CycloCross

(Foto: Symbolbild)

CycloCross, zu deutsch Radquerfeldeinfahren, ist die Kunst, da weiter Rennrad zu fahren, wo die Straße aufhört und der Acker anfängt.

Speziell angepasste Rennräder machen es möglich. Breitere Reifen mit Noppenprofil, darauf abgestimmte Rahmen, aktuell Scheibenbremsen – das ist die Ausstattung der Wahl für alle, die auch nach Ende der Straßensaison auf zwei Rädern sportlich aktiv bleiben wollen.

Es ist ein verschworener Haufen. Nichts für jedermann. Zumindest kann man diesen Eindruck gewinnen, wenn man die Startlisten der wenigen verbliebenen Crossrennen liest. Derzeit sind das vor allem Rennen in den Benelux-Staaten, wo dieser Sport Volkssport ist. Bei uns findet man wenig außer Rennserien oder Meisterschaften. Alles nur für Asse. Für Normalverbraucher gibt es kaum ein Angebot.

Es fehlt die Basis. Wird der Einstieg für Anfänger künstlich erschwert? Dabei gäbe es durchaus Möglichkeiten, wie einige Initiativen hauptsächlich von Sportlern für Sportler zeigen, die abends oder an Wochenenden sogenannte Trainingsrennen veranstalten. Es ist halt nicht ganz trivial, aus voller Fahrt Hindernisse zu überspringen, ohne dabei Bodenproben zu entnehmen, oder auf sein Rad auf- oder abzuspringen, ohne dabei die Familienplanung zu gefährden.

Interessenten gäbe es – glaube ich – vermutlich genug, nur fehlt es an Möglichkeiten, die dazu nötigen Fertigkeiten zu erlernen.

Nüchtern betrachtet spricht alleine diese Bezeichnung – Trainingsrennen – ja schon Bände, ist es doch nach Auffassung des Verbands den Vereinen vorbehalten, Rennen zu veranstalten. Da aber passiert nicht viel, zumindest hier in Südhessen.

Was es da mal gab ist weitgehend Geschichte! Warum, weshalb? Müßig darüber Krokodilstränen zu vergießen. Lorsch bzw. Einhausen gibt es nach dem altersbedingten Rückzug des Veranstalters wohl nicht mehr. Frankfurt hat schon viel früher die Segel gestrichen. Das letzte Rennen von Bedeutung ist um die Jahreswende in Bensheim. Dort hat man schon Meisterschaften ausgetragen. Wie lange noch? So recht weiß das keiner.

Da ist zu loben, was die Leute von DGWR-CX in diesem Winter initiiert haben. Es gibt auch noch andere vergleichbare Angebote, aber leider nicht in Südhessen und nicht als Serie.
Unter deren Leitung findet seit Anfang September durchschnittlich jede Woche ein Rennen in den Wäldern um Darmstadt statt. Schade, dass nur die in deren Liste eingetragenen Teilnehmer Details erfahren. So die Aussage. Einerseits verständlich, fährt die Furcht vor missliebigen Förstern doch immer mit. Andererseits vertut man so eine Chance auf aktive Eigenwerbung. Immerhin, der nächste Treffpunkt wird bislang auf Facebook bekannt gegeben, wenn auch Informationen über die Strecke nützlich wären. Die aber sind geheim. Es gäbe bestimmt Kurzentschlossene, die auch ohne Ambitionen auf den Sieg in der Serie ihre Kenntnisse verbessern wollen würden, so sie denn könnten. Gerade Berufstätige können die Teilnahme unter der Woche oft nicht langfristig planen.

Traf man sich das erste Mal am Montag vor einer Woche auf der Hundewiese, um an der Schießmauer zu crossen, so soll morgen Vergleichbares am Steinbrücker Teich stattfinden. Treffpunkt dort ist die Grillwiese, und für die, die das noch nicht kennen, möchte ich hier ein paar Worte dazu verlieren.

Den Teich als Badewanne Darmstadts zu bezeichnen wäre zwar nicht grundsätzlich falsch. Den Titel hat aber bereits der Große Woog, der zudem wesentlich zentraler gelegen ist. Parkplätze gibt es für normalen Bedarf genug, wobei normal relativ ist. An schönen Wochenenden boxt dort der Papst im Kettenhemd, und der See ist voll mit Tretbooten!

Die Wälder im Osten der Stadt sind durchzogen von vielen Forststräßchen. Sie Waldwege zu nennen trifft es nicht, bestehen sie doch weitgehend aus Schotter, der mit seinen scharfen Kanten helle Freude bei Radfahrern und Reifenhaendlern auslöst. Ersatzschläuche und Werkzeug mitzubringen kann manche Wanderung ersetzen. Mancher dieser Wege eignet sich vorzüglich für ein MTB-Fully, oder als Strecke für einen Marathon. Gäbe es die beiden Bundesstraßen nicht, die den Wald zerschneiden.

Ich weiß nicht, wo morgen Abend gefahren werden soll. Was ich aber weiß ist, dass es dort viele Möglichkeiten gibt, Spaß zu haben. Einschließlich eines anschließenden Bades im See, und wer danach Hunger hat findet auch ein Café auf der gegenüberliegenden Seeseite.

Für anderweitig Interessierte ist aber auch die Anreise mit dem Bus einfach und problemlos möglich, und das zum Stadttarif. Am Oberwaldhaus, so der Name der Haltestelle wenige hundert Meter von der Grillwiese entfernt, hält der Bus der Linie F, der Hauptbahnhof und Zentrum der Stadt ohne umzusteigen mit diesem schönen Fleckchen Erde verbindet.