Glückspiele

Das Gebrüder-Moos-Gedächtnisrennen auf dem bewährten und bekannten, allerdings ob seiner Sturzgefahr nicht bei allen beliebten Rundkurs in Frankfurt-Sossenheim entwickelte sich heute zu einer vielseitigen Lotterie. Zum einen wegen des Wetters, zum anderen wegen des Rennverlaufs. 

Auf dem Rennkurs selbst blieb es weitgehend trocken. Die Unwetter in der Umgebung drohten jedoch ständig in die falsche Richtung zu ziehen, und so manches Donnern drang als übler Vorbote an die Ohren der Anwesenden. Auf der Heimfahrt zeigte sich anhand der gleich nebenan gelegenen Autobahn – die abschnittsweise ziemlich naß war – dass nicht viel gefehlt hat für eine Überschwemmung

Auch zur Technik konnten einige etwas beitragen, kam es doch erneut verschiedentlich zu Stürzen. Sei es wegen loser Anbauteile, die sich zur Unzeit verabschiedeten oder wegen Konkurrenten, die die Kurven unterschätzten – der Sani hatte wieder gut zu tun. So im Rennen der Elite, das für einige Beteiligte 50 Meter hinter der Startkurve bereits wieder vorbei war. Auch durch Überrundungen dezimierte sich das Fahrerfeld fortlaufend, sodass bestenfalls ein Fünftel der Gestarteten ins Ziel kamen.

Alle Rennen für Sportler/innen ab der Juniorenklasse U19 waren als Kriterien ausgeschrieben, die jüngeren waren Rundstreckenrennen auf Endsieg.
Kriterien sind anstrengend, halten doch die sich regelmäßig wiederkehrenden Wertungen und dazwischen eingestreute Prämiensprints das Tempo hoch. Zeit zum Ausruhen gab es da kaum.

Was es aber gab waren Überraschungen. So begann der Renntag zumindest für mich mit Kindermathematik. Die Beteiligung an einem der Schülerrennen konnte man nämlich an einer Hand abzählen. Da fuhren etwa fünf Jungs und Mädels mit derart viel Abstand um den Kurs dass man glauben mochte die würden trainieren. Nur der Applaus der anwesenden Eltern verriet dass hier ein Rennen lief. Ähnlich wie die Beteiligung an diesem Rennen war der generelle Grad an anwesenden Zuschauern. Es waren fast keine da! Auch aufgrund des Wetters hatten sich alle, die konnten, im Schatten verkrochen und kamen erst zum Eliterennen wieder heraus. Da hatte sich der Himmel weitgehend zugezogen, es blieb aber trotzdem heiß und schwül mit Temperaturen von etwa 30°C.

Ins Renngeschehen eingestiegen bin ich mit der Jugendklasse. Die aktuelle Rechtslage nach Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung begrenzt die Möglichkeiten doch enorm. Wer denkt denn daran, von Fotografen verlangen zu dürfen, erst mal alle anderen Anwesenden um Zustimmung zur Bildberichterstattung fragen zu sollen? Das kann nur ein Schreibtischtäter oder Tagträumer gewesen sein! Es ist beim besten Willen weltfremd und untergräbt lediglich das Vertrauen in die anderen Anwesenden! Wer daran glaubt möge es bitte ausprobieren. Man würde rasch merken wie sinnlos so ein Unterfangen ist.

Aufgrund dieser Tatsachen werde ich mir die heute entstandenen Fotos sehr genau ansehen müssen, und werde später entscheiden ob und inwieweit ich sie veröffentlichen werde. Leider ist es derzeit nicht zu vertreten, so umfangreiche Bildergalerien einzustellen wie das bislang der Fall war. Ich werde es auch aus diesem Grund zunächst bei Bildern einiger Siegerehrungen belassen und zu den jeweiligen Rennen anschließend ein paar Worte schreiben. Es ist mein persönlicher Eindruck, andere mögen das anders gesehen haben.

Jugend U17

Die Überraschung im Rennen der Jugend waren nicht die beiden Ersten. Noah Breidung aus Fulda und Jan Riedmann von Concordia Karbach kommen aus Vereinen, die traditionell sehr gut aufgestellt sind. Der Dritte auf dem Treppchen, Robin Schüßler, ist eigentlich Triathlet und gab vor dem Rennen zu verstehen, dass es ihm mangels Training an den eigentlich nötigen Kilometern fehle und er im Metier auch recht neu sei. Gut, klappern und tiefstapeln kann zur Renntaktik gehören. Während des Rennens zeigte sich, dass er nicht nur vorne gut mitfahren konnte, sondern wohl auch weiter oben auf dem Podest gelandet wäre, hätte er mehr Ausbildung in Renntaktik genossen. Es fehlt ihm nicht an Kraft und Können, er wurde „lediglich“ bei den Wertungssprints von hinten überspurtet. Gestartet wurde das Rennen über 32 Runden gleich 35,20 Kilometer um 11:45 Uhr, Zieleinlauf war laut Protokoll um 13:02 Uhr.

