ROTHAUS Bike Giro 2018, Tag 2

Eigentlich kann man die wesentlichen Fakten von gestern abschreiben. Bei der Elite siegt erneut Simon Stiebjahn und baut seinen Vorsprung aus. Auch Mandy Platzdasch kann sich erneut behaupten.

Der Wetterdienst hatte gewarnt: heute gibt’s Gewitter! So recht dran glauben wollte keiner als man um 9:30 Uhr zur Startaufstellung rief. Da standen ein paar Cumuli einsam am Himmel, von Unwetter keine Spur. Aber wartet es nur ab …

Aufgestellt wurde nach dem gestrigen Ergebnis, was einem garnicht passte: Sascha Weber. Der fluchte ob seines 12. Platzes gestern heute im Ziel wie ein Rohrspatz. Er durfte sich nämlich hinter den Damen einreihen, die ihm aber bei der Aufholjagd geringfügig im Weg waren. So konnte man mitbekommen, wie er sich darüber grämte, 25 Kilometer gebraucht zu haben um zur Spitzengruppe aufzuschließen. Zu fahren waren heute gesamt 60…

Sichtlich zufrieden hingegen war Simon Stiebjahn. Kein Wunder, hatte der junge Mann aus dem nahen Neustädter Stadtteil Langenordnach doch alles richtig gemacht. Er hatte nicht nur die Strecke kreiert, die ausser ihm wenige so gut kennen, er ist auch aktiver Teilnehmer und es kann keiner erzählen dass er daraus keine Vorteile ziehen kann. Vor dem Start befragt merkte man doch deutlich wie er sich mühte den Ball flach zu halten und tiefzustapeln.

Der Startschuss fiel pünktlich. Um 10 Uhr ging die Hatz los, und sie fuhren als wäre eine Meute hungriger Jagdhunde hinter ihnen her.

Etwa Mitte des Rennens kamen sie in Todtnau zur ersten Verpflegungsstelle. Wie aber kamen sie dort hin? Die Anfahrt zu dieser Straße führte oben in einen Steilhang hinein, der etwa 50 Meter über der Straße lag und in einer mehrfachen Serpentine zu erreichen war. Unten an dieser eine Treppe. Hier hatte man die Wahl: Treppe hinab wie die Profis oder Chickenway und 50 Meter Verlust. Die Führungsgruppe bestand aus etwa acht Mann, allen voran – Stiebi!

Der liess sich ebensowenig lange aufhalten wie seine Konkurrenz, dennoch war der sportliche Zeitplan zum Schluss nicht zu halten. Für 12:06 Uhr war der Zieleinlauf geplant, daraus aber wurde nichts. Es war schließlich etwa eine halbe Stunde später bis der Sieger auftauchte.
Wer das war habe ich eingangs schon erwähnt. Es war ein würdiger Sieg, aber anstatt lange Reden zu halten wie andere das sonst tun fuhr er schnurstracks zum Teamzelt und setzte sich auf die Rolle. Ausfahren! Der Sprecher musste ihn zum Interview regelrecht holen.

Währenddessen durfte man im nahen Rothaus-Chalet fürwahr eine öffentliche Jurysitzung miterleben, wo sich die Kommissare über das Resultat austauschten.

Es wurde bald 14:45 Uhr, und damit Zeit für die Siegerehrung. Aufgerufen wurden die drei Besten jeder Altersklasse, also Masters 4, 3, 2, 1. Jeweils Damen und Herren, wobei bei den Masters4 keine Damen angetreten sind. Es folgten die Damen und Herren ohne Lizenz, und zum Abschluss die Elite, also die Profis.

Einer hatte sich dazu selbst eingeladen – Petrus. Mittlerweile hatte sich der Himmel nämlich verdüstert, und jener Herr hielt es für nötig zur Eile anzutreiben. Pünktlich zur Siegerehrung fielen die ersten Tropfen, und statt langer Reden beeilte man sich dann doch, fertig zu werden und ein Dach über den Kopf zu bekommen.

Dass das eine gute Idee war zeigte sich sodann bei der Rückfahrt zum Hotel, die ich für einen Abstecher nach Rothaus zur Brauerei nutzen wollte, da dort in den beiden kommenden Tagen Start und Ziel sein werden. Dort aber tobte der Bär, Blitz folgte auf Blitz, und ich habe mich entschieden statt einer nassen Erkundung morgen mehr Bilder zu machen. Eine gewaschene Kamera ist oft eine kaputte Kamera, und das muss nicht sein.

Das Problem mit der nicht vorhandenen Netzwerkkonnektivität habe ich schon erwähnt, daher: Video folgt später. (Video dann hier … im Anhang des Artikels)

Für offizielle Ergebnisse besuche man bitte die Website zur Veranstaltung.