Wäldercup

Nach der beim Bike-Giro ausgesprochenen öffentlichen Einladung habe ich mich näher mit diesem Rennen beschäftigt, um zu sehen ob es sich lohnt da vorbei zu schauen. Machbar wäre es wohl schon – aber ist es überhaupt wirklich erwünscht?

Man findet bei näherem Hinsehen bezeichnende Feststellungen, wie z.B.:

„Bitte übersenden Sie uns zusammen mit dem Akkreditierungsformular eine Kopie IhresPresseausweises. Ohne diesen Beleg können wir Sie leider nicht akkreditieren!“

Ohne Zulassung haben seit Inkrafttreten der DSGVO „Normalbürger“ aber kaum mehr eine rechtliche Möglichkeit, über solche Rennen, auch wenn diese eigentlich öffentliche Veranstaltungen sind, zu berichten. Man verlangt ja von ihnen, erst mal alle um Zustimmung zu fragen, was in der Praxis nicht möglich ist. Nur für die Presse, Rundfunk und Fernsehen existiert eine Ausnahme. Hier von Vorsatz zu sprechen erscheint nicht abwegig, spielt dieser Zusammenhang doch gewissen Interessenvertretern durchaus in die Hände.
Solche „Wünsche“ gibt es nicht nur dort, auch Freudenstadt scheint so zu ticken. Es ist doch wohl so, dass man dort nur handverlesene Berichterstatter wünscht und Angst vor unkontrollierter Informationsverbreitung hat. Sonst würde man sich nicht bemühen, unabhängige Webseiten auszuschließen!

Man muss sich da fragen: Wer hat eigentlich einen Presseausweis?
Dazu schaut ihr euch am besten die Website zum Thema an. Die heisst „Presseausweis.de“ und ist ein Organ des Deutschen Fachjournalisten-Verbands e.V. Der vertritt natürlich zuallererst die Interessen seiner Mitglieder, und die haben naturgemäß etwas gegen vermeintliche Konkurrenz.

An dieser Stelle aus gegebenem Anlass nochmal die süffisante Frage: Glaubt ihr wirklich es wird eine einzige Zeitung weniger verkauft, nur weil ein Webblog einen Artikel mit Bildern oder einem Video von dem Rennen bringt? Macht euch doch bitte nicht lächerlich!

Ich habe es andernorts schon erörtert. Wer einen Blog wie diesen betreibt bekommt nach dem Willen dieser Verbände keinen PA. Es geht ums Geld. Der macht das ja nicht hauptberuflich! Anders kann man folgende Aussage kaum werten: „Der Journalist soll hauptberuflich oder quantitativ und qualitativ vergleichbar regelmäßig und dauerhaft journalistisch tätig sein.“

Um was geht es den Veranstaltern? Das ist die große Frage, denn wenn sie Helfer brauchen wenden sie sich in Aufrufen an genau jene Bürger, die sie eben noch verschmäht haben! Da wird dann auch nicht nach Qualifikationen gefragt, sondern genommen was kommt. Hauptsache genug davon da. In diesem Zusammenhang möchte ich darauf hinweisen, dass in der Vergangenheit bereits einige so gestrickte Rennen den Geist aufgegeben haben, weil sie von der Bevölkerung mit Helferboykott gestraft wurden. Das kann ziemlich schnell gehen, denn eins lässt sich die Mehrheit nicht bieten: Geschäftemacherei!

Sollte man nicht besser nach dem Resultat fragen, statt auf Ausreden Bauart 1980 zu beharren? Damals mag berechtigt gewesen sein, was mit der Erfindung „Web2.0“ obsolet geworden ist.

Ihr werdet danach beurteilt wie ihr euch öffentlich gebärdet, bitte vergesst das nicht!