Junioren U19

Das Rennen der Junioren endete, wie es zu erwarten war. Wer sich in der Pfalz zum Thema Radsport etwas auskennt hat bestimmt schon mal etwas von der Familie Märkl gehört. Nicht nur der Vater ist als Organisator bekannt, Niklas ist inzwischen Profi, und Lukas holte sich heute den Pokal mit 29 Wertungspunkten. Ihm folgte auf Platz 2 Juca Janis Jabczynski vom RV Victoria Langenfeld und Vitus Obermann aus Darmstadt auf Platz 3. Sicher etwas enttäuscht wird der Vierte sein. Tom Streicher ist sonst gewöhnlich einer der Siegaspiranten und nicht eben für Holzmedaillen bekannt.

Elite

Im Rennen der Elite (KT und A-/B-/C-Klasse) war fast alles wie gewohnt.
Zum einen wurden die überrundeten Fahrer aus dem Rennen genommen, was das Feld ziemlich lichtete, aber aus verständlichen Gründen seitens des WA wohl kaum anders zu machen sein dürfte. Zum anderen, weil wie bekannt ein C-Fahrer gegen KT-Profis bestenfalls Aussenseiterchancen hat. So gewann ein alter Hase die Konkurrenz: Florenz Knauer. Der heute für das Hermann-Radteam startende war früher bereits für große Namen unterwegs. Kuota-Indeland, Seven Stones, Heizomat – um nur einige zu nennen. Der weiss also, wie’s geht. Ihm folgten auf den Plätzen zwei und drei zwei vom Team Möbel-Ehrmann. Auch diese Mannschaft ist bekannt  wie der sprichwörtliche bunte Hund. Viele dürften auch die dazu passenden Namen kennen: Simon Nuber und Michael Gannopolskij. Bester Hesse in diesem Rennen war Joschka Beck, der inzwischen laut Lizenz Pfälzer ist und für Erdinger-Alkoholfrei fährt. Er wurde Siebter.

Was fehlt noch? Eigentlich kann ich gar nicht alles aufschreiben was dessen wert gewesen wäre. Daher zum Schluss noch kurz ein „Testergebnis“. Ich habe heute nicht wie sonst Kameras von Canon oder Nikon eingesetzt, sondern mal meine (recht neue) Lumix G9 ausgeführt. Bei der Hitze tat die Gepäckerleichtung sehr gut! Wer das System kennt weiss, dass das Objektiv 100-400mm, auf Kleinbild umgerechnet immerhin ein 200-800mm-Kanönchen, im Vergleich zur entsprechenden Ausgabe von Nikon nur rund ein Drittel an Volumen aufbringt. Es ist vergleichsweise „klein und handlich“! Ich wollte wissen, wie es sich im Rennbetrieb schlägt.
Das Ergebnis? Man kann mit dieser Kamera bei besagter Bestückung sehr viel erreichen. Das System ist für Sportfotografie schlussendlich jedoch für meinen Geschmack etwas zu langsam, die Fehlgriffe des Autofokus sind vergleichsweise hoch. Für langsamere Motive werde ich sie zukünftig sicher einsetzen, für Video sowieso, aber für Radrennen kommt doch wieder „altbewährtes“ zum Einsatz.

In den kommenden Tagen wird viel „Action“ folgen: Samstag Abend auf der Radrennbahn in Darmstadt ein Lauf zur Sommerbahnmeisterschaft, am Sonntag in Bruchköbel voraussichtlich der Quarterman. Das werde ich aber sehen wenn ich weiss ob ich nach dem Samstag Abend mein Material rechtzeitig weggespeichert bekomme, denn die XQD-Karten der Nikon D500 sind extrem teuer und kaum zu bekommen, sodass ich mir derzeit keine Ersatzkarten leisten kann.

Ergebnislisten zum Renntag gibt es auf Rad-Net, der bekannten Adresse im deutschen Radsport.

Bilder vom Renntag findet ihr nebenan in meiner Bildersammlung.