Osterlauf Jügesheim 2018

Große Auswahl nach dem Minimaxprinzip, so lautete heute das Tagesmotto. Wo lässt sich bei geringst möglichem Aufwand das beste Ergebnis erzielen? Es standen zwei Radrennen in Ahrweiler und Schönaich mit einer Fahrstrecke von jeweils 180 Km einfach zur Auswahl, und eben der Osterlauf in Jügesheim. Nach Jügesheim sind es „nur“ 50 Km einfacher Weg, ich kenne die Verhältnisse, und es war mit der 40. Austragung ein kleines Jubiläum. Sogar ein Verbandsvertreter gratulierte. Klare Sache?!

Nicht ganz. Das „Problem“ der Radrennen war die mittlerweile unwägbare Weltsicht der Veranstalter, das des Laufs war seine Starterliste. Da standen kaum bekannte Namen. Im Radsport habe ich lernen müssen, dass man nicht länger vorhersehen kann, wie die Veranstalter „ticken“, und es leicht sein kann dass man den ganzen Weg für die Katz´gefahren ist, wenn da wieder wer meint, nur ein Bestimmter dürfe und alle anderen nicht! Es ist dabei egal, ob die zugrunde liegenden Ereignisse genau dort geschehen sind oder bei einem anderen Rennen. Es ist irgendwann soweit, dass man solche Effekte überall erwarten muss, wenn sie woanders zu genügender Anzahl aufgetreten sind. Und das sind sie! Redet nicht von Paranoia! Wer nicht betroffen ist kann die Wirkung nicht beurteilen.

Das Problem mit unbekannten Namen auf Startlisten ist die dagewesene Forderung, man habe alle erst mal um Erlaubnis zu fragen. Ein Ding der prinzipiellen Unmöglichkeit! Zum Glück hat der Veranstalter in Jügesheim, die JSK Rodgau, vorgesorgt und in der Ausschreibung Klartext geredet. Wer teilnimmt stimmt zu. Punkt. Danke. Deshalb habe ich mich für den Lauf und gegen die Radrennen entschieden, auch wenn absehbar Radsport mehr Motive liefert. Der Lauf „funktioniert“ ja umständehalber nach dem Prinzip „Sie liefen fort und kamen wieder“ – was draussen eigentlich geschieht bekommen Zuschauer und Fotografen regelmäßig nicht mit.
Es ist leider eine Frage der Risikoabwägung geworden.

Die Wettervorhersage für Ostermontag war kalt am Morgen mit Werten kaum über dem Gefrierpunkt, und der Verkehrsfunk meldete für andere Autobahnabschnitte bereits Eisglätte. Sollte es so kommen wie vor Wochen mit dem Rennen in Adenau, das wegen unbefahrbarer Strecke durch Eis abgesagt werden musste?

Die Verhältnisse vor Ort in Jügesheim waren aber gut, der Boden leicht feucht. Im Programm standen ja schon lange Distanzen über 25 Kilometer, die in jüngerer Zeit um 10 und jetzt auch um 5 Km ergänzt wurden.

Der erste Start über 5 Km war inoffiziell als Schüler- und Einsteigerlauf deklariert.

Auffälligster Teilnehmer war wie fast schon üblich Martin Lück im Löwenkostüm, womit er für den ‚Lauf für mehr Zeit‘ und damit für AIDS-Prävention wirbt.
Gewonnen hat ein Triathlet: Michael Waraus aus Darmstadt. Der Sieg bei den Frauen ging an Dana Wagner vom TV Bad Orb.
An Michael zeigt sich leider ein Problem der deutschen Rechtswirklichkeit: Er hatte bei anderer Gelegenheit bereits durchblicken lassen, nicht gezeigt werden zu wollen. Danach habe ich mich bislang gerichtet. Bei der Siegerehrung fehlte er auch. Heute hat er aber gewonnen, und ist somit Person der Zeitgeschichte, über die berichtet werden darf. Nicht nur darf, eigentlich muss! Soll ich infolge dieser Wünsche den Lauf unter den Tisch fallen lassen? Wer A sagt, muss auch B sagen. Was ist denn ein Bericht, der die wichtigste Frage nicht beantwortet – die nach dem Sieger? Dazu gehört eigentlich ein Bild. Ihr seht wie schnell sich solche Wünsche gegen den Urheber richten können! Befolgt man sie, muss man zugleich allen anderen schaden. Das Teilthema entfällt dann. Befolgt man sie nicht, hat man erst mal Ärger, auch wenn es hier rechtlich gedeckt ist! Den aber braucht keiner!
Hier liegt übrigens auch ein Grund dafür, dass ich in meinen Texten nur noch die unmittelbaren Sieger/innen nenne und alle „Nebenschauplätze“ fortlasse. Das geschieht nicht aus Faulheit oder Desinteresse, sondern alleine aus Risikoabwägung! Man kann es anders kaum noch vertreten. Das bald kommende neue Datenschutzrecht wird die Lage nicht besser machen!

Rund eine halbe Stunde später erfolgte der Start des Hauptlaufs über 25 Km.

Auch hier sehen wir vom Start weg recht klare Verhältnisse. Mit seiner Startnummer 4255 ging Karsten Fischer (SSC Hanau-Rodenbach) kein Risiko ein und lief allen davon. Nach der ersten der zwei Runden hatte er schon mehrere hundert Meter Vorsprung herausgearbeitet und konnte seinen Lauf in Ruhe nach Hause laufen.

Die Plätze 2 und 3 gingen an Guiseppe Troja und Rainer Bonn. Auf dem Bild sehen wir von hinten schon den Sieger über 10 Km kommen, der sich optisch hinter dem Vorausradfahrer versteckt: Solomon Meme Eshete (SSC Hanau-Rodenbach). Der hatte den zeitlichen Startabstand aufgelaufen und kam ziemlich zeitgleich mit dem Hauptrennen aus dem Wald zurück.

Ja, worin bestand da nun das Problem? In der Zeit!
Konnte es den Sportlern solange egal sein wie sie keine Bilder von sich wünschten, war es den Fotografen absolut nicht egal, dass der 10-Km-Lauf lediglich rund 10 Minuten nach den 25 KM gestartet wurde.

Das führte nämlich im Weiteren dazu, dass der Sieger, Solomon Meme Eshete, von hinten die Lücke zulief und zu der Zeit ins Ziel kam, zu der die ersten Drei des Hauptlaufs gerade die Wasserstelle vor dem Stadion passierten, um in die zweite Runde zu gehen. Keiner kann überall sein, und so gibt es keine Zielbilder von Solomon und dem ersten Dutzend über 10 Km.

Ich stand draussen, wie die meisten anderen Fotografen auch. Das gibt zwar wie gewünscht Bilder von der Wasserstelle, aber die anderen dort befindlichen Zuschauer haben optisch alle anderen Blickwinkel „zugemacht“!

Ich rege daher an, die Startreihenfolge zu ändern und die 10 KM vor den 25 Km zu starten. Das zieht das Ganze zwar in die Länge und man wird später fertig, aber es vermeidet solche Überschneidungen. Wegen der längeren Distanz sind die Langstreckler gemeinhin pro Runde etwas langsamer unterwegs als die 10 Km. Oder man baut die Wasserstelle im Stadion auf und lässt die Läufer durch das Stadion in die zweite Runde laufen. Sonst muss man wählen und sich für eine Option entscheiden. In jedem Fall ist man hinterher unzufrieden, und es fehlen Bilder.

Bilder seht ihr bei Flickr. Später mehr.

Ergebnisse findet ihr bei MAXX-Timing.

 

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