Bergrennen Langenbrand 2018

Es war Sonntag, der 29. Juli, als es mich auf Einladung ins Murgtal zog.

Der RMSV Langenbrand hat ein Motto: Ist ER zu steil bist DU zu schwach!
Gemeint ist der Berg, den es einmal jährlich zu erklimmen gilt. Es gibt wie seit Jahren eine Kurzstrecke über 2500 Meter und eine Langstrecke über 5000 Meter gleich 500 Höhenmeter, wobei die Kurzstreckler unterwegs entscheiden konnten, ob sie nicht doch noch etwas weiterfahren wollten. Der Streckenwechsel war kurzentschlossen möglich.

Es standen „erfrischende“ 27°C auf dem Thermometer. Nichts gegen die +30°C unten im Rheintal oder gar die 36°C südlich von Frankfurt. Dennoch reichte es wohl, um etliche potentielle Teilnehmer zum Verbleib im heimischen Keller zu bewegen. Es waren in den Vorjahren schon mal mehr da bei diesem merkwürdigen Rennen!

alter und neuer Vereinsmeister: Benjamin Merkel

So startete der Erste um 13 Uhr, und gegen 13:55 Uhr war der Letzte unterwegs. Der Letzte bitte im Sinn der Startliste, denn wer schlussendlich gewonnen hat musste erst noch ermittelt werden. Jeder fuhr gegen jeden in seiner Klasse, vor allem aber gegen die Zeit. Die Reihenfolge auf der Startliste richtete sich nach der Reihenfolge des Meldungseingangs, hatte also mit Ergebnissen des Vorjahrs nichts zu tun. Vermisst habe ich die ganzen Asse, die in den vergangenen Jahren die Veranstaltung dominierten und quasi das Ergebnis unter sich ausmachten. War denen etwa doch zu heiß?

Aushang Ergebnis Kurzstrecke
Aushang Ergebnis Langstrecke

Nicht nur das Rennen selbst ist beachtenswert, auch die Anzahl verschiedener Ergebnislisten nach dem Rennen stimmt nachdenklich. Es gab eine vor Ort für die Langstrecke, auf der standen 17 Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Dann gab es da eine andere für die Kurzstrecke mit etwa anderthalbmal so viel Beteiligten, und es gab eine für die eMTBs, auf der standen Zwei. Vergleicht man nun das offizielle Endergebnis auf Rad-Net.de, so findet man dort drei Listen, eine für die Elite mit vier Einträgen, eine für U17 männlich mit fünf und eine für U17 weiblich mit genau einem Eintrag. Wo ist der Rest? „Jedermann“ zählt nicht für den BDR?

Zuvor hatte um 10 Uhr ein Geschicklichkeitswettbewerb für Kinder begonnen, der so gut besucht war, dass dem Veranstalter hinten die Zeit davonlief. Eigentlich hatte man zwei Durchgänge geplant. Man brauchte aber auch den Platz – für die eintreffenden Sportler des Bergrennens. Parkplätze sind hier wie da Mangelware. So musste man das Turnier nach dem ersten Durchgang beenden und kam zur Siegerehrung.

Bilder auch davon sind in der Bildergalerie nebenan.

Über den Verlauf des Rennens kann ich wenig sagen, da sich Radfahrer auch bergan schneller bewegen als ein Fotograf zu Fuß, zumal der sich bei der Hitze in den Wald verkrochen hat und da wörtlich als Heckenschütze bei einem Stapel Brennholz wartete. Ich suche immer noch nach Wegen, wie man das Ziel (auto)fahrend erreichen kann, das scheint aber nicht möglich zu sein. Der Reklame auf Facebook folgend muss es einige schöne Aussichtspunkte unterwegs geben, die auch für Fotos recht reizvoll aussehen, nur dahin mit Gepäck laufen? Das führt zu nichts! Jedenfalls nicht zu besseren Bildern.

Kommen wir abschließend noch kurz zu einer notwendigen Randerscheinung: dem Datenschutz. Ihr habt sie sicher gesehen, die Zettel, die überall aushingen und genau einen Zweck verfolgten.

Auch ein durchschnittlicher Veranstalter kann nicht tun, was die Politiker sich da vorgestellt haben. Andernfalls wären Nachmeldungen bis kurz vor Start hirnrissig. Man muss es ganz klar so sagen: Wenn man die DSGVO wörtlich nimmt ist es mit öffentlichen Veranstaltungen vorbei!
Alle, die Bilder machen wollen, sollen ja sämtliche Beteiligten, also nicht nur die Sportler, sondern auch alle Offiziellen bis hin zu den Zuschauern einzeln, persönlich und schriftlich um Erlaubnis befragen und sich das dokumentieren lassen. Aus zwei Gründen ist das ein Ding der Unmöglichkeit, und als einzige realistisch erscheinende Abhilfe kommen da solche Zettel infrage. Wie ich aus Veranstaltungskreisen hörte muss es bei den Schülern einen Fall des Widerspruchs gegeben haben. Wer das war ist mir allerdings nicht bekannt geworden. Sollte derjenige unter meinen Aufnahmen sein bin ich gern bereit das Bild auf formlose Zumeldung zu löschen.

Bitte stellt es euch mal vor was wäre, wenn man das wirklich machen will. Zum einen braucht man dazu auch die nötigen Angaben, also zwei bis vier Wochen voraus eine öffentlich einsehbare Meldeliste mit allen Startern nebst vollständiger Anschrift. Man muss sie ja zum Fragen auch erreichen können. Da kann aber klar sein dass alleine das Veröffentlichen dieser Daten schon gegen das Gesetz verstoßen würde! Ohne kann man aber nicht … Alles klar? Wenn das Rennen erst mal angefangen hat ist es für die Fragerei zu spät, und vorher weiss keiner wer wirklich kommt.

Ich habe bis Mai diesen Jahres, als die neue Verordnung in Kraft trat, erheblich mehr Rennen besucht! Da war fast jedes Wochenende irgendwo was los. Warum ich das jetzt kaum noch mache hat erheblich damit zu tun. Zwei schriftliche Anfragen zu diesem Thema hat der Datenschutzbeauftragte unbeantwortet gelassen. Was also soll ein bloggender Amateurfotograf da anderes machen als einpacken und gehen? Dieses Rennen habe ich besucht, weil es eben diese informelle Einladung gab. Die Regierung hat ja gesagt, die Fragestunde gelte nicht für die Veranstaltungsfotografen oder die offizielle Presse … 😃