21. Hausacher MTB-Weekend

Was macht ein Skiclub im Sommer? Man fährt Rad …

So gibt es im Schwarzwald interessante Veranstaltungen, von denen andere im Land und nicht nur im Ländle nur träumen können, trotz 2-Meter-Regel, die faktisch nach offizieller Lesart die Mountainbiker auf Waldautobahnen verbannt.

Die Landschaft bringt es mit sich, besteht das südwestliche deutsche Mittelgebirge doch nicht nur aus Bergen. Wo Berge sind, sind auch Täler. So lag die Namensfindung nahe, und man erfand den Tälercup. Das ist nun schon ein paar Jahre her, und das Kind erfreut sich bester Gesundheit!

Dabei ist es die Mischung, die die Würze macht. Es ist die einzige mir bekannte Rennserie, bei der man Cross-Country, Uphill, Downhill wie auch Marathon beherrschen muss. Dieses Jahr werden es vier Rennen sein, das erste war jetzt in Hausach. 

Hausach ist ein Städtchen im Kinzigtal östlich von Offenburg, und ist auch bekannt für sein Freilichtmuseum, das sogar eine eigene Bahnstation hat.

Kinzigtal? Liegt das aus Hessischer Sicht nicht bei Gelnhausen? Mag sein, es gibt davon mehrere. So eben auch eins im Schwarzwald. Die Gegend ist auch sonst eine Reise wert. Ganz besonders gilt das, wenn beim bekanntesten deutschen Transportunternehmen – der Bahn – mal alles so funzt wie es soll! Denn Hausach hat einen Bahnhof, und der liegt gar nicht mal so weit vom Start weg, der etwa 15 Minuten Fußweg entfernt im Waldstadion untergebracht war.

Treppen, nichts als Treppen!
So ist das einfach, wenn man in ungebügelter Landschaft unterwegs ist! Auf und nieder, immer wieder! Kommt man dort an, darf man klettern.

Das zeigt auch der Kurs, der knapp drei Kilometer lang und sehr zuschauerfreundlich war, sah man doch von Start und Ziel ohne lange Wege wesentliche Teile der Strecke.

Wo Licht ist, ist aber auch Schatten. Ernsthafte Fotografen hatten eigentlich von Anfang an verloren, kam man doch nicht so an die Strecke heran, wie es für gute und besondere Bilder eigentlich nötig gewesen wäre. Teils weiträumige Absperrungen und Zuschauerpfade mögen die Sicherheit verbessern, der Bilddokumentation sind sie nicht förderlich. Filmer waren da im Vorteil, wenn auch mangels „Input“ gehandicapt. So existiert aus allerlei Gründen keine Übersichtskarte, die den Teilnehmern wie auch den Gästen zeigen könnte, wo es sich sonst noch lohnt, hinzugehen. Kann man nicht, soll man nicht, will man nicht? Ich könnte mir aus hiesiger Anschauung durchaus vorstellen, dass das Forstamt die treibende Kraft ist, warum man bislang kein solches Dokument online gestellt hat. Man scheint garnicht zu wollen, dass die Zuschauer auf Erkundungstour gehen.

Wobei, wer nur zum Gucken gekommen ist muss das auch garnicht, liegt der Start links und die Strecke rechts vom Bierzelt, das auch gestern wieder sehr gut besucht war. Sonnenschein von früh bis spät bei Temperaturen um 24°C zeigten Wirkung! Das Podest für die Siegerehrungen stand gleich nebenan, die Feedzone lag dahinter, alles ging zügig ohne lange Pausen oder Wartezeiten.

So soll das sein!
Die Veranstaltung lief zumeist vorbildlich ab. Man konnte erkennen, dass die Leute dort wissen, was sie tun. Das muss erwähnt werden, weil es eben andere Veranstaltungen gibt, bei denen es anders ist.

Klar sein kann leider auch, dass die Entfernung von rund 200 Km einen vollständigen Besuch des ganzen Wochenendes ausschloß. Schon aus logistischen Gründen kam eine Übernachtung nicht infrage, von der finanziellen Seite will ich derzeit garnicht reden!

So kam ich gegen 11 Uhr mit dem großen, roten Taxi in Hausach an, und begann mit Aufnahmen beim U17-Jugendrennen. Die Videos der „üblichen“ drei Klassen U17, U19 mit Damen und der Elite könnt ihr hier sehen.

U17: 

U19, Damen: 

Elite:

Manche werden sich fragen, warum gerade diese drei Klassen. Sicher sind alle anderen ebenso interessant, aber um daraus Filme zu machen braucht es schon eine gewisse Mindestmenge an Bildmaterial. Um das sammeln zu können muss das Rennen eine gewisse Länge haben. Auch wir Filmemacher können nicht fliegen, und der Positionswechsel im Gelände braucht seine Zeit. Da ist mancher Radfahrer sicherer unterwegs als ein Fußgänger auch mit Wanderschuhen, wenn der eine teure Kamera am Hals hat! Ausrutschen verbietet sich da von selbst.

Sportlich galt, was immer gilt. Wer (falsch) bremst, verliert.
Besonders dann, wenn man mit Schwarte bremst. Die Strecke war schwierig, und das trotz Trockenheit. Das sollte sie auch sein, dennoch war nicht alles Gold, was glänzte. So waren gerade die jüngeren Teilnehmer mit der Strecke, die auch schon Rennen der Bundesliga gesehen hat und laut einem dort aufgestellten Plakat im Sommer die Nachwuchs-DM sehen soll, offensichtlich überfordert. Defekte und Stürze kamen leider häufiger vor. Sie führten zu Ausfällen mancher Favoriten, und verdarben manch potentiellen Sieger die Schau.

Im Eliterennen machten die Lokalmatadoren die Sache unter sich aus, die sonst bekannten großen Namen, die es in der Region zahlreich gibt, spielten gestern keine wirkliche Rolle. Es war klar, dass die Sportler vom Team LinkRadQuadrat, der Biketruppe des SC Hausach, die Gegend und ihre Gegebenheiten wie aus der Westentasche kennen. Gegen die Defekthexe hilft das aber nicht. Am Schluss hatte Mark Kindler die Nase vorn, zweiter wurde Teamkollege Felix Klausmann. Das Podium komplettierte als Dritter Tim Meier aus Rheinfelden.
So wie manche vom südlichsten Zipfel der Republik angereist waren kamen auch einige Teilnehmer aus dem Hessenland. So auch Andreas Thiel, für den allerdings das Abenteuer nach einer halben Runde beendet war. Die Defekthexe hatte zugeschlagen …

Für die Ergebnislisten besucht bitte Rad-Net.de

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