Herrmann goes pro …

BAIERSDORF – kurz und heftig. So kann man umschreiben, was da gestern Abend in den Ausstellungsräumen der Firma Herrmann stattgefunden hat.

Geschäftsschluss war um 18 Uhr. Es ging aber keiner nach Hause. Stattdessen wurde es rege, und ein Buffet aufgebaut. Es war der Abend der Teamvorstellung des Herrmann Radteam unter vorgenanntem Motto. War man bislang schon eine Mannschaft mit Anspruch, so will man jetzt mehr!

Den Anspruch untermauern konnten die Blauen Jungs aus der Fränkischen Schweiz schon in der vergangenen Saison, als sie Deutsche Meister im Mannschaftszeitfahren wurden.

Nun hat man sich erneut verstärkt und steigt auf. Ziel: Deutschland-Tour sowie bedeutende internationale Rennen. Dass man in der Radbundesliga vorn mitmischen will muss da nicht extra groß erwähnt werden.

So also schaut der diesjährige Kader aus, darunter auch eine recht ansehnliche hessische Komponente mit Victor Brück, Florian Obersteiner, Leon Echtermann oder Miguel Heidemann.

Vom Team Lotto-Kern-Haus gekommen ist Christopher Hatz, der ebenso wenig ein unbeschriebenes Blatt ist wie die beiden Ex-Österreicher (Team Tirol) Manuel Porzner und Johannes Adamietz. Aus terminlichen Gründen verhindert war Lennart Jung, der aus der Juniorenklasse aufgestiegen ist und 2018 für das Paul Voss Development Team unterwegs war. Ebenfalls ein hoffnungsvoller Aufsteiger aus dem Juniorenbereich ist Alexander Tarlton, ein Pfälzer aus dem Team Wipotec.

Starten wollen sie die Saison auswärts, bei uns ist es derzeit ja kalt und dunkel. Also jette man nach Fernost, auf Taiwan wird auch geradelt, und wie. Das Frühjahr bringt dann in Kroatien die Istrian Spring Trophy, bei der sich viele europäische Mannschaften zu einem ersten Kräftemessen ein Stelldichein geben werden. Die Radsaison in Deutschland beginnt für gewöhnlich in Zusmarshausen oder Schönaich.

Schaut man jedoch aktuell in die „vorläufigen Termine“ beim BDR, so drängen sich da Einhausen Ende März als Bundesliga-Auftakt oder etwa zur selben Zeit der Frühjahrsklassiker im pfälzischen Lustadt in den Blick.

Es verspricht interessant zu werden!

Gegründet wurde das Team 2015. Wie es beim Hauptsponsor Herrmann heisst „Vereinsgründung zur Förderung der Jugendarbeit im Rennradsport“. Daraus ist mittlerweile ein Kontinentalteam geworden, das in der Profiliga fährt. Daneben betreibt man im Verein eigene Nachwuchsarbeit und sorgt so beständig dafür, dass die Talente nicht ausgehen.

Was aber ist so ein Team ohne das „Team hinter dem Team“? Nichts! Da ist nicht nur das Management zu erwähnen, das um den sportlichen Leiter Grischa Janorschke – selbst ehemaliger Radprofi – den Betrieb regelt. Natürlich mischt der Chef – Stefan Herrmann – da selbst gehörig mit. Ebenso wichtig sind Logistik und das Mechaniker-Team, das die Räder wartet und in Schuss hält.

Links hinter dem Eingang stand gestern Abend die Fotowand, auf der Theke Snacks. Die ersten Gäste erschienen schon eine Stunde vor Termin, und langsam wurde es voll. Da kamen nicht nur die Verwandten der Sportler oder etliches an Presse von Zeitung bis Fernsehen. Auch Prominenz war in Gestalt des Vizepräsidenten für Leistungssport Günter Schabel vom BDR vertreten.

Kurz vor 19 Uhr verschwanden dann sukzessive die Fahrer aus der Menge in den ersten Stock hinter die dortigen Einrichtungen, um dann pärchenweise in Begleitung der amtierenden Bayerischen Meerrettichkönigin Maria I. die Treppe herunter zu kommen. Auf dem Absatz in der Mitte wartete der Moderator des Abends, Charly Hilpert, der die Sportler in kurzen Interviews vorstellte.

Die Sponsoren bekamen gerahmte Meisterschaftstrikots als Andenken überreicht. Ohne deren Engagement ginge gar nichts!

So standen sie dann nach knapp einer Stunde „wie die Hühner auf der Stange“ auf jener Treppe, die in der Ausstellung den Eingang mit dem Obergeschoss verbindet. Es ist weit mehr als nur ein Symbol.

Ob das Team seinen selbstgesteckten Ansprüchen gerecht werden kann wird sich im Laufe des kommenden Jahres zeigen. Wir bleiben dran!

Mehr Bilder des Abends sind in der Galerie.