Treburer Crosslauf 2019

Was ich in diesem Artikel schreiben muss wird einigen sicher nicht gefallen, wahr bleibt es dennoch. Fast hätte es einem am Sonntag in Trebur vorkommen können wie bei „Dinner for one“ – „The same procedure as every year“ … Aber nur fast!

Wäre da nicht die augenfällig geringe Beteiligung gewesen. Es begann wie die Jahre zuvor auch mit dem Zwergenlauf, nur: von geburtenstarken Jahrgängen konnte keine Rede mehr sein. Da waren vielleicht ein Dutzend Kinder, nicht wie sonst eine ganze Horde, die da begleitet von Vätern und Müttern um den Sportplatz joggte.

Das setzte sich auch später so ähnlich fort. Gewiss, es fiel kein Lauf mangels Beteiligung aus, aber die Zeiten, zu denen sich die Läuferinnen und Läufer am Rheindamm gegenseitig auf die Füße traten, scheinen vorbei zu sein. Nur zu gut kann ich mich noch an vergangene Jahre erinnern, als wegen des Andrangs Läufe geteilt werden mussten und nicht wie da beim Sprintcross Mädchen und Jungs im selben Lauf starteten, damit mehr als ein halbes Dutzend am Start standen.

Dabei waren in Trebur südhessische Meisterschaften und jene des Kreises Groß-Gerau ausgeschrieben. Aber vielleicht ist genau da der Grund zu suchen, warum die ganzen Asse nicht am Start waren? Was waren das für Zeiten, als diese Veranstaltung mit ihrem Potential glänzen konnte, wo Trauben an Zuschauern die Sportler anfeuerten? Damals waren aber nicht nur einige Wenige dabei, die mit anpackten statt abzuwarten dass andere was tun. Das ist leider ein globales Problem. Es muss auch hinter den Kulissen einige strategische Fehler gegeben haben, auf die ich hier aber mangels belastbaren Wissens nicht näher eingehen werde. Mir sind da nur einige Dinge zu Ohren gekommen, die man anders hätte besser lösen können.

Einen der Höhepunkte stellte dann etwa gegen Mitte der Veranstaltung der Lauf der Männer über die 7-Km-Langstrecke dar, die der Bensheimer Ruben Zillig für sich entschied. Inzwischen zwar ins Triathlonlager gewechselt kann er dennoch seine Herkunft nicht leugnen.

Der Tag begann morgens um 11 Uhr mit den Zwergen, der letzte Start war dann gegen 14:30 Uhr für die Seniorenklassen. In den Kurs eingebaut war nicht nur jene bekannte Stadionrunde mit dem Sandkasten darin, es ging wieder raus über den Parkplatz auf den Rheindamm, der seit Jahren der Veranstaltung die nötige Würze gibt.

Wie lange mag es das Rennen noch geben? Es kann jedem klar sein dass der gleichbleibende Aufwand einer stets geringer werdenden Teilnehmerzahl gegenüber steht. Breiten- und Wettkampfsport scheinen inkompatibel zu sein, oder hat jemand dazu eine Idee?

Die mangelnde Beteiligung wurde dann auch hinter vorgehaltener Hand als Grund dafür angeführt, dass es den langjährigen traditionellen Crosslauf an der Wolfskehler Sandkaute seit 2018 nicht mehr gibt. Zuvor hatte schon die Treburer Laufnacht das Zeitliche gesegnet. Wie man hört aus ähnlichen Gründen: Viel Aufwand, zu wenig Ertrag, ständig wachsende Vorgaben und Auflagen der Behörden, und immer weniger Helfer.

Daran sind viele Vereine allerdings nicht ganz unschuldig. Vor allem einige Verbandsfunktionäre tun sich hier mit ihrem Verhalten keinen Gefallen. Menschen, die man bei jeder unpassenden Gelegenheit als überflüssig oder im Weg stehend diffamiert werden bei anderer Gelegenheit gewiss keinen Finger mehr krumm machen um zu helfen. Ich weiss leider aus eigener Anschauung, wovon ich rede! Dass davon viele jetzt nichts mehr wissen wollen ändert nichts an den Vorkommnissen vergangener Jahre, die sich ins Gedächtnis eingebrannt haben und nach wie vor präsent sind. Was da in Darmstadt, Bensheim, Groß-Gerau, Pfungstadt oder Frankfurt gewesen ist muß heute überall angenommen werden mit der Folge, dass die Veranstalter jetzt alleine da stehen. Zu guten Teilen haben sie das ja so gewollt. Der eine lädt ein, der nächste wirft raus – das bleibt nicht ohne Folgen!

