Woogsprint Darmstadt 2018

Eine Reihe schöner Erfolge für einheimische Athleten brachte heute der Woogsprint in Darmstadt.

Die bekannte Naturbadewanne der Darmstädter war heute bis 16 Uhr für die Allgemeinheit geschlossen. Eine sportliche Großveranstaltung mitten in der Stadt und dennoch kaum Publikum – wie kann das sein? Mir sind durchaus einige mögliche Gründe aufgefallen, dazu komme ich später.

Der Tag begann um 8 Uhr mit einem Volkstriathlon.
Betrachtet man die Liste der Akteure mit Patrick Lange als Starter war das wohl eher ein Prominentenrennen. Es gewannen Jan Sibbersen bei den Männern, und Lisa Oed bei den Frauen.

Zu erklären, wer Jan Sibbersen ist, hiesse in der Szene Eulen nach Athen tragen! Zu seiner aktiven Zeit war er mehrfacher Meister und Hawaii-Teilnehmer. Seine in Pfungstadt ansässige Firma Sailfish ist in aller Munde und Sponsor mehrerer Vereine.

Es folgten Läufe zur 1. und 2. Seniorenliga, der Mastersliga, der 1. und 2. Hessenliga, jeweils männlich und weiblich, bis es am späten Vormittag zum Höhepunkt kam, dem Lauf zur 2. Bundesliga. Der endete durchaus wunschgemäß mit einem Sieg der Heimmannschaft in der Besetzung Fabian Kraft, Julius Gatermann, Felix Schwarz, Thomas Ott und Lars Anders.

Auch die Damen hatten hier ihren großen Auftritt. Der DSW gewann auch hier mit einer recht jungen Frauschaft: Lucia Kammer (JunF), Jana Uderstadt (TW20F), Finja Schierl (J-AF) und Sara Baumann (TW25F). Mannschaft kann man nicht sagen, oder?

Den Tag beschlossen ab dem Nachmittag die Nachwuchsrennen. Sieht man die Beteiligung bei den Junioren mit 4 Jungs und 3 Mädchen, so fühle ich mich an den Radsport erinnert. So wurde hier wie dort zusammengelegt, heute mit der Jugend A. Da waren doch einige mehr am Start.

„First out of the water“ usw: Robin Schüßler. Als er als Start-Ziel-Sieger einlief musste man lange warten. Fast eine Minute betrug sein Vorsprung auf den Zweiten der Jugend A, das war Paul Weigand vom ESV Gemünden. Die erste Dame folgte auf Gesamtrang 8: Miriam Ruoff (ebenso DSW Darmstadt).

Es gab leider auch heute wieder einige Disqualifikationen. Über das Regelwerk kann man in gewissen Details sicher streiten, aber man weiss vorweg, was einen erwartet. Das gilt nicht unbedingt für die Infrastruktur. So war ich aus den Vorjahren gewohnt, dass man via Familienbad neben der Jugendherberge, in der die Anmeldung untergebracht war, Zugang findet zum Start. Es gibt einige Stege, von denen aus man mit dem nötigen Abstand gute Bilder davon machen kann. Doch diesmal Pustekuchen. Zugang nur für Sportler, der Eingang verrammelt! Also gut, ich kann damit leben, dann gibt es eben keine Bilder vom Schwimmstart!

Apropos Bilder…
Meine werdet ihr demnächst nebenan in der passwortgeschützten Bildersammlung finden. Das Passwort soll nicht euch den Zugang erschweren, sondern ist in Zeiten der DSGVO nötig, um etwas zu verdeutlichen. Ich kann euch die Bilder nur noch zeigen, wenn Egoismen unterbleiben. Sportlern, die an so einer Veranstaltung teilnehmen, muss klar sein, dass sie ihren Sport repräsentieren! Dieser Sport braucht Öffentlichkeit, um leben zu können. Dazu dienen die Bilder. Sie erläutern denen, die nicht da waren, was dort gewesen ist. Es ist eigentlich leicht einzusehen, was die Forderung, vorab alle schriftlich um Erlaubnis zu fragen, in der Realität bewirkt. Es wäre das Ende der nichtgewerblichen Sportberichterstattung!

