Filme machen …

Als die Bilder laufen lernten.
Der Sprung vom Foto zum Video ist technisch ein kleiner, gestalterisch ist es eine andere Welt. Dabei ist der technische Aufwand relativ gering. Das Beitragsbild zeigt meine derzeit komplette Videoausrüstung! 

Ja richtig, ausser einer Panasonic Lumix GH5, dem 14-140mm-Zoom und dem Mikrofon braucht es eigentlich weiter nichts. Zumindest keine Hardware.

Was den Unterschied zu Foto ausmacht ist das Geistige!

Lebt ein Foto von seiner Gestaltung, von der Anordnung von Flächen und Feldern, Farben und Helligkeit, so ist das zentrale Gestaltungselement des Videos die Handlung.

Ob die Aufteilung genau dem Goldenen Schnitt entspricht wird beim Film keinen interessieren, wenn die Handlung spannend ist. Ist sie langatmig zappt sowieso jeder weg.

Sehr zum Ärger des Fachhandels, der jedem Unkundigen gerne die teuersten Geräte andrehen möchte wenn man ihn lässt muss ich nach Erprobung sagen: Mehr als das oben dargestellte braucht es nicht.
Was man braucht ist im Kopf – ein gutes Konzept. Wer mit der Absicht Rennen besucht, diese im Film zu dokumentieren, wird nicht drumrum kommen sich den Ablauf zu verinnerlichen. Wenn man zur falschen Zeit am falschen Ort ist, die Einstellungen und Anschlüsse nicht passen, einem aus dem Off Zuschauer deren Krankengeschichte ins Mike erzählen – vergiss ein Video! Das wird nichts!

Das Thema muss es „hergeben“! Wenn absehbar ist, dass einer alleine mit Amateurmitteln – d.h. vor allem keine freien Durchgänge – in der verfügbaren Zeit mit dem Thema nicht fertig wird kann man´s auch gleich sein lassen. Es gibt sonst nur Frust!

Hat man ein taugliches Konzept erarbeitet, das in der Praxis nicht aus Luftschlössern und Effekthascherei besteht, sondern umsetzbar ist, kommt ein gutes Filmchen dabei heraus, das dann „nur noch“ montiert werden muss.

Es heisst nicht völlig grundlos: Die Filmarbeit teilt sich auf in 40% Vorbereitung (das Konzept), 40% eigentliche Dreharbeit, und 20% Postproduktion.

Wer sich hinterher den fertigen Film anschaut, der oft nur wenige Minuten lang ist, wird Mühe haben zu erkennen, wieviel Arbeit da drin stecken kann!

Ein Wort noch zu Äußerlichkeiten: Wer sich das Beitragsbild anschaut wird sagen: „Das ist eine Fotokamera!“. Dem ersten Eindruck nach schon, allerdings ist das wie bei Fahrrädern. Bei manchem Modell kann man sich über den Zweck des Geräts Fragen stellen. Man könnte auch mit einem Hollandrad Rennen fahren. Ob man´s tun sollte ist die andere Frage.

So auch hier. Die GH5 mag wie ein Fotoapparat aussehen, sie ist jedoch als Filmkamera gebaut worden. Anders dazu ihr Alter Ego, die G9. Die richtet sich mit ihrer Softwareausstattung vorwiegend an Fotografen, nutzt intern aber denselben Sensor. Auch mit manchem klassischen Camcorder kann man nebenbei Fotos machen, dennoch sind diese nie dafür gebaut worden. Das jeweils andere Medium ist ein technisches „Abfallprodukt“.

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