Das Wetter? Nun ja, es gab schon schönere Tage! Es war zwar weitgehend trocken, aber es blies ein ekelhaft kalter Wind, der den Aufenthalt gerade oben auf dem Damm zu einem Durchhalteerlebnis der anderen Art machte. Tiefgekühlt gut haltbar! Oder bald krank? Das Thermometer zeigte Werte um 4°C, es kam einem aber vor wie ebensoviele unter Null.

In mancherlei Weise gefordert war das Personal des ausrichtenden TV Trebur. Schon zum zweiten Start gab es Verzögerungen, wohl infolge verschiedener Probleme mit dem Computer. Wenn sich viele Leute um den Rechenknecht versammeln und eifrig diskutieren ist das gewöhnlich ein untrügliches Zeichen. So hatte auch der Starter genug zu tun, die mit den Hufen scharrenden Kinder bei Laune zu halten. Auch die etatmäßige Moderatorin fiel durch Krankheit aus, sodass Raphael vieles zugleich zu tun bekam. Zielrichter, Sprecher, Alleinunterhalter … Er machte das im Stadion ganz gut, nur bekam draußen keiner was davon mit. Wer hätte es auch mitbekommen sollen? Außer den Streckenposten und ein wenig Anhang der Sportler war kaum ein Zuschauer gekommen. Bei dem Wetter durchaus nachvollziehbar! Nur kann der Verein nichts für´s Wetter.

Wofür man aber was kann ist das Verhalten mancher gegenüber denen, die gekommen waren. Nicht nur hier. Wir kennen die Debatte, nur diesmal noch eine Nummer subtiler. Die DSGVO, das leidige Thema. Manche begreifen es einfach nicht, dass diese Vorschrift zwar voll guter Absichten steckt, diese aber handwerklich bescheiden umgesetzt worden sind – um es nicht noch deutlicher zu sagen! Wie schon gesagt, es ist in der Praxis unmöglich, jeden um Erlaubnis zu fragen. Wer das annimmt ist entweder weltfremd, hat von der Praxis keine Ahnung oder muss sich böse Absicht vorhalten lassen. Wenn dann kurz vor Feierabend noch ein Streckenposten ankommt und mit eindeutiger Konnotation fragt was ich da mache – Fotos für diesen Bericht – dann wollte er hier darauf hinaus das das ja seiner Ansicht nach verboten sei. Das mache ja die Presse, also Raphael. Der kann aber auch nicht überall sein und hat mit seinem ererbten Sprecheramt genug zu tun! Das Ende vom Lied? Ich habe genug davon, mich verteidigen zu müssen und habe entschieden, auf die Veröffentlichung meiner Bilder von dieser Veranstaltung zu verzichten. Für die Privatschatulle darf man ja noch, hoffe ich. Für alle anderen tut es mir wirklich Leid, aber irgendwo ist auch mal Schluß!

Ich kann gewiss Besseres mit meiner Zeit anfangen, wenn das hier das Ergebnis sein soll. Trotz des Wetters wäre an diesem Tag eine Runde Radfahren für mich die bessere Wahl gewesen, bringt manchmal auch schöne Fotos – wenn auch andere – und verursacht nicht immer wieder Rechtfertigungsnot! So sei es! Vielleicht merkt man es noch rechtzeitig was man da macht mit der andauernden Bezugnahme auf Vorschriften, die man selbst nicht richtig verstanden hat und sich damit den Ast absägt, auf dem man selber sitzt!

[EDIT:]
Aufgrund von Rückfragen dazu stelle ich klar: Ihr und damit eure Streckenposten übt auf dem Vereinsgelände das Hausrecht aus und dürft wohl von da her verfügen was ihr wollt. Was die Datenschutzgrundverordnung angeht hat sich aber in Bezug auf das Kunsturhebergesetz nichts erhebliches geändert. Es gibt Erlaubnistatbestände. Ein Berichterstatter braucht nicht jeden fragen, da seine Berichterstattung per se schon einen nachvollziehbaren Grund hergibt, Bilder zu machen. Wer am Wettbewerb teilnimmt kann und muss das wissen. Es gibt keine Informationsmonopole für Kommerzielle!

Wenn man aber ständig und immer wieder diese Zusammenhänge in Zweifel zieht, jemandem die Redlichkeit abspricht und darauf abstellt der Interessent habe ja deshalb keinen Grund weil er kein Kommerzinteresse verfolge dann hat das andere Folgen: Vertrauensverlust! Da kommen wir in den Bereich von Charakterfragen bis hin zur Beleidigung! Da reagiert man dann ganz schnell auch mal so: Macht euren Kram doch ganz einfach alleine!