Darmstädter Stadtlauf 2018

Die armen Würstchen!

Auf den Gedanken muss kommen wer gestern Abend in Darmstadt aufs Thermometer geschaut hat. 32°C stand dort zu lesen, und auch nach Sonnenuntergang waren es kaum weniger. Macht Laufen da Spaß? Nach Meinung des Veranstalters waren mehr als 1600 gekommen, und das ist eine Aussage. 1352 Personen waren es schon auf der Voranmelder-Startliste.

Den Anfang machten um 19 Uhr die Bambini, und deren gab es (zu) viele, sodass der Lauf aufgeteilt werden musste. Erst die Damen, dann die Herren, die man Mithilfe einiger Erwachsener aus dem Start schleuste. Die mischten sich in die erste Reihe und nahmen die Kinder an der Hand, um dann – stetig schneller werdend – mit den jungen Pferden los zu traben. Die rennen sich sonst gegenseitig über den Haufen!
Ihnen folgten in gleicher Weise im zweiten Rennen die Jungs. Die Jüngsten waren gerade mal vier Jahre alt.

Vorauskommando Riese&Müller

Begleitet wurden alle Rennen des Abends von Radfahrern. Die Räder stellte die ortsansässige bekannte Firma Riese & Müller. Was die baut? eBikes! Alle Arten und Größen vom elektrisch motorisierten Stadtrad bis zum Lastesel waren und sind dabei. So fuhren sie den Sportlern um die Ohren und auch die Treppe im hinteren Teil der Strecke konnte sie nicht aufhalten!

 

Schüler-Challenge

Die Schüler folgten. 2000 Meter. Eine erweiterte Runde, d.h. einmal zur Stadtkirche hoch und wieder runter zuzüglich der normalen Stadtlauf-Runde. Auch hier viele TeilnehmerInnen am Start.

Kommen wir zu den drei Höhepunkten des Abends. Gestaffelt nach Alter folgten drei Läufe über jeweils 5000 Meter. Hier machten die Männer um 19:55 Uhr den Anfang, gefolgt von den Frauen um 20:35 Uhr. Beendet haben es die Masters mit ihrem Start gegen 21:05 Uhr.

Wer hat gewonnen? Bekannte Namen! Auch wenn die afrikanischen Protagonisten seit letztem Jahr keine Rolle mehr spielen und man sich auf die lokalen Teilnehmer verlässt. Aber auch die sorgten kräftig für Stimmung, darunter eine Gruppe Fußballschiedsrichter und Feuerwehrleute im vollen Ornat!

Tobias Zöller kurz vor dem Ziel

Sieger der Männer: Tobias Zöller. Er brauchte gerade mal 15:40 Minuten für die drei langen Runden. Lisa Tertsch machte das Rennen bei den Damen, und das Pfungstädter Lauf-As Jürgen Zehnder gewann bei den Masters. Das sind die Sportler über 40 Jahre – Himmel wie die Zeit vergeht!

Fotografiert habe ich, solange es das Licht zuließ. Es ist nicht alles drauf, aber einiges.

Leider gibt es wenig, was man nicht anders besser hätte machen können. So auch gestern.

Mir ist aufgefallen, dass es zwar eine sportlich hervorragende Veranstaltung war, aber aus Sicht der Passanten und Zuschauer einige Macken aufwies.
Da wären zum Beispiel die Übergänge. Der Kurs in der Innenstadt war eigentlich undurchdringlich, und das an einem Mittwoch Abend. Während der Läufe soll das auch so sein. Es ist schließlich kein Rentnerslalom. Man muss aber auch überwachte Übergänge vorhalten, damit Unbeteiligte ihres Wegs gehen können ohne die Sportler zu gefährden. Die gab es auch, nur waren sie nicht gekennzeichnet. Sie zu finden war Zufall, und so liefen die Leute kreuz und quer über die Strecke, was kaum im Sinn der Sache sein sollte.

Ein weiterer Problempunkt aus meiner Sicht: die Siegerehrung. Die folgte so schnell und unangekündigt, dass man als Fotograf keine Chance hatte, rechtzeitig über die Strecke zu kommen. Das Rennen lief da noch! Natürlich, einige Auserwählte durften tun und lassen was sie wollten. Es war auch kein Problem wenn da noch drei Mann mehr auf der Strecke standen, so viele Helfer waren beim Ziel versammelt. Es wäre nur schön gewesen, wenn Chancengleichheit geherrscht hätte. Ihr hättet dann anbei noch ein paar mehr schöne Bilder, die es so nicht gibt.

Apropos Bilder.
Die sind wie üblich nebenan in der Galerie. Das Passwort kann gerne bei mir erfragt werden, es ist weder personenbezogen noch geheim. Ich verknüpfe damit nur die Erwartung, sprich Hoffnung, dass die potentiellen Beschwerdeführer erst mal nachdenken was sie anrichten bevor sie das Porzellan zerschlagen das andere in Jahren aufgebaut haben.

Ergebnislisten findet ihr beim Zeitnehmer.