Griesheimer Silvesterlauf

GRIESHEIM / DARMSTADT – Zum 23. Mal fand heute an gewohnter Stelle der Griesheimer Silvesterlauf statt. Die Veranstalter begrüßten 520 Finisher im Ziel. Darunter ein Jubilar. Der „ewige Dauervorsitzende“ Heinz Heitzenröder vollendete sein 40jähriges Teilnahme-Jubiläum und belegte den 111. Platz. Nicht genug der Einsen entsprach das dem Sieg in seiner Altersklasse Senioren M70!

Eigentlich ist Silvester 2018 ein ganz normaler Montag. Die Geschäfte haben zumindest vormittags geöffnet, und morgens gab es eine Zeitung. Die enthielt Federvieh – in Gestalt einer Ente. Was man da zu lesen bekam sorgte am Morgen für Erstaunen und später für Heiterkeit.

Im Sportteil der Printausgabe des Ried-Echos fand sich ein Artikel unter der Überschrift „Das Laufjahr klingt in Griesheim aus“. Der Griesheimer Silvesterlauf findet immer am Silvestertag statt, egal auf welchen Wochentag der fällt. Nicht aber der in Frankfurt, von dem der Autor annahm, er finde zeitgleich mit dem in Griesheim statt.

Mitnichten – der in Frankfurt heisst zwar Silvesterlauf, ist aber immer am Sonntag, und somit nur dann an Silvester, wenn der zufällig auf den Sonntag fällt. Wer also dem Artikel glaubte und heute frohgemut nach Frankfurt fuhr dürfte bestenfalls noch die Müllabfuhr beim Kehren angetroffen haben.

Gekehrt wurde in Griesheim nicht.
Die Strecke im Wald besteht aus gut befestigten Wegen und bedarf daher keiner Kehrmaschine. Anders der Wald selbst, von dem der Bürgermeister bei seiner Begrüßungsansprache etliches an Schäden durch den heißen Sommer und allerlei Ungeziefer feststellte. Es dürfte wohl noch der eine oder andere Baum fallen, bis dort wieder aufgeräumt ist. Gewisse Markierungen an den Bäumen lassen jedenfalls darauf schließen.
Der Start am Waldspielplatz liegt verkehrsgünstig gegenüber der Schule, deren Räume man für die Anmeldung ebenso nutzte wie für die anschließende Siegerehrung. Parkplätze gibt es in der Nähe auch genug. Der Weg vom Ziel ins Warme ist kurz und nur ein kurzes Stück über die Straße.

Es begann um 11 Uhr mit dem Lauf der Kinder über einen Kilometer. Anschließend sollte der Einsteigerlauf über 5 Kilometer starten, und nachdem da alle im Ziel waren sollte der Hauptlauf über 10 Kilometer los gehen. Sollte … Zum einen gab es wohl technische Probleme, zum anderen musste man auf Teilnehmer Rücksicht nehmen, die länger brauchten als erwartet. Jedenfalls kamen die letzten der 5 Km erst nach dem Start der 10 Km auf die Zielgerade. Genaueres war leider nicht zu erfahren. Auf Nachfrage reagierten die Verantwortlichen am Ziel wortkarg: „Wir müssen aufpassen was wir jetzt sagen, sonst lesen wir das morgen alles in der Zeitung!“ Also sagte man lieber nichts. Man hatte schon befürchtet dass es da wohl etwas „Verstopfung“ geben könnte wenn sich die beiden Felder auf dem Waldweg begegnen sollten. Es ging aber alles gut ab, da die Masse des Hauptlaufs rechtzeitig in eine Seitenschneise abgebogen war.

Ergebnisse finden sich bei MyRaceResult.com.
Bilder sind in der Galerie.

Am Kinderlauf nahmen 44 Buben und Mädchen teil. Die kamen nach der Ergebnisliste keineswegs nur aus der Umgebung. Wie man da nachlesen kann fuhren manche Eltern aus dem Taunus und von noch weiter her nach Griesheim für einen Lauf, für den der Beste 5:14 Minuten brauchte und die letzte etwa das Doppelte, wobei darunter nicht nur normale Vereinsmitglieder zu finden waren, sondern sogar schon bei Kindern im Alter unter 8 Jahre Teams benannt worden sind.

So ging das dann bei den Einsteigern weiter. 189 Sportlerinnen und Sportler bewältigten die 5 Kilometer, wobei der Schnellste, Silas Schmitt (U18, TSG Kleinostheim) dafür 16:22 Minuten benötigte. Bei ihm kann man neben dem Verein ebenfalls ein Team lesen. Er läuft für das Spannrit-Team, was eigentlich der Triathlon-Ableger der Kleinostheimer ist. Triathleten waren manche am Start, darunter naturgemäß viele Lokalmatadoren. So auch der Zweite der U18, Robin Schüßler. Bei ihm steht da zwar der TV Trebur, man weiss aber dass er eigentlich für den DSW Darmstadt startet, sofern er das nicht gerade geändert hat. Ob er wohl bei der Siegerehrung im Anschluss an die Läufe einen Preis bekommen hat? Als Einlaufvierter war er jedenfalls nach dem Lauf auf dem Heimweg gesehen worden.
Erste Frau war mit Startnummer 263 Emma Waßmer vom ASC Darmstadt in 18:21 Minuten auf Gesamtrang 8.

Im Hauptlauf sahen die Zuschauer erst mal viele bekannte Namen. Gewonnen hat Horst Reichel. Auch er ist als Ironman-Sieger kein völlig unbeschriebenes Blatt in der Triathlonszene. Ihm folgt auf dem zweiten Gesamtrang Philipp Herzog vom TV Waldstraße Wiesbaden, und Dritter wurde Philipp Reichert. Der läuft für den LAC Olympia Berlin. Alle drei sind Sieger ihrer Altersklassen – Senioren M35, U23 sowie Männer Hauptklasse. Auf die beste Frau musste man etwas warten. Lena Schöneborn belegte Platz 27 in 39:29 Minuten. Der Sieger der Männer brauchte 34:08 Minuten. 287 Personen kamen ins Ziel.
Hier gab es auch eine Mannschaftswertung, die das Team vom DSW Darmstadt für sich entschied. Schon wieder die Triathleten … Auch das beste Frauenteam macht eigentlich Triathlon: das Algemarin-Team des SV Traisa.

Vielleicht sollte man da beim nächsten Mal das nahe gelegene Hallenbad öffnen. Für eine abschließende Schwimmeinheit? Das sind Luftlinie ja nur 100 Meter. Bei der Menge an potentiell Interessierten dürfte sich das sicher lohnen.

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