis oder einem ausgelassenen Lauf – auf so ergibt sich bei ihm für die Serie eine Zeit von 1:38:20 Stunden. Was macht der eigentlich, wenn er mal Marathon läuft?
Die P-förmige Runde durch den Wald ist ein schneller Kurs. Gesamtzeiten unter zwei Stunden waren eigentlich bis Platz 28 normal.

Es gab aber nicht nur einen Sieger. Eigentlich gab es deren viele, so viele wie es Klassen gab. Von den Jugendlichen bis zu den Senioren, immer im Fünfjahresrythmus. Die U20m gewann Julius Hild (#332), die Juniorenwertung ging an Sultan Abou. Erste Plätze gab es bis weit in die dreistelligen Platzziffern hinein. So lief die Siegerin der Frauen, Franziska Baist, auf Gesamtrang 19, die Siegerin der U18, Johanna Schneider, findet man in der LIste auf Rang 38. Der Sieger der M70, Joachim Quaiser vom Heimverein RLT Rodgau, wurde Gesamt-175.

nicht abgeholte Siegerpreise

Nun ist das mit Ergebnislisten ja so eine Sache …
Man kann sie je nach Bedarf sortieren, und zudem zum Teil noch herauslesen, was einem gerade gefällt. Die Tageswertung war ja auch durch das Streichresultat anders als der Gesamtstand. Mitunter führt das zu kuriosen Resultaten, was sich bei der abschließenden Siegerehrung in Zahnlücken auf dem Treppchen äußerte. So manche dritte Plätze waren schlicht und ergreifend heim gefahren, da sie sich „unter ferner liefen“ wähnten.

Für Eingeweihte sagten vor allem Startnummern viel aus an diesem Tag. Neben den Serienläufern mit dreistelligen Startnummern gab es ja noch bei jedem der vier Läufe eine ebenso große Menge Tagesstarter, die eben nur einzelne Läufe bestritten und an hohen vierstelligen Nummern erkennbar waren. Die gingen nicht in die Gesamtwertung ein, belegten bei den Tagesresultaten aber gerne vordere Plätze. Gestern waren die ersten Vier im Ziel solche, bevor mit Julius Hild auf Rang 5 nach 32:30.58 Minuten der erste Serienläufer ankam. Wenn da reihenweise Nummern weit im 4000er-Bereich herumliefen hieß das keineswegs, dass auch so viele am Start waren. Die Teilnehmerzahl in der Serie lag bei 190 Männern und Frauen. Das waren in den Vorjahren schon mal mehr!

Der Letzte im Ziel war gestern nicht der Mann im Löwenkostüm. Martin Lück, der in dieser Aufmachung für den Lauf für mehr Zeit wirbt, hatte sich ja erklärtermaßen vorgenommen, das Feld zu beenden. Allerdings kam mit einer Sekunde Rückstand noch einer hinter ihm an, und fünf erreichten gestern das Ziel garnicht.

Nach 1:06:21.01 Stunden war das Rennen vorbei.

Überhaupt hatten gestern andere ihren großen Tag als jene Asse, von denen man das erwartet hätte.

Dass sich in der Tageswertung der Frauen Lisa Oed, Kerstin Bertsch und Nadja Heidinger um den Tagessieg balgen würden hat man ja noch irgendwie erwarten können, mit dem Tagessieger bei den Männern aber rechnete kaum einer.

Der hatte eine weite Anreise hinter sich – er kam aus dem Sauerland von der SG Wenden. Das war jener Verein, der bereits in der Offenbacher Suppenschüssel gezeigt hatte, dass mit ihnen zu rechnen war. Jonas Hoffmann hatte mit seinem Partner Simon Huckestein eine Abmachung getroffen, an diesem Tag Bestzeiten laufen zu wollen. Mit 30:46.74 Minuten war er dicht dran. Die Prämie von 100 Euro hätte es aber nur für die Serie gegeben. Dort liegt die Rekordzeit bei gesamt 1:31.22 Stunden bei den Männern – die hält bis heute Julian Flügel, aufgestellt 2015/16 – und 1:47:57 Stunden von Jenny Schulz ein Jahr später bei den Frauen. In jedem Jahr, in dem der Rekord nicht geknackt wird, erhöht sich die Prämie um 100 Euro, bis insgesamt 500 Euro erreicht sind. Wer dann gewinnt kann sich auf etwas Geld freuen, und die Zeitenjagd beginnt von vorne.

Ein weiterer Fremdgänger in diesem illustren Feld war ein Radfahrer. Miguel Heidemann sieht man eigentlich garnicht weiter an, was er sonst so den Tag lang macht. Neben seinem Studium des Wirtschaftsingenieurwesens sitzt er gern im Sattel seines Rennrads und fährt beim Herrmann-Radteam Straßenrennen – und das recht erfolgreich. Läufe bestreitet er nur in der Winterpause, und dafür, dass er nicht speziell dafür trainiert, macht er das sehr gut. Gestern wurde er aus dem Stand 16. und damit Dritter bei den Junioren. Damit aber erkennt man auch die häufigen Unterschiede bezüglich der Altersklasseneinteilung bei verschiedenen Sportarten. Was bei den Läufern noch als Nachwuchs gilt ist im Radsport schon Profi!

Im kommenden Herbst wird dann die 40. Auflage dieser erfolgreichen Serie folgen.

Ergebnisse findet ihr bei Ma:xx-Timing, ein paar Bilder sind in der Galerie.