Seitens des Veranstalters war eine offizielle Fotografin angekündigt, woraus folgt dass ihr bitte euren Bedarf an Teilnehmerfotos bei ihr decken möchtet. Die Adresse findet ihr vermutlich demnächst auf der Webseite des Veranstalters.
Meine Bilder dienen nur und ausschließlich zur Illustration dieses Artikels.
[EDIT]: Aus gegebenem Anlass werde ich auf die Veröffentlichung meiner weiteren rund 1500 Aufnahmen verzichten, da es die Rechtslage nicht hergibt!

Sportlich kann man an der Strecke wenig aussetzen. Man kann und muss aber erörtern, ob es wirklich so umständlich sein muss. Nicht nur mein Eindruck war es, dass man die (Um-)Wege für Zuschauer absichtlich so weit angelegt hat, um sie von Ausflügen abzuhalten. Direkt an die Strecke ran kam man kaum. Der Schwimmstart war wie schon erwähnt verbaut, man hätte sich höchstens einschleichen können. Habe ich das nötig?
Gut einsehbar waren Schwimmausstieg und Transfer in die Wechselzone. Diese selbst war wiederum eine Version von Fort Knox, was man wegen der dort deponierten Werte nachvollziehen kann. Wer sich die Radstrecke ansehen wollte musste wandern. Man war fast eine halbe Stunde zu Fuß zur nächsten Kreuzung unterwegs, denn das Radfahren fand auf der Autobahn statt. Die B26 ist dort eine solche, mehrspurig und eben normalerweise nicht für Fussgängerverkehr gedacht. Die abschließende Laufstrecke lag auf dem Damm, der um den Woog herumführt. Infolge dichten Bewuchses konnte man die auch nur an wenigen Stellen einsehen. Also fand das Rennen als solches weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, was sich in den Zuschauerzahlen niederschlug. Den Standort zu wechseln bedeutete, weite Teile des Rennens zu verpassen. Die Leute kennen das schon aus den letzten Jahren, auch wenn sich der Kurs geringfügig verändert hat. So war es jetzt zum Beispiel verboten worden, neben der Laufstrecke her zu gehen. Man sollte unten die Fahrstraße nutzen, was den Einblick unterband.
Wer kommt also zum Rennen? Die Teilnehmer und ihr Anhang. Alle anderen meiden die Orte des Geschehens!

Ergebnisse sind bei MA:XX-Timing online.

Ein Gedanke zu „Woogsprint Darmstadt 2018“

  1. Den Finger richtigerweise in manche Wunde (Streckenführung, Zuschauerzuspruch) gelegt. Bleibt noch die Verpflegung der Zuschauer … gut, das nur so wenige kamen. Verdurstet un dverhungert wären die zwar nicht, aber das ist unterirdisch, was der Kiosk da dann ab 10 Uhr so kann.
    Auch die gesamtpolitische Wunde *DSGVO* und die typisch deutsche Umsetzung schön kurz dargelegt.
    Klar, dass der Veranstalter auf seiner Seite alles rosig sieht. Die chaotischen Zustände vor’m Zielkanal und die Unfähigkeit dortiger Helfer mal übersehen. Aber: Gesehen haben Verantwortliche DSWler das schon. im 2BuLi-Rennen der Damen stand MANN nämlich goldrichtig um die EIGENEN Mädels ins Ziel zu schaufeln. Veranstalterfairness geht anders und besser. Ob die beobachtenden Kampfrichter das weitergaben? Ich hoffe mal.
    Und übrigens, wo wir bei Wahrheiten sind:
    Die Siegerin des A-Jugendrennens darf gerne für den DSW in der 2. BuLi starten. Im HTV-Cup etc. ist sie Mitglied des ländlichen Talentschuppens der TSG Limbach.
    Gruß von der Hühnerkirche, A. Borst

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