3. Heusenstamm-Cross

Aller guten Dinge sind drei – sagt man. Bei der ersten Ausgabe 2016 schien die Sonne und viele liefen in kurzen Hosen. Letztes Jahr war die vorherrschende Farbe weiß, weil es schneite. Dieses Mal hielt Petrus es mit Wasser, das ist farblos. Es war eigentlich ein großes Freiluftduschen mit Unterbrechungen.

Als ich gegen 10 Uhr am Stadion ankam war es seltsam leer. Wäre da nicht allerorten Flatterband zu sehen gewesen, man hätte kaum glauben können am Ort eines Sportwettkampfs zu sein. Alternativ hätte an diesem Sonntag in Hof bei Bad Marienberg auch noch ein Radcross-Trainingsrennen stattgefunden, das sicher auch interessant gewesen wäre. Allerdings hat mir die Entscheidung der Wettergott abgenommen, da auf einer Motocross-Strecke mit Sandbahn wohl kaum mit nennenswerten Unterstellmöglichkeiten gerechnet werden konnte, und die waren bitter nötig! Nicht nur einmal habe ich mich im Stadion unter das Vordach gerettet …

Etwa eine Stunde später gegen 11 Uhr war eigentlich immer noch kaum wer da, ausser eine Handvoll Teilnehmer des Sprintcross, eine Horde Kinder des ersten von zwei Schülerläufen und ein Starter, die im Regen vor dem Treppchen der späteren Siegerehrungen standen.

Sprint-Cross

„Wir gehen jetzt alle gemeinsam zum Start!“ Das war die Ansage.
Und sie gingen, und gingen, entgegen der Laufrichtung am Hügel vorbei, durch den Sandhaufen, ein dorniges Gebüsch, raus aus dem Stadion, über eine Hundewiese, die durch ein Schild als der Modellflugplatz des MSC ausgewiesen wurde, zu einem Grillplatz dort am Waldrand. Da war der Start der ersten zwei Läufe. Sonst aber auch nichts.

Von den rund 170 Voranmeldern war schätzungsweise die Hälfte nicht erschienen, so mein Eindruck. Genaue Listen habe ich nicht gesehen, und die Ergebnisse hingen zwar aus, durch das Wetter aber nicht wirklich lange. Rette sich wer kann! So war es denn auch kein Wunder, wenn die Dusche als Aufenthalt beliebter war als jeder andere Ort weit und breit.

Mehr zum Lauf erfährt man beim Veranstalter.

Der erste Höhepunkt, den man auch vom selben Standort aus von Anfang bis Ende verfolgen konnte, war der Mittelstreckenlauf. Am Start standen einige, Männlein wie Weiblein, bunt gemischt. Gewonnen hat ihn ziemlich eindeutig Caspar Halberstadt in 15:30 Minuten. Sein Gesicht spricht Bände!

Was dann folgte war neu. Ein TeamCross.
Drei zusammen bildeten ein Team. Egal ob Mann, Frau oder bunt gemischt. Was dabei rauskam erinnerte an erste Versuche beim Triathlon. Wo soll ich denn um Himmels Willen mit dem depperten Band da hin? Ja, üblicherweise machen Läufer ihre Startnummern am Hemd fest. Hier sollten sie ein Gummiband nutzen, um eine Startnummer von Teammitglied zu Teammitglied weiterzugeben wie einen Staffelstab. Wenn das mal nur so einfach gewesen wäre wie zunächst behauptet … 

Den Abschluss des Tages sollten die beiden Läufe der Langstrecke bilden. Den Start der Frauen verfolgte ich allerdings aus der Entfernung, von „unterm Dach“ aus. Vor dem Dach herrschte zu der Zeit Überschwemmung, und das trockene Stückchen Boden verließ nur wer unbedingt musste! Der Himmel tiefgrau, machte das Wetter nicht den Eindruck einer baldigen Besserung. Was tun? Warten oder gehen? Okay, geben wir dem Ganzen eine Chance, und warten auf Besserung. Die kam dann auch, wenn auch fast zu spät. Währenddessen hatte sich Nadja Heiniger durch die Bindfäden gekämpft und den Frauenlauf für sich entschieden.

Was machten nun die Männer?
Wie es derweil schon hieß war der einstige Favorit, Aaron Bienenfeld, nicht da. Der weilt seit längerem in den Staaten und studiert. Wer war dann noch da? Recht unauffällig hatte sich da wer anders unters Volk gemischt: Florian Neuschwander. Wem der Name nichts sagt: RunWithTheFlow.

Genau das tat der dann auch und ließ die Konkurrenz alt aussehen. Wetter hin oder her. Weder Bäume im Wald noch tiefer Boden hielten ihn lange auf, am Ende stand für ihn eine 30:50,0 auf der Uhr. Karsten Fischer und Björn Kuttich stritten sich um die weiteren Plätze auf dem Treppchen.

Meine Bilder findet ihr in der Galerie.

Bei dem Wetter konnte man fast froh sein, dass die Siegerpreise – frisch gezapftes Bier im Stiefel – kein Wein waren. Wer sehnt sich schon nach gepanschtem Wein? Petrus füllte die seiner Meinung nach zu leeren Gläser ja immer wieder fleißig nach … mit sehr viel saurem Regen!

Am Ende des Tages lachte noch mal kurz die Sonne. Sehr kurz.