Trainingsrennen Nummer 6

Mir ist absolut bewusst: In diesem Artikel werde ich schreiben können was ich will – es wird entweder als unwahr hingestellt werden, oder als Missverständnis! Dabei wird es vor allem um die Dinge gehen, die grundlegend sind.

Im Winterhalbjahr ist Radquerfahren in etwa das, was im Sommerhalbjahr Dorfplatzkriterien sind. Abwechslung im sportlichen Alltag, zumal von Vereinsseite zwar gerne Straßentraining angeboten wird, man aber in aller Regel wenig dazu im Winter findet, wenn es kalt, naß und früh dunkel ist. Da geht es in die Halle, so vorhanden, wenn der Betrieb nicht völlig ruht.

Da sind private Initiativen bei den Sportlern gern gesehen, auch wenn nicht an allen Terminen alle potentiellen Teilnehmer Zeit finden. So schwankt die Menge der Interessierten recht stark, die Gesamtzahl ist laut Liste inzwischen in etwa dreimal so groß wie die Menge der durchschnittlich Anwesenden.

So traf man sich am vergangenen Sonntag recht spontan um die Mittagszeit an der Darmstädter Winkelschneise. Das ist jenes im Volksmund auch als Hundewiese bekannte Minenfeld am Rand der Heimstättensiedlung, wo man aufpassen muss wo man hintritt, denn die Herrchen und Frauchen, die dort ihren Lieblingen Auslauf verschaffen, entfernen höchst selten deren Hinterlassenschaften. So finden dann andere Spaziergänger die Kakteen an allen möglichen oder unmöglichen Orten wieder. Das freut die Leut! Das Gleichnis des Minenfelds passt insofern, dass man recht unbehelligt bleibt, solange man auf den inzwischen ausgetretenen Pfaden wandelt. Wehe, wenn nicht.

Ganz in der Nähe ist übrigens jene als Schießmauer bekannte Hinterlassenschaft aus dem letzten Weltkrieg, in deren Schatten schon so manches offizielle Rennen stattgefunden hat. Die Gegend ist für solche sportlichen Zwecke also als recht beliebt anzusehen. Der sandige Boden in diesem Wald tut dazu sein übriges.

Es wird nun schwer, die richtige Kurve zu kriegen, sowohl auf dem Rad als auch in Bezug auf das, was ich hierzu ansprechen möchte.

Nach dem 45minütigen Rennen ist es üblich, noch etwas in geselliger Runde zusammen zu sein und sich auszutauschen. Gut so. Auch „gut so“ ist, was manchem dabei unbewusst heraus rutscht, denn bewusst so sagen wird es vermutlich keiner.
Man muss leider im Lauf der Zeit vor dem Hintergrund mancher Tatsachen und Umstände lernen, Aussagen zwischen den Zeilen zu bewerten, und es kann schon mal vorkommen, dass nach einer Woche „Bedenkzeit“ die Dinge anders dastehen, als sie originär gesagt wurden. Auch darum hat es mit diesem Artikel „etwas gedauert“.

Mir ist natürlich bekannt, dass kaum ein Sportler offen sagen würde, er wünsche nicht bei dem Rennen fotografiert zu werden. Als Sieger gleich mal gar. Was man aber gesagt bekommt ist, dass das Blitzlicht störe, oder man gerne vorher gefragt werden möchte. Dabei beziehe ich mich nicht auf dieses eine Rennen, es sind Erfahrungen, die in vielen Jahren immer wieder vorgekommen sind und die in ihrer Gesamtheit wirken wie das, was ein Königsschiessen ausmacht. Man schiesst solange auf eine Scheibe bis diese Stück für Stück auseinander fällt! Vielleicht mit Absicht, vielleicht unbewusst. Es bleibt im Ergebnis egal. Auch am vergangenen Sonntag sind Aussagen gefallen, die in ihrer Bewertung in diese Kategorie einzuordnen sind.

Ich werde daher hier darauf verzichten, Bilder explizit einzustellen und verweise auf die Bildersammlung, wo Beteiligte mehr Fotos vom Ereignis finden können.

Steter Tropfen höhlt den Stein.
Es ist höchst selten ein Ereignis an sich, was die Tragfähigkeit so unterhöhlt, dass schlussendlich das Konstrukt zusammenbricht. Ich werde auch niemandem zumuten, aus seinem Herzen eine Mördergrube zu machen. Sagt ruhig, wenn euch was stört.

Nur um eins möchte ich bitten: Denkt nach bevor ihr redet! Hinterher ist es zu spät!

Wenn da einer sagt, er wolle da und da nicht auf Bildern zu sehen sein, dann bedeutet das gleichlautend, dass er das bei anderen Gelegenheiten auch nicht will. Das ist sein Recht. Es bedeutet aber in Verbindung mit der faktischen Unmöglichkeit, jeden einzeln zu fragen, dass niemand mehr darauf vertrauen darf, dass Bilder machen bei dem Ereignis erwünscht ist!

Einer ist nicht keiner, sondern im Sinn des Vertrauensschutzes, der auch für Fotografen gilt, einer zu viel. Ist die Aussage in der Welt diskutiert sie keiner mehr weg – und hier ist etwas gesagt worden, was man in diesem Sinn einzuordnen hat. Unbewusst oder nicht, wenn nach DSGVO auf Zuwiderhandlung 20 Millionen Euro mögliche Strafe stehen endet an diesem Punkt jede Erörterung.

Um das nochmals in aller Deutlichkeit zu sagen: Es gibt potentiell in jedem Rennfeld einen oder mehrere, die etwas dagegen haben werden. Auf der anderen Seite wird erfahrungsgemäß weder die Zeitung noch Rundfunk und Fernsehen irgendein Interesse an diesen Veranstaltungen entfalten, weil sie in deren Sinn keine Nachricht sind. Für die Vereine ist Öffentlichkeit an dieser Stelle aber elementar. Weiss keiner davon kommt auch keiner, und am Ende tritt dann auch keiner in den Verein ein, der hier einen Anknüpfungspunkt finden könnte.

Bitte seht es mal von dieser Seite, wenn sich wieder wer über den Fotografen ärgert.
Ich muss nicht kommen, wenn es nicht recht ist, und auch wenn 99 von 100 das Gegenteil sagen, es genügt einer, um den Brunnen zu vergiften, aus dem alle trinken wollen!

In diesem Sinn freue ich mich auf das Trainingsrennen Nummer 7, oder eine andere Veranstaltung, bei der unsereins ehrlich von allen erwünscht